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ENE MENE MUH…

ist ein spannendes Theaterstück zu den Themen Hexenverfolgung, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung. Am Schicksal eines Mädchens wird gezeigt, wie Menschen im 16. Jahrhundert als Hexen angeklagt und verurteilt wurden. Es geht aber auch um Motive unseres Handelns, Passivität oder Zivilcourage, die Rolle der Frau, den Mut zu selbstbestimmten Entscheidungen und letztlich die Suche nach einem Platz in der Gesellschaft. Fragen und Themen, die gerade in unserer heutigen Zeit unser Leben bestimmen. Gedanken darüber machten sich die Schüler:innen der AG und schrieben eine Rahmenhandlung zum historischen Stück.

Aufführungen am 20.+ 21. Juli 26 im Theater Baden Alsace in Neuried ab 19:00h.

Text & Bilder: Lbg

Sommerkonzert 2026 – Eine musikalische Reise nach Frankreich      

„Je ne parle pas français, aber bitte, sprich weiter… » sangen die Schülerinnen und Schüler des Grimmelshausen Gymnasium beim Hinaufsteigen auf die Bühne des Schillersaals am Donnerstagabend. Das Grimmels-Sommerkonzert stand dieses Jahr unter dem Motto „Frankreich“ und begeisterte mit einer gelungenen Auswahl an französischen Liedern und Kompositionen.  

Schulleiter Wilfrid Arens freute sich über den besonders großen Unterstufenchor auf der Bühne. Das Wahlpflichtfach im künstlerischen Bereich, welches im Zuge der Schulreform mit G9 eingeführt wurde, stärke die Musik und auch die Theaterarbeit an der Schule, so Arens. „Und Musik verbindet, auch über die Grenzen von Sprache. Die Altersstufen wachsen beim gemeinsamen Musizieren zusammen.“

Der Unterstufen-Chor sang mit hellen Stimmen „Le temps de l’amour“ von Francoise Hardy und « Vois sur ton chemin », bekannt aus dem französischen Film „Les Choristes“, fein geführt von Musiklehrerin Hanna Schmal. Dann stieg Damian Schillinger mit seinem Saxofon auf die Bühne und begleitete ein fetziges „Je veux“ von Zaz. Die jüngeren Musiker aus der Unterstufen-Combo und die Älteren aus der BigBand, unter der Leitung von Andreas Rückert, begeisterten mit verschiedenen Grooves französischer Komponisten, darunter auch Georges Bizet. Die Mischung aus Schlagzeug, E-Gitarren, Bläsern und Marimbaphonen sorgte für Stimmung im Saal und bekam viel Applaus. Die fünf Schülerinnen und Schüler, die gerade im Abitur sind, bekamen einen Extra-Applaus.

Das Grimmels-Orchester unter der Leitung von Angela Bruder-May interpretierte zwei Kompositionen aus der Bühnenmusik zu Alphonse Daudets Tragödie „L’Arlésienne“ von Georges Bizet. Auch hier setzte das Marimbaphon, gespielt von Maxim Nenninger, schöne Akzente zum Zusammenspiel von Holzbläsern und Streichern. „Les Misérables“ von Claude-Michel Schönberg rundeten den Orchester-Beitrag ab. Auch hier gab es viel verdienten Applaus. Den Lehrerinnen und Lehrern der Musikfachschaft gelingt es die verschiedenen Ensembles zu einem gelungenen Zusammenspiel und -Singen zu bringen und dabei immer auch einzelne Stimmen oder Instrumente mit Soli hervorzuheben. Man sieht den Schülerinnen und Schülern die Freude an der Musik an. Mit seiner klaren gefühlvollen Tenorstimme sang Jonathan Busam zum Ende des Konzerts „Comme d’habitude“ von Claude Francois und Gilles Thibaut, fein unterlegt von Sopran-Solo Anouk Guénégo. „La Mer“ von Charles Trenet machte Lust auf Sommer und Urlaub am Meer, insbesondere bei den derzeitigen hochsommerlichen Temperaturen.

