Skip to main content

Achtsamkeit: Am Grimmels wird jetzt auch meditiert

                                                                                  

„Letzte Woche kam eine Mutter zu mir und schwärmte, ihr Sohn sei total beseelt aus der Meditations-AG nach Hause gekommen.“ Die Kunst- und Deutschlehrerin Nancy Liebig ist eine von zehn Absolventinnen der Achtsamkeitsqualifizierung, die im April am Grimmelshausen Gymnasium abgeschlossen wurde. Über drei Monate hinweg hatten sich die KollegInnen einmal wöchentlich getroffen, um gemeinsam Achtsamkeit einzuüben und das Erlernte dann nach eigenem Ermessen an die Schüler weiterzugeben. Katharina Lehmann-Nink, Achtsamkeitstrainerin aus Zell am Harmersbach, hatte sie dabei angeleitet: „Als Vorsitzende des Elternbeirats an der Schule vertrete ich eigentlich die Eltern. Deshalb war es für mich ein immenser Vertrauensbeweis, dass die LehrerInnen den Kurs mit mir gemacht haben. Schon als ich den Vorsitz 2019 übernommen hatte, war es mein Herzensanliegen, Achtsamkeit in der Schule einzuführen. Aber dann kam Corona. An etwas Neues war da erstmal nicht mehr zu denken.“

Seitdem haben Schulschließung, Fernunterricht, Quarantäne und Hygienemaßnahmen Spuren hinterlassen – sowohl bei Kindern als auch bei Lehrern und Eltern. „Wir hatten auch in den letzten Monaten noch viele Krankheitsfälle zu bewältigen, meistens wegen Corona,“ sagt Schulleiterin Susanne Self-Prédhumeau.

Doch wie alles zwei Seiten hat, so haben auch zweieinhalb Jahre Coronakrise etwas Gutes hervorgebracht: Im vergangenen Jahr nämlich hat der gemeinnützige Verein AKiJu e.V. (AKiJu steht für Achtsamkeit für Kinder und Jugendliche) in Zusammenarbeit mit dem MBSR-MBCT-Verband, dem Zusammenschluss von über tausend Achtsamkeitslehrenden in Deutschland, ein Curriculum für pädagogische Fachkräfte entwickelt. Gefördert wurde die Initiative durch das Programm „Auf!leben – Zukunft ist jetzt.“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Seitdem konnten bundesweit an rund 50 Bildungseinrichtungen 500 Erzieherinnen, Lehrkräfte und SchulsozialarbeiterInnen in Achtsamkeitskursen Meditation, Atem- und Körperübungen einstudieren, um sie in Eigenregie im Unterricht