Bücher lesen? Keine Hexerei – oder doch?

Aus Anlass des Welttages des Buches, der jedes Jahr am 23. April begangen wird – Todestag von William Shakespeare und Namenstag des Hl. Georg, dem Schutzpatron der Bücher – besuchte am Donnerstagmorgen, dem 28.4.2022, die Klasse 5A des Grimmelshausen-Gymnasiums zusammen mit ihrem Klassenlehrer Herrn Meyer die Buchhandlung „Akzente“ in der unmittelbaren Nähe der Schule. Die Gruppe brauchte nur zwei Minuten zu Fuß für den Spaziergang zum Buchgeschäft durch die Offenburger Altstadt. Die Schülerinnen und Schüler wurden vom Mitarbeiterteam der Buchhandlung, Frau Pieper und Frau Peiseler freundlich empfangen. Zudem traf die Klasse dort eine ihrer Schülerpatinnen aus der Klasse 10 an, die dort gerade ihr Berufspraktikum (BOGY) absolviert. Frau Pieper erklärte den 25 Mädchen und Jungen der Klasse, wie der Weg von den Ideen eines Schriftstellers bis zum fertigen und tausendfach gedruckten Buch in der Buchhandlung aussieht. Auch beantwortete sie mit Frau Peiseler unterschiedlichste Fragen, die sogar so praktische Dinge wie die Handhabung des Kassenscanners einschlossen. Höhepunkt war dann der Moment, als die Buchgeschenke ausgegeben wurde: „Iva, Samo und der geheime Hexensee“ von Bettina Obrecht und Comic-Illustrationen von Timo Grubing: so heißt das 150-seitige Kinderbuch, das alle überreicht bekamen und das eigens für den Welttag des Buches 2022 gedruckt wurde. Dieses Geschenk, aber auch der Besuch in einer Buchhandlung soll dazu beitragen, dass junge Menschen den Reiz des Lesens und die weite Welt der Literatur und Bücher entdecken und zu nutzen lernen. Zurück im Grimmelshausen-Gymnasium blieb der Klasse noch Zeit, sofort im Deutschunterricht mit der gemeinsamen Lektüre des Buches zu starten und sich über die ersten Leseeindrücke von dem fantastischen Werk mit einer spannenden Mischung aus Hexen- und Zauberwelt sowie den Problemen unseres Alltags zu unterhalten.

Die Klasse 5a durfte in der Buchhandlung Akzente schmökern und Buchgeschenke in Empfang nehmen

Text & Foto: Meyer

Schön war´s in Ochsenhausen! Ochsenhausenfahrt vom 04.04. – 06.04.2022

Von Montag, dem 04.04 bis Mittwoch, dem 06.04.2022 verbrachten wir mit zahlreichen Schülerinnen und Schülern aus den Musik-AGs – den beiden Chören, dem Mittel- und Oberstufen-Orchester und der Bigband – drei intensive Musiktage in Ochsenhausen, wohin wir per Bus fuhren. In der Musiklandesakademie haben wir von morgens bis spät abends sehr viel zusammen insbesondere für das anstehende Sommerkonzert am 1. Juni, geprobt. Gefreut hat uns, dass das Grimmels die erste Schule seit den Corona-Restriktionen in Ochsenhausen war und wir sogar wieder ohne Maske sein durften. Zudem waren wir dann auch die einzige Schule, die in dem prächtigen ehemaligen Kloster zu Gast war, das wir also ganz für uns alleine hatten.

Neben den Proben blieb noch Zeit für einen Spiele- und Filmabend, passend zu den eingeübten Musikfilmtiteln. Am Dienstag unternahmen wir zu Fuß einen Ausflug zur dortigen Quelle der Krummbach und verweilten etwas in der idyllischen Waldlandschaft. In den Pausen und nach den Proben haben wir uns getroffen und miteinander Billard, Tischkicker gespielt. Eine tolle Integration gab es zwischen unseren Sextanern und angehenden Abiturienten, die zum einen hervorragend miteinander musizierten aber auch sinnvoll die Freizeit miteinander verbrachten. Vor unserer Abfahrt präsentierten die einzelnen Musikgruppen von Frau Bruder-May, Herrn Rückert und Herrn Meyer Teile aus dem von ihnen erarbeiteten Repertoire vor der Gesamtgruppe.