Hinter der Sommerkonzert-Aufführung steckt viel intensive Probenarbeit, auch bei der jährlichen Fahrt zur Musikakademie in Ochsenhausen. Die Elternschaft bedankte sich bei den Lehrkräften mit einem Blumenstrauß. Christian Haist, stellvertretender Schulleiter, ist gespannt, welches Land wohl nach Italien und Frankreich nächstes Jahr auf dem Programm steht.

Text: C. Bruhier Fotos: Rsn & Bruhier

Gemeinsam Europa entdecken: Austausch mit unserer Partnerschule aus Olsztyn

In der vergangenen Woche durften wir unsere polnischen Austauschpartnerinnen und Austauschpartner aus Olsztyn in Offenburg begrüßen. Der diesjährige Austausch stand unter dem spannenden Thema „Backsteingotik in Ermland-Masuren und Gotik in Süddeutschland und Frankreich“. Gemeinsam gingen die deutschen und polnischen Schülerinnen und Schüler auf Spurensuche nach den architektonischen Gemeinsamkeiten und Unterschieden dieser bedeutenden europäischen Kulturregionen.

Nach der Ankunft am Sonntag verbrachten die Gäste ihren ersten Abend in den Gastfamilien. In den folgenden Tagen erwartete die Gruppe ein abwechslungsreiches Programm: Im Schwarzwald besuchten die Schülerinnen und Schüler die Vogtsbauernhöfe und erhielten Einblicke in traditionelles Handwerk und die regionale Geschichte. Ein weiterer Höhepunkt war der Ausflug nach Straßburg mit Stadtführung, Münsterbesichtigung und einer Bootsfahrt durch die elsässische Metropole bis zum Europaparlament. Besonders passend zum Jahresthema war der Tag in Freiburg, bei dem das Freiburger Münster und die gotische Architektur der Altstadt im Mittelpunkt standen. Abgerundet wurde die Woche durch einen gemeinsamen Erlebnistag im Europa-Park.

Neben den fachlichen Inhalten stand vor allem die Begegnung zwischen den Jugendlichen im Vordergrund. Die deutsche und die polnische Gruppe harmonierten in diesem Jahr außergewöhnlich gut. Schnell entstanden neue Freundschaften, und die gemeinsame Zeit war geprägt von Offenheit, gegenseitigem Interesse und vielen schönen gemeinsamen Erlebnissen.

Ein herzliches Dankeschön gilt der Stadt Offenburg sowie der Georg-und-Maria-Dietrich-Stiftung, deren finanzielle Unterstützung diesen Austausch ermöglicht und wesentlich zum Gelingen beigetragen hat. Ebenso möchten wir den Gastfamilien danken, die unsere Gäste nicht nur herzlich aufgenommen, sondern mit viel Engagement für eine abwechslungsreiche Abendgestaltung gesorgt haben. Besonders der gemeinsame Grillabend und der Pizza-Abend in den Familien werden allen Beteiligten in bester Erinnerung bleiben.

Der Austausch hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll persönliche Begegnungen für das Verständnis anderer Kulturen und die europäische Zusammenarbeit sind. Wir freuen uns bereits auf die Fortsetzung unserer langjährigen Partnerschaft mit unserer Schule in Olsztyn.

Text & Bilder: Pth, Rbr, Rsn

Schüleraustausch mit Lons-le-Saunier 2026

Vom 19.-28. April 2026 fand der diesjährige Besuch in unserer Partnerstadt Lons-le-Saunier im französischen Jura statt. Gemeinsam mit Schülern der anderen Offenburger Gymnasien und 2 begleitenden Lehrerinnen starteten 19 Grimmels-Schülerinnen und Schüler am Sonntag, den 19. April um 12 Uhr mittags in einem Doppeldecker-Bus in Richtung Südwesten. Nach ca. 4,5 Stunden Fahrtzeit wurden alle von den Gastfamilien am „Stade municipal“ in Lons-le-Saunier erwartet und herzlich in Empfang genommen. Für die 10 Tage gab es ein abwechslungsreiches Programm:

Die Schüler*innen verbrachten insgesamt drei ganze und zwei halbe Schultage mit ihren französischen Austauschpartnern in deren Schulen und konnte so das französische Schulsystem mit seinen Besonderheiten kennenlernen. Zudem gab es drei größere Aktivitäten: ein Tischtennis-Turnier am Dienstagnachmittag, bei dem alle nach einem ausgeklügelten Konzept in Gruppen gegeneinander antraten was viel Spaß machte!

Am Mittwoch stand ein Ganztagesausflug nach Besançon auf dem Programm, einer sehr schönen und interessanten Stadt, die in einer Schlaufe des Flusses Doubs liegt und eine Festungsanlage (Zitadelle) des berühmten Festungs-Baumeisters von Frankreichs Sonnenkönig Louis XIV Sébastien Vauban besitzt. Diese Zitadelle und die dazugehörigen Stadtmauern gehören seit 2008 zusammen mit 11 weiteren Festungsanlagen Vaubans an den Außengrenzen Frankreichs in die Liste des UNESCO-Welterbes!

Die Zitadelle hoch über der Stadt wurde bei strahlendem Wetter über viele Treppen erklommen und besichtigt. Innerhalb der Festung gibt es einen Zoo mit zahlreichen interessanten Tieren und eine gigantische Aussicht. Im Anschluss gab es noch freie Zeit in der Innenstadt von Besançon. Am Freitag wurde der Besuch einer Grotte bei Baume-les-Messieurs angeboten. Das Wochenende verbrachten die Schüler*innen in den Gastfamilien, wo sie viel Gelegenheit hatten Französisch zu sprechen, und das Leben in einer Familie im Nachbarland miterleben durften. Viele Familien machten ein interessantes Programm und zeigten den deutschen Gästen ihre schöne Gegend.

Nachdem viele Freundschaften geschlossen oder aufgefrischt wurden, hieß es am Dienstagmorgen schon wieder Abschied nehmen. Nun freuen wir uns auf den Gegenbesuch der französischen Austauschschüler im Juli hier bei uns am Grimmels!

Text und Bilder: Brd

Schüleraustausch Polen – eine unvergessliche Erfahrung

Im Rahmen unseres Schüleraustauschs durften wir eine spannende und abwechslungsreiche Zeit in Polen erleben. Nach einer etwas anstrengenden Zugfahrt mit mehrmaligem Umsteigen wurden wir sehr herzlich von unseren Gastfamilien empfangen. Am Abend verbrachten wir bereits viel Zeit miteinander und konnten die große Gastfreundschaft sowie das leckere polnische Essen kennenlernen.

Schon am ersten Tag wurde deutlich, wie schnell wir uns mit den polnischen Austauschschülern verstanden haben. Alle waren sehr offen und sympathisch, sodass wir uns sofort wohlgefühlt haben. Das Thema des diesjährigen Austausches war die Backsteingothik, zu der es in der Region Ermland-Masuren viele berühmte Beispiele gibt. Neben kulturellen Programmpunkten wie Kirchen- und Museumsbesuchen blieb auch viel Zeit für gemeinsame Aktivitäten. In unserer Freizeit gingen wir zusammen shoppen, tauschten uns über unsere Kulturen aus, knüpften neue Kontakte und lachten viel – vor allem über unsere Insider-Witze.