Die zufriedenen MusikerInnen der Ochsenhausenfahrt 2022

In diesen drei Tagen konnten wir musikalisch sehr viel Neues lernen und gleichzeitig wurde auch überdeutlich, dass solch ein Unternehmen vor Allem unsere Gemeinschaft durch die gemeinsame Musik, das Proben, Spiel und Spaß gestärkt hat.                                                                            

Text: Felix Fischer (Klasse 11) Bilder: Brd

Autark unterwegs mit Sonne und Akkumulator

Die letzten beiden Stunden vor dem schriftlichen Abitur nutzte der Chemie-Basiskurs für eine kurze Exkursion zum Wohnmobil der Familie Dahncke. Die mobile Stromversorgung in einem Wohnmobil mit Starterbatterie, Versorgerbatterie und Wechselrichter eignet sich optimal als Anschauungsobjekt für die praktische Umsetzung des Themas Elektrochemie, das in den letzten Wochen im Unterricht behandelt wurde.

Solide alte Technik trifft auf modernen Wechselrichter und einen motivierten Chemie-Basiskurs

Das gute Stück ist mit 30 Jahren schon ein Oldtimer und bietet daher noch Technik zum Anfassen, die mit wenig Chipsteuerung auskommt und bei der sich die Funktion noch gut nachvollziehen lässt. Das Wohnmobil wurde mit Solarpanelen zur autarken Stromversorgung auf Reisen ausgestattet, sodass auch die Themen Solarladeregler und Wirkungsgrad von Solarsystemen anschaulich thematisiert werden konnten. Der Kurslehrer Herr Rosenkranz ließ es sich nicht nehmen, seinen Wechselrichter mit MPPT-Solarladeregler und seine Solar-Powerstation vorzuführen.

Die besondere Atmosphäre der Lagerhalle wurde dann auch gleich vom Kurs genutzt, um ein Kursfoto für die Abizeitung aufzunehmen.

Vielen Dank an Familie Dahncke, die dem Kurs nicht nur ihr Wohnmobil zur Verfügung gestellt hat, sondern den Kurs mit Brezeln und Brownies versorgte!

Text & Bilder: Rsn

Geographie–Bilikurs unterwegs am Rhein

Passend zu unserem aktuellen Thema im Geographie–Bilikurs „La transformation d’un paysage fluvial“ (die Umwandlung einer Flusslandschaft), brachen wir an einem Mittwochvormittag im Januar, gemeinsam mit Frau Flämig, bei schönstem Wetter zu einer Exkursion ins Polder Altenheim auf. Wir trafen uns mit dem Förster der Gemeinde Neuried, Gunter Hepfer, an der Staustufe Straßburg und begannen dort mit unserer Rundtour. Danach fuhren wir verschiedene sehenswerte Orte am Rhein an und wurden umfassend zum Thema der Rheinbegradigung und dem Integrierten Rheinprogramm informiert.

Wir erkannten viele im Unterricht behandelte Themen und Inhalte rund um den Hochwasserschutz und die ökologische Bedeutung des Polders in der Rheinaue wieder, erfuhren aber auch neue, interessante Zusammenhänge. So sahen wir uns beispielsweise die verschiedenen Landnutzungsformen wie die Kiesnutzung und die Land- und Forstwirtschaft innerhalb des Überflutungsgebietes an.

Wir bedanken uns als gesamter Bilikurs des diesjährigen Abiturjahrgangs herzlich bei dem Förster Herrn Hepfer und bei Frau Flämig, unserer Geographielehrerin, welche die Exkursion ermöglicht, organisiert und begleitet hat, für diese lehrreiche Erfahrung!

Text: Paula Carrière, Elias Hepfer Fotos: Bili-Kurs der Jahrgangsstufe 2

Klasse 8a stellt sich dem Live-Escape-Game

Es ist früh am Morgen des 21. Dezembers 2021. Nach und nach treffen immer mehr Schüler der Klasse 8a des Grimmelshausen Gymnasiums an der Bushaltestelle ein. Das Ziel: Ortenberg. Dort nimmt die ganze Klasse an einem Live-Escape-Game teil.

Nach einem kurzen Fußmarsch sind wir in den Weinbergen. Das Besondere ist, dass sich die ganze Klasse für die Outdoor-Variante entschieden hat. Nach 10 Minuten treffen die beiden Veranstalter ein und erklären uns den groben Ablauf. Wir bekommen erklärt, wie ein Funkgerät funktioniert und wie ein GPS-Gerät zu bedienen ist. Es werden Gruppen gebildet, die die Klasse selbst zusammenstellen darf. Der Countdown läuft, denn in 2 ½ Stunden muss die Aufgabe gelöst sein.

Die entführte Gruppe jedoch wird in ein Auto gesetzt und bekommt die Augen verbunden. Nach circa 3-5 Minuten Fahrtzeit steigen sie aus und werden in ein Gebäude geführt. Nun dürfen sie ihre Augenbinde abnehmen. Die Gruppe befindet sich in einem langen Flur. Dieser ist vollgestellt mit Bildern und außerdem führt eine Tür zu einem Büro. Einem Gruppenmitglied werden Hände und Füße gefesselt, um das Ganze zu erschweren. Um freizukommen, muss die Gruppe mehrere Tresore knacken, Computer über mehrere Kabel verbinden, Schlösser mit Hilfe eines Dietrich-Sets knacken und Kennwörter herausfinden. Beim Schlösser knacken hilft unsere Lehrerin erfolgreich.

Nun zu den anderen Gruppen. Die erste Gruppe findet ihren ersten Hinweis unter einer Bank in Form eines Fake-Apfels. Dieser Hinweis führt die Gruppe zu ihrem nächsten Ziel.

Ein weiterer Hinweis steckt in einem Dornbusch, da hat die Gruppe ihre nächsten Koordinaten. Doch auf dem Weg zur nächsten Station verlaufen sie sich. Sie funken einen der Veranstalter an, der hilft ihnen wieder auf den richtigen Weg. Als sie wieder auf den richtigen Weg kommen, finden sie in einem Steinhaufen den nächsten Hinweis. Dieser führt sie zum Schloss Ortenberg und dort müssen sie eine Schatulle öffnen. Die Gruppe genießt vor allem den schönen Ausblick. Anschließend werden sie zum Sportheim gerufen, indem die Entführten eingesperrt sind.

Die zweite Gruppe hat am Anfang etwas Schwierigkeiten, die richtige Richtung zu finden. Doch mit der Zeit haben sie den Dreh raus. Für das 1. Rätsel haben sie als Hilfsmittel eine Rolle, in der der nächste Hinweis versteckt ist. Den 2. Hinweis lösen sie während einer kleinen Essenspause. Diese Lösung hilft den Entführten weiter. Auf dem Weg zu der 3. Station verläuft sich auch diese Gruppe ein bisschen im Wald. Doch trotz allem finden sie den richtigen Weg. Das nächste Rätsel ist ein Bilderrätsel. Doch das kann die Gruppe nicht mehr lösen, denn sie werden von einem der Veranstalter angefunkt. Sie sollen ebenfalls zum Sportheim kommen.

Die dritte Gruppe ist die Sportgruppe. Einem Gruppenmitglied werden die Hände gefesselt. Die Gruppe ist sehr motiviert und kommt gut voran. Sie müssen vor allem Aufgaben lösen, die für andere Gruppen wichtig sind. Daher ist es extrem wichtig, dass diese Gruppe rechtzeitig ihre Aufgaben löst. So findet die Gruppe zum Beispiel die Schlüssel für ihre Handschellen und muss noch ein paar andere Aufgabe lösen. Doch am meisten müssen sie natürlich viel laufen und das natürlich so schnell wie möglich. Nach und nach wird die Gruppe langsamer und verläuft sich. Doch mithilfe von Google Maps finden sie wieder auf den richtigen Weg. Kurz danach wird die Sportgruppe auch zum Sportheim gerufen. Das Problem ist aber, dass sie ziemlich weit entfernt davon sind. Sie verlassen den eigentlichen Weg und kommen mithilfe von Google Maps mit reichlich Verspätung an.

Die vierte Gruppe hat an der ersten Station ein Handy bekommen. Doch dieses konnten sie nicht entsperren, da sie den Code nicht kennen. An der ersten Station findet die Gruppe dann die nächsten Koordinaten. Diese führen sie zur zweiten Station. Dort müssen sie eine Matheaufgabe lösen, um an die nächsten Koordinaten dranzukommen. Das nächste Ziel ist wieder in den Weinbergen. Dort finden sie einen Käfig sowie neue Koordinaten. Mit denen kommen sie zum Schloss Ortenberg. Dort findet die Gruppe versteckt in einem Golfball den nächsten Hinweis. Doch der Text kann von den Gruppenmitgliedern nicht gelesen werden. Er ist auf Plattdeutsch geschrieben. Mithilfe des Smartphones können sie den Text übersetzen. Heraus kam der Ort, an dem sich die Entführten befinden. Danke Google Maps sind sie dann als erste Gruppe am Sportheimheim angekommen. Doch leider können die Entführten nur von allen Gruppen gemeinsam befreit haben.

Nach und nach treffen zwei weitere Gruppen ein. Doch von der Sportgruppe ist noch nichts zu sehen. So lösen die Gruppen am Sportheim das Bilderrätsel, das die Gruppe zwei vorher noch nicht lösen konnte. Durch Lösen des Rätsels bekommt die „entführte“ Gruppe endlich die letzte Zahl eines Zahlencodes. In geknackten Tresor befand sich der Schlüssel mit dem sich die „entführte“ Gruppe befreien kann. Und die Gruppe draußen kann ebenfalls die Türe aufschließen. Damit war das Ziel erreicht.

Am Schluss haben wir zusammen noch ein Rückblick gemacht, bei dem jeder sagen durfte, was ihm gefallen hat. Auf dem Weg zurück zur Bushaltestelle und im Bus wurde natürlich noch viel über die einzelnen Aufgaben und Lösungen geredet. Das Geocaching war für unsere Klasse etwas ganz Besonderes. Wir haben gelernt zusammenzuhalten und uns gegenseitig zu unterstützen – auch unter Zeitdruck.

An dieser Stelle ein Dankeschön an die Stadt Offenburg, die diesen Ausflug finanziert hat. Die Klasse bedankt sich ebenfalls bei der (ehemaligen) Schulsozialarbeiterin Judith Fautz, die das Ganze organisiert hat und natürlich auch bei den beiden Veranstaltern. Es hat wirklich Spaß gemacht.

Text: Jana Haas Bilder: Spc

Theater! …. endlich mal wieder analog

Am 20. Januar besuchten die Deutsch-Leistungskurse der JS 2 das Theater Baden-Baden. Dort wurde Goethes „Faust I“ aufgeführt. Insgesamt sieben Schauspieler  setzten das Stück modern um:  Flackernde Lichter, Techno, Musik von Rammstein und Schattenspiel. Die Schauspieler trugen  alle schwarze Hosen und weiße Hemden, sodass die  Aufmerksamkeit der Zuschauer auf ihr Schauspiel gelenkt wurde. Mephisto war ein sehr eleganter Mann, der gerne eine Zigarette rauchte. Der Herr hingegen wurde komplett weggelassen. So fehlte der „Prolog im Himmel“ und der Schlusssatz „Sie ist gerettet!“.  Die Rückmeldung der Schüler war durchaus positiv: Spannende und moderne Inszenierung, minimalistisches Bühnenbild und interessante Musikwahl.

Text: Rosa Zink

10a im Kletterhimmel

Ausflug der 10a in die Kletterhalle Emmendingen
Kurz vor acht Uhr morgens am Bahnhof Offenburg. Immer mehr Schüler der Klasse 10a treffen auf dem kleinen Vorplatz ein. Die meisten mit müden Gesichtern, doch jeder mit deutlicher Vorfreude auf den bevorstehenden Ausflug.
Unser Ziel war das Kletterzentrum Emmendingen, in dem wir unseren Tag zusammen mit unseren Klassenlehrerinnen Frau Scheller und Frau Exl verbringen würden. Auf dem Hinweg herrschten bereits rege Unterhaltungen und Gelächter. Die Stimmung würde im Laufe des Tages jedoch noch besser werden. Angekommen in Emmendingen und nach einem kurzen Fußmarsch zum Kletterzentrum begann der große Spaß an den Kletterwänden. Im ersten Teil sollten wir uns rein auf das Bouldern konzentrieren und konnten selbst ausprobieren, was uns gefällt. Während manche ihren Ehrgeiz entdeckten, vollführten andere Turnübungen auf den weichen Matten oder lieferten sich ein Duell am Tischkicker. Die Halle war erfüllt von Gelächter und Freude. Schon nach kurzer Zeit merkte man, wie sehr eine schöne Unternehmung hilft die Menschen, welche man tagtäglich um sich hat, außerhalb der Schule richtig kennen zu lernen.

Nach der Mittagspause kam ein Trainer, um mit uns an den hohen Wänden zu klettern. Nach einer Einweisung und Zeit, um zu üben, ging es dann in den Abentueuergarten. Nach mehreren persönlichen Herausforderungen und viel Spaß, hatten wir als letztes eine Aufgabe als Klasse zu bestehen. Unter großem Jubel und Anfreuerungsschreien meisterten wir diese mit Bravour.

Nicht nur, dass wir stolz auf uns waren und das größte Vergnügen hatten, wir wurden durch diese Aufgaben auch zusammengeschweißt. Dieses neue Gefühl einer Zusammengehörigkeit tragen wir nun in das Wochenende und die kommenden Wochen hinein. Nach so langer Zeit zu Hause und ohne richtigen Umgang mit anderen Menschen, tat dieser Tag uns allen sehr gut. Außerdem hatte jeder seinen persönlichen Platz gefunden und war eines der Rädchen im gesamten Uhrwerk. Dieses Event wurde durch den Einsatz unserer Schulsozialarbeiterin Frau Fautz und durch die Förderung „Aufholen nach Corona“ der Stadt Offenburg möglich gemacht.Vielen Dank für das Ermöglichen!

Text: Madeleine Zöller Fotos: Sophie Scheller

Studienfahrt Kroatien

Am frühen Sonntagmorgen um 5 Uhr brachen 47 Schülerinnen und Schüler des Grimmelshausen-Gymnasiums aus. Wie die Schüler ungehindert in einer 13-stündigen Busfahrt zur weit entfernten Stadt Poreč in Kroatien gelangen konnten und dabei zwei Grenzkontrollen passierten, ist dem Schulpersonal bislang unklar. Lesen und sehen Sie hier mehr.

Text und Fotos: Js.12 und M. Steen-Tolle

Weimar 2018

Wie jedes Jahr erlebten die Schülerinnen und Schüler des bilingualen Zugs einige arbeitsreiche Tage in Weimar.

TAG 0

Unsere Fahrt nach Weimar startete an einem Sonntag. Genauer gesagt, am Sonntag, den 14. Oktober um halb sieben am Bahnhof in Offenburg, wo wir – der bilinguale Kurs Französisch der Jahrgangsstufe 1 am Grimmelshausen-Gymnasium Offenburg – von „unserem“ Reisebus eingesammelt wurden. Noch etwas verschlafen fuhren wir zunächst nach Kehl, wo wir die mit uns reisenden Schüler des College Saint Etienne in Straßburg abholten. Die darauf folgende Fahrt, unterbrochen von zwei Raststätten-Pausen, dauerte rund fünf Stunden. In Weimar angekommen waren wir allerdings noch nicht, denn der erste wirkliche Programmpunkt unserer Reise war eine Besichtigung der Wartburg, die sich in Eisenach befindet. Oder, besser gesagt, über Eisenach. Einen Teil des Weges auf den Berg legten wir noch busfahrend zurück, die letzten zehn Minuten allerdings mussten wir Treppen steigen. Oben angekommen offenbarte sich uns zunächst ein großartiger Ausblick über das, der Jahreszeit geschuldet teilweise noch im Nebel liegende, Umland Eisenachs. Wir machten eine kurze Mittagspause, genossen den Ausblick, erkundeten einige, öffentlich frei zugängliche, Teile des Geländes, bis dann um kurz nach zwei die Burgführung startete.

Bei der Führung durch das Hauptgebäude, den Palas, bekamen wir unter anderem Einblicke in die bauliche Geschichte der Burg und die wissenschaftlichen Methoden, um diese nachzuvollziehen, die Räumlichkeiten, wichtige Personen, die nicht nur Martin Luther beinhalteten, und auch einige der zahlreichen Legenden, die sich um das Schloss ranken. Zu guter Letzt hatten wir noch die Möglichkeit, die historische Kunstsammlung, die zu diesem Zeitpunkt die laufende Sonderausstellung war, sowie die bekannte Lutherstube – den laut der Infotafeln deutlich sichtbaren, in seiner ursprünglichen Form von Luther höchstpersönlich stammenden, Tintenfleck neben dem Schreibtisch konnten wir allerdings nicht ausmachen.

Unser nächster Programmpunkt – immer noch in Eisenach – war das Bachhaus, also das Haus, in dem Johann Sebastian Bach gelebt hatte. Auch dort bekamen wir eine Führung, diesmal mit Vorführung einiger historischer Klaviere. Daran schloss sich ein Besuch der Sonderausstellung „Frauen und Bachs Musik“ an.

In der letzten Etappe der Busfahrt teilten wir uns in vier Arbeitsgruppen ein, die jeweils ein, in Bezugnahme auf einen Teil der Weimarer Stadtgeschichte stehendes, Thema kreativ behandelten.

Gegen 18:00 Uhr kamen wir in der Jugendherberge an. Wir bezogen unsere Zimmer und gingen Essen. Es gab Würstchen mit Sauerkraut, Kartoffeln und Bohnensalat.

Den restlichen Abend verbrachten wir auf dem „Weimarer Zwiebelfest“.

TAG 1

Unser erster richtiger Tag in Weimar startete programmtechnisch um halb zehn mit einer Einführung der Klassik-Stiftung in das Projekt Weimarpedia, für das wir in den nächsten Tagen mit iPads selbst kreative Filme produzieren würden. Der Teil der Räumlichkeiten, den wir an unserem ersten Tag zu Gesicht bekamen, befand sich – in Fußnähe zu unserer Unterkunft – im Neubau der berühmten Anna Amalia Bibliothek, die, trotz eines verheerenden Brandes im Jahr 2004, über eine Million Teile umfasst. Den zweiten Teil unseres Vormittagsprogrammes bildete eine Stadtführung mit dem Namen „Phoenix aus der Asche“, in der uns ein grober Überblick über die Höhen und Tiefen der –  trotz des beachtlichen kulturellen Erbes – Kleinstadt – bezogen auf das Land Thüringen immerhin die viertgrößte. Den, auf unsere individuell gestaltbare Mittagspause folgenden, Nachmittag verbrachten wir in Kleingruppen mit themenbezogenen Rallyes durch die Stadt. Dabei waren wir selbstständig mit Aufgabenstellungen unterwegs. Die „Schiller-Goethe“-Gruppe zum Beispiel nahm eine Route vorbei an den Wohnhäusern der Dichter wobei wir eine Zeitungsannonce aus Sicht von Schiller auf der Suche nach fester Bleibe in Weimar aufgaben, dem berühmten Denkmal – fälschlicherweise haben dort Schiller und Goethe dieselbe Körpergröße-in der Realität hatten die Freunde einen Größenunterschied von über zehn Zentimetern – und am Ende dem Grabmal von Goethe – und einem symbolischen Schiller, der wieder entfernt wurde. Den Abend verbrachten wir in der Jugendherberge – oder auch in der Stadt.

TAG 2

Der zweite Tag in Weimar begann, nach einem Frühstück in der Jugendherberge, wieder in Gruppen. Die erste, die sich mit Schloss Belvedere und Naturwissenschaften um 1800 beschäftigte, besichtigte außerhalb der Stadtmauern das Schloss und das zugehörige Gelände, die zweite – Goethe und Schiller in Weimar – besuchte das Goethe Nationalmuseum und das daran angrenzende Wohnhaus am Frauenplan, Gruppe 3 – Reformation und Aufklärung – die Herder-Kirche und Gruppe 4 verschiedene Teile der Stadt in einem Rundgang – hier war das Thema Vergangenheitsbewältigung und Nationalsozialismus und die Führung trug den Namen „Ambivalente Geschichte“.

Unabhängig davon, dass es interessant war, noch mehr von der Stadt kennen zu lernen, bekamen wir an diesem Vormittag bereits viel Input für unsere eigenen Projekte – Teile von Gruppe 1 begannen auch schon mit dem Dreh, da Belvedere nur an diesem Morgen auf dem Plan stand.

Die Mittagspause stand uns erneut zur freien Verfügung.

Um 13:00 folgte wieder eine Exkursion mit der gesamten Gruppe. Abgeholt von unserem Reisebus fuhren wir in die nicht weit von der Stadt entfernte Gedenkstätte Buchenwald auf dem Ettersberg. Buchenwald war zwischen 1937 und 1945 eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden. Um halb zwei starteten wir mit einem Einführungsfilm, um danach erneut in Gruppen eine Überblicksführung über den Ort grausamer Verbrechen aufzubrechen. Am Ende besuchten wir die Dauerausstellung über die Geschichte des Konzentrationslagers, unter anderem mit Berichten von und über die Inhaftierten. Eine Teilgruppe ging parallel in die Kistenausstellung.

Am Abend waren wir Bowlen.

TAG 3

Auch unser dritter Tag beginnt vormittags geteilt – allerdings diesmal nur in zwei Gruppen, bei der eine zehn Personen umfassende Teilgruppe die Parkhöhle besichtigte – ein unterirdisches Stollensystem, das von Karl August in die Wege geleitet wurde, der einen Abwasserkanal für seine Bierbrauerei brauchte – und die weitaus größere in Schillers Wohnhaus aufbrach. Dort wurden wir herumgeführt, bekamen die Funktionsweise eines Fächers, die Vorteile von fauligen Äpfeln in Schreibtischschubladen und natürlich auch wichtige Ereignisse im Leben von Friedrich Schiller erklärt, und brachen dann ins Medienstudio des Goethe Nationalmuseums auf. Dort begannen wir dann richtig mit dem Projekt, brainstormten, sammelten Ideen, verwarfen einige der Ideen, überlegten uns eine geeignete Rollenverteilung und Arbeitsteilung und begannen dann – nach einer einstündigen Mittagspause – mit dem Dreh. Wir waren frei in der Stadt unterwegs, konnten iPads und die Computer der Stiftung sowie diverse Kostüme aus dem Fundus frei nutzen.

Nach einem Abendessen in der Jugendherberge gingen wir ins Theater im Gewölbe in ein Stück namens „Faust 1 zu zweit“, eine Neuinterpretation des Klassikers von Goethe, in dem es – grob zusammengefasst – um Goethe und Schiller geht, die gemeinsam das Werk – inklusive aller Rollen – nachspielen.

TAG 4

Am Vormittag des Donnerstages – schon unser letzter richtiger Tag in Weimar – arbeiteten wir am letzten Teil unserer Projekte: der Postproduktion. Wir nahmen noch passende Musik auf oder verwendeten vorhandene.

Auch die erste Hälfte des Nachmittages war voll und ganz der Eigenarbeit der Gruppen gewidmet. Die Klassikstiftungsmitarbeiterinnen standen uns mit Rat und Tat zur Seite, halfen bei der Technik und korrigierten Anachronismen und Rechtschreibfehler. Um drei startete die große Präsentation vor den anderen Gruppen und den mitgereisten Lehrkräften. Auf großer Leinwand sahen wir uns die Kurzfilme an, gaben Feedback und verabschiedeten dann zum Schluss noch die Mitarbeiter der Stiftung.

Den Abend hatten wir wieder ganz für uns – und diesmal blieb sogar so viel Zeit, dass zwischen den deutschen und französischen Schülern eine sehr gute Kommunikation auf Basis guter Integration in die beiden Gruppen entstehen konnte.

TAG 5

Der Abreisetag. Wir brachen schon früh auf, machten auf der Fahrt keine nennenswerten Zwischenstopps – abgesehen von zwei Autobahnraststätten. Um 14:15 waren wir in Kehl am Bahnhof, wo wir den Straßburger Teil der Reisegruppe verabschiedeten, um 14:45 dann auch in Offenburg.

Hier noch die Links zu den Filmen einzelner Gruppen:
Wald ohne Wiederkehr
Instagram-Fanseite Schiller – Goethe
La Résistance – Das Leben des Robert Dupont
Das doch nicht so perfekte Leben der Maria Pawlowna

Vielen Dank an:
-Die Klassik-Stiftung Weimar
-Unsere Lehrer
-Die Integration
-Den Busfahrer

verantwortlich für Text und Fotos: J. Schürer

Schüleraustausch mit Olsztyn oder: Grimmelsschüler erleben das polnische Bauchgefühl

Dass es sich in Polen gut leben lässt, war den elf Schülerinnen und Schülern vom Grimmelshausen-Gymnasium eigentlich vor dem Austausch schon klar. Doch beim diesjährigen Schüleraustausch entstand bei besonders vielen Gelegenheiten ein wohliges Gefühl im Bauch: beim herzlichen Empfang durch die Gastfamilien und die Schule, beim Verzehr der leckeren ermländischen und masurischen Spezialitäten auf familienübergreifenden Grill-Partys, beim gemeinsamen Lagerfeuer oder dem großen Abschlussessen.

Vor allem der Vergleich ermländisch-masurischer und badischer Spezialitäten stellte in diesem Jahr das Projektthema dar und zog sich wie ein roter Faden durch die gemeinsamen Tage. So begann ein Tag damit, dass die polnischen Schülerinnen und Schüler die Gäste vom Grimmels bekochten und endete mit einem üppigen „Gelage“ in einem traditionellen ermländischen Restaurant. Dazwischen erstellten die Schüler ein gemeinsames Kochbuch mit jeweils lokalen Spezialitäten. Die badischen Spezialitäten dürfen dann nach den Pfingstferien beim Gegenbesuch getestet und genossen werden.

Die Ausflüge ließen nicht nur die beeindruckende Weite der ermländisch-masurischen Landschaft erfahren, die in der frühsommerlichen Sonne ihre starke Wirkung entfaltete. Auch geschichtliche Zusammenhänge wurden bei Führungen in Danzig oder an den gewaltigen Festungskathedralen der uns eher fremden Backsteingotik des Deutsch-Herrenordens in Malbork und Frombork an der Frischen Nehrung hergestellt.

Es waren wunderschöne und sonnige Tage mit einem spannenden Programm in unserer Partnerstadt Allenstein/Olsztyn. Sowohl Schüler als auch Begleitlehrer auf beiden Seiten freuen sich immer wieder über den seit Jahren bestehenden Schüleraustausch und den unkomplizierten und herzlichen Umgang miteinander.

Die großartige und großzügige Unterstützung durch die Georg-und-Maria-Dietrich-Stiftung und die Stadt Offenburg komplettiert das wohlige polnische Bauchgefühl dieses jährlichen Austausches.

Text: B. Schindler und L. Rosenkranz

 

Bilder: Teilnehmer Polenfahrt