Der erste Ausflugstag nach Lidzbark Warminski und Reszel hatte uns bereits einen Eindruck von der Landschaft und Architektur gegeben. Nach einer Besichtigung der größten Backsteinburg der Welt, der Marienburg, fuhren wir am dritten Tag unseres Aufenthaltes weiter nach Danzig. Hier war der Besuch des Museums des zweiten Weltkrieges ein Highlight unserer Polenreise. Auch der Stadtbummel und die Zeit am Meer machten diesen Tag unvergesslich. Insgesamt war der Austausch für uns alle eine sehr bereichernde Erfahrung. Wir haben nicht nur viel über ein anderes Land und seine Kultur gelernt, sondern auch neue Freundschaften geschlossen, die hoffentlich noch lange bestehen bleiben.

Ein besonderer Dank gilt Frau Reber, Herrn Rosenkranz und den polnischen Lehrkräften für die tolle Organisation und der Georg-und-Maria-Dietrich-Stiftung und der Stadt Offenburg für die finanzielle Unterstützung des Austausches, den Gastfamilien und allen Beteiligten, die diese Reise möglich gemacht haben! Wir freuen uns schon sehr auf das Wiedersehen mit unseren polnischen PartnerInnen im Juni in Offenburg.

 

Text: Tabea Ehret & Coralin Thimel Bilder: Rsn

Italienaustausch 2026

Rapallo, eine kleine Stadt an der ligurischen Küste, hat uns sofort in ihren Bann gezogen hat, als wir am Sonntagnachmittag dort ankamen. Nach der langen, aber sehr gemütlichen Fahrt durften wir den Abend in unseren Gastfamilien verbringen und diese in Ruhe kennenlernen. Am nächsten Morgen besuchten wir die Olivenmühle „Sestres“, wo wir viel über die traditionelle Herstellung von Olivenöl lernten und sogar selbst Öle probieren durften. Als Snack für zwischendurch gab es Foccacia, ein typisch ligurisches Fladenbrot mit ganz viel Olivenöl. Den Nachmittag verbrachten wir an der Bucht der Stille und genossen dort die Sonne.

Am Dienstag war das Wetter nicht ganz so gut, was uns aber nicht so schlimm war, da wir am Morgen das Aquarium von Genua besuchten. Anschließend bekamen wir eine Führung durch die Hafenstadt von Genua, bei der uns eine nette Dame die historische Altstadt näherbrachte.

Der Mittwoch begann mit einer Zugfahrt nach Santa Margherita. Von dort aus unternahmen wir einen Spaziergang nach Portofino zum Leuchtturm. Wir genossen dort die atemberaubende Aussicht. Den Nachmittag verbrachten wir in der wunderschönen historischen Hafenstadt Camogli und wurden dort mit dem Boot abgeholt.

Am nächsten morgen durften wir an ein paar Unterrichtsstunden unserer AustauschpartnerInnen teilhaben und gegen Vormittag wurden wir sehr herzlich von der Schulleitung willkommen geheißen. Anschließend aßen wir zusammen und unternahmen mit unseren AustauschpartnerInnen eine Stadtrallye in Rapallo. Das gemeinsame Abendessen mit allen am Austausch beteiligten war ein wunderschöner Abschluss dieser aufregenden Reise. Am Freitag wurden wir schon früh von unserem Reisebus mit Busfahrer Stefano abgeholt und sicher wieder nach Hause gebracht. Unser besonderer Dank gilt Herrn Mattarucco und Frau Schmidt für die tolle Organisation und Begleitung des Austausches.

In einem sind wir uns einig: Dieser Austausch war ein wunderbares Abenteuer, bei dem wir unsere Italienischkenntnisse weiter ausbauen konnten, Freundschaften geknüpft haben und welches wir so schnell nicht vergessen werden!

Text: Sarah Junker Bilder: Mtt

Umwelt-AG lernt Rebschnitt im Schulgarten

Am 10. März 2026 bekam die Umwelt-AG des Grimmelshausen-Gymnasiums besonderen Besuch: Konrad May aus Zell-Weierbach, nahm sich Zeit, um den Schülerinnen und Schülern den fachgerechten Rebschnitt und die Pflege von Weinreben im Schulgarten zu zeigen. Er stammt aus einer Winzerfamilie und ist bis heute als Winzer mit dem Weinbau verbunden. Seit vielen Jahren unterstützt er auch das Grimmelshausen-Gymnasium bei der Pflege der Reben im Schulgarten. Diese wurden vor etwa 20 Jahren von Ruth Schmidt gepflanzt und werden seitdem regelmäßig von ihm betreut.

Zu Beginn der Veranstaltung gab Konrad May der Gruppe eine Einführung in Herkunft und Eigenschaften der Weinreben. Die Schülerinnen und Schüler hörten aufmerksam zu und erfuhren, wie sich aus den Augen (Knospen) der Rebe im Frühjahr neue Triebe entwickeln, an denen später die Blätter, Blütenstände und schließlich die Traubenwachsen. Anschließend zeigte er ganz praktisch, wie Reben richtig geschnitten werden. Dabei erklärte er, dass beim Winterschnitt gezielt einige Fruchtruten stehen bleiben, während andere Triebe entfernt werden. Entscheidend ist dabei die Anzahl der Augen, die an der Rute verbleiben, denn aus ihnen wachsen im nächsten Jahr die neuen Triebe mit den Trauben. Die Schülerinnen und Schüler konnten beobachten, wie alte oder ungünstig stehende Triebe zurückgeschnitten werden, damit die Rebe ihre Kraft auf wenige, gut positionierte Triebe konzentriert.

Besonders faszinierend fanden die Kinder, dass man Reben mit Naturmaterialien wie Weidenzweigen am Drahtrahmen anbinden kann. Diese traditionellen Bindematerialien sind flexibel, stabil und vollständig biologisch abbaubar. Ein weiterer spannender Teil war die Erklärung der Veredelung. Konrad May zeigte, wie eine Edelrebe auf eine widerstandsfähige Unterlagsrebe aufgepfropft wird. Diese Technik wird im Weinbau genutzt, um robuste Reben zu erhalten, die gleichzeitig hochwertige Trauben liefern.

Neben den praktischen Arbeiten berichtete der Winzer auch aus seinem Arbeitsalltag im Weinberg. Dabei erklärte er, wie wichtig der umweltbewusster Weinbau ohne Gifteinsatz in der Region ist und stellte ökologisch verträgliche Methoden für den Pflanzenschutz vor.  Gerade in der Ortenau, einer traditionsreichen Weinbauregion, trägt die Arbeit der Winzer wesentlich dazu bei, eine alte Kulturlandschaft zu erhalten. Zum Abschluss bedankten sich die Mitglieder der Umwelt-AG herzlich bei Konrad May – natürlich mit einer kleinen süßen Aufmerksamkeit.

Mit viel Motivation freuen sich die Schülerinnen und Schüler nun auf die kommenden Wochen im Schulgarten. Dort soll eine neue Naschecke entstehen: Neben einer neuen Rebe sollen auch Himbeeren und Gurken gepflanzt werden – zur Freude aller, die gerne direkt aus dem Garten naschen.

Text & Bilder: Rsn

Weihnachtskonzert des Grimmelshausen-Gymnasiums Offenburg, 16. Dezember 2025

Drei große Gemälde mit großen Kreuzen hinter dem Altar, wie bunte Fahnen großer Länder, deren Farben ineinandergelaufen sind, sehe ich, als ich die evangelische Stadtkirche betrete. Neben dem aufgeschlagenen Evangeliar auf dem Altar (das Vaterunser nach Matthäus) weist nur ein Christstern auf das baldige Weihnachtsfest, davor herumlaufende Kinder auf das baldige Weihnachtskonzert unserer Schule.

Ich setze mich seitlich in eine Bank und mache mir für den gewünschten Beitrag Notizen. Das Stimmen der Instrumente wird noch von den Stimmen der jüngeren Schüler übertönt, die in Grimmelsshirts erschienen sind, uns Älteren wurde ein „So-schwarz-wie-möglich“ verordnet. Ein paar Eltern sitzen bereits in den Bänken und warten geduldig auf den Beginn in einer guten Stunde. Der Unterstufenchor läuft zur Probe in den Altarraum und wieder zurück auf die Plätze. Eltern winken ihren Schützlingen zu und sie ihnen. Erst jetzt nehme ich einen illuminierten Weihnachtsstern wahr, der meterhoch über dem Altar leuchtet. Eine Querflötenmelodie schallt aus der Sakristei. Dann proben Orchester und der Gesamtchor. Die Musik dämpft die Nebengeräusche. Ein kurzes Lob zwischendurch, und der Choral erklingt noch einmal so inbrünstig. Auch Lehrerchor, da bin ich dabei, und Oberstufenkurse singen sich ein. Eine Schülerin braucht noch Noten, die Kleinsten sind mittlerweile wieder die Lautesten.

Viertel nach Sechs: Die vorderen Bänke sind längst belegt, ein Schlagzeug ertönt. Ein Junge hinter mir telefoniert, später wird er ermahnt – frühe Eltern in den Bänken tippen noch letzte Nachrichten in ihre mobilen Geräte, bevor sie während des Konzertes von der Außenwelt abgeschnitten sein werden. Immer rascher füllt jetzt sich das Kirchenschiff, Groß und Klein läuft hin und her, Kinder drängen in die Gänge, um ihre Eltern zu begrüßen, selten so freudig wie heute Abend, hier ein Küsschen für Oma, dort eine Umarmung für Opa. Manch bekanntes Gesicht taucht auf, Eltern, auch ehemalige Schüler, Angehörige der Angehörigen. Die Grimmelsfamilie ist weit, doch man ist sich bekannt. Die Musiklehrer schlendern entspannt durch die Gänge im Wissen, dass alles gut werden wird. Der Geräuschpegel ist nun so, dass die Kinder die Namen ihrer Mitschüler schreien müssen, um Gehör zu finden. Ein Vater telefoniert. Eine Mutter winkt. Sogar die Empore ist belegt, wie ich bemerke. Anderen dient das Telefon bereits als Fotoapparat. Die Gänge leeren sich, das Licht erlischt. Beginnt es nun? Wieder wird es hell, jetzt aber nur noch am Altar. Man klatscht.

Unsere vier Musiklehrer beginnen mit einer Arie von Telemann: Hanna Schmal singt mit sehr zartem Ausdruck, im Mittelteil lässt sie die Schmerzen mit einer chromatischen Tonleiter fühlbar werden. Ihren Sopran umspielt fragend und antwortend die Violine von Angela Bruder-May, genau im Takt bilden Andreas Rückert mit seinem Fagott und Erwin Meyer am Klavier das Bassfundament. Auf das Ende, wie ein Hauch, folgt laute Anerkennung der längst ruhig gewordenen Anwesenden.

Herr Arens grüßt die Schulgemeinschaft. Er dankt der evangelischen Kirchengemeinde, den Musiklehrern. Er zitiert Claudius, wünscht in seiner Ansprache, dass wie das Licht von Weihnachten unser Grimmelshausengymnasium als Europaschule in die Welt strahle, nur Toleranz und Menschlichkeit ermöglichten ein friedliches Zusammenleben; dafür stehe auch unsere Schülerschaft, die insgesamt fünfzehn verschiedene Staatsbürgerschaften aufweise, ein Viertel habe Migrationshintergrund.

Die Unterstufen-Combo von Andreas Rückert ist der nächste Programmpunkt: Nach kurzem, vorsichtigem Abtasten kommt die Gruppe in Schwung und präsentiert drei Weihnachtslieder. Die marschartig arrangierte Melodie von „Kling Glöckchen“ wird durch zauberhafte Glitzerklänge durchbrochen; „Rock My Soul“ zeigt dann, was so eine Band eben ausmacht. Begeisterte Hände spenden Applaus. Geübte Hände bauen für den nächsten Block um.

Auch das Unterstufenorchester fühlt sich bei seinen vier Liedern immer wohler und wächst mehr und mehr zusammen, je länger sie spielen. Angela Bruder-May hat alles im Griff. Die Bläser mit einem Cello erhalten für ihren bravourösen Beitrag gebührenden Beifall.

Als ob sie es geübt hätten, marschiert der Unterstufenchor unter Hanna Schmal auf, derweil präludiert Erwin Meyer dezent auf dem Klavier. Kaum sind sie da, schon geht es los: Französische und englischsprachige Weihnachtslieder stehen auf dem Programm. Alle sind konzentriert bei der Sache. Solistengruppen von Mädchen wie Jungs wechseln mit dem Chor ab. Beim letzten Lied setzt sich die Chorleiterin zur Seite, der Sechstklässler Raphael Fien zeigt, nur vom Klavier begleitet, sein Können in einem Solo, darauf singt der Chor zunächst im pianissimo, dann zuversichtlicher den Schnee herbei. Große Begeisterung.

Die Musikbasisfächer der Oberstufe lassen mit weihnachtlichem Schwung Mary’s Boychild hochleben. Die Instrumentalisten bleiben vorne für die Bigband, die am Marimbaphon von einem Achtklässler ergänzt wird. Das erste Stück nach einer Nummer aus Tschaikowskys Nussknacker ist mit viel Blech über jeden Kitschverdacht erhaben, Maxim Nenninger brilliert dabei mit einem Soloeinsatz am genannten Instrument. Das letzte Stück „Joshua“ beeindruckt mich mit seiner markant absteigenden Tonfolge am Beginn. Der folgende Jubel zeigt, dass ich wohl nicht der einzige bin.

Der Lehrerchor. Herr Engert gibt mir geduldig den Ton, doch erst, als wir das Lied begonnen haben, erwische ich ihn richtig: Ein A-Capella-Kirchenlied aus dem Amerika des 19. Jahrhunderts, dann ein vierstimmiger Choral aus dem Wittenberg des 16. Jahrhunderts. Das Klatschen belohnt uns heute so für das, was wir amateurhaft können, wie uns keines je für das belohnt, was wir professionell können.

Ein besonderer Höhepunkt bei den alljährlichen Weihnachtskonzerten unserer Schule stellt für mich das Orchester dar. Im vergangenen Jahr kam ein Satz einer Beethovensymphonie zum Erklingen, diesmal drei bekannte Werke Bachs. Die reiche Streicherschaft mit bunten Holzbläsern gibt unter Leitung von Angela Bruder-May die pastorale Eingangssinfonia aus der zweiten Weihnachtsoratoriumskantate. Gebannt schauen die Fünftklässler in den Bänken auf ihre älteren Mitschüler an den Instrumenten. Die Jüngste, Leni Raus aus Klasse 6, beherrscht eindrucksvoll ihr Cello; mit sicherer Hand meistert sie alle Lagenwechsel. Dann Menuett und Badinerie aus der zweiten Orchestersuite. Applaus und große Anerkennung.

Beim gemeinsamen Lied aller Teilnehmer und Besucher sehe und höre ich viel von der Weihnachtsbotschaft. Eltern neben ihren Kindern schauen sich beim Glo-o-o-o-o-o-oria-Singen selig an, manch mundfauler Schüler bewegt die Lippen und jubelt mit. Die Botschaft kommt an.

Der große Chor von Erwin Meyer füllt die Gesamtzahl der Mitwirkenden an diesem Konzert auf einhundertsechzig an, fast ein Drittel der gesamten Schule nimmt teil. Die Lieder in verschiedenen Sprachen werden durch Zwischenspiele des Klaviers verbunden, solistische Gruppen wechseln mit dem Gesamtchor ab, Englisch mit Deutsch, Französisch mit Russisch. Mal marschiert eine Melodie von Händel durch den Stall von Bethlehem, mal geht (dieses Jahr die Solopartien ergreifend von Jonathan Busam, Fynn Stumm und Paula Raus gesungen) Maria durch einen Dornwald. Die offenbar harten persönlichen Erfahrungen des Dichters von „Weihnachten mal anders, ohne Hass und Streit“ kontrastieren mit „Weihnachten ist wunderbar“. Muttersprachler berühren uns und offensichtlich auch sich mit russischen und französischen Weihnachtsliedern, mit gesungenen Weihnachtsgrüßen in vielerlei Sprachen unserer bunten Welt (fast wie weiland der Papst). Ein solistisches Quartett, zu den eben genannten tritt Mattia Catini, röstet im letzten Lied Kastanien im Feuer, der Chor setzt ein. Großer Beifall.

Das Schlussstück: Orchester und alle Chöre versammeln sich vorne. Hanna Schmal leitet das große Ensemble, Angela Bruder-May verstärkt mit ihrer Violine, Andreas Rückert mit seinem Fagott das Orchester, Erwin Meyer mit seiner Stimme den Chor. Aus einer Bachkantate: Das Orchester mit lieblich-pastoralen Triolen umrahmt den schlichten Choralsatz der Sänger – oder umrahmt der Choralsatz das Orchester? Ich stehe in der letzten Reihe und versuche, die Basslinie zu treffen. Herr Engert vor mir leitet mich auf den rechten Weg. Die letzte Zeile gesungen, lausche ich den ausklingenden Triolen der Instrumente, bis sie von Hanna Schmal sanft gebremst enden.

Dankbar nehmen wir Akteure die Freude auf, die wir mit unseren weihnachtlichen Liedern geschenkt haben. Dankbar sind wir alle, dass wir heute Abend hier teilgenommen haben. Dankbar schenkt Herr Alender vom Elternbeirat unseren vier Musiklehrern Blumengestecke groß wie kleine Weihnachtsbäume – das Fest kann kommen.

Text: Daniel Adler Fotos: Rsn

Erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler am Grimmels!

Sowohl die U14-Handballer, als auch die U18 Volleyballerinnen haben beim Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ starke Leistungen gezeigt und sich sich gegen ihre Konkurrenz durchgesetzt.  Die SpielerInnen der Grimmels-Teams  sind damit im Bundeswettbewerb der Schulen eine Runde weiter. Wir gratulieren und sind stolz auf die Leistung unserer SpielerInnen!

Text & Bilder: Plr & Rnc 

Anmeldung für den Lons-Austausch 2026

Seit über 65 Jahren veranstalten die Offenburger Schulen in Zusammenarbeit mit der Offenburger Städtepartnerschaftsvereinigung „Die Brücke e.V.“ den Schüleraustausch mit unserer Partnerstadt Lons-le-Saunier. In diesem Jahr könnt Ihr vom…

19. – 28. April 2026 in Frankreich & 05. – 15. Juli 2026 in Deutschland

  • Nette Leute kennenlernen !
  • Die Partnerstadt entdecken !
  • Eine französische Schule von innen sehen !
  • Tolle Ausflüge machen !
  • Französisch anwenden !
  • Eine schöne Gegend entdecken !

– Anmeldeschluss Freitag, 05.12.2025 –

Hier findet Ihr die Dokumente zur Anmeldung:

2026_Schüleraustausch_Infobrief_Anmeldung

2026_Anmeldung Schüleraustausch_Sepa_beschreibbareVersion

2026_Schüleraustausch_Datenschutzhinweis

Der persönliche Anmeldebogen muss in 3-facher Ausfertigung abgegeben werden, Datenschutz und Sepa-Einzugsermächtigung nur einmal! Bei allen Fragen rund um den deutsch-französischen Schüleraustausch zwischen Offenburg und Lons-le-Saunier hilft Euch gerne Frau Bruder-May. Hier findet Ihr den Flyer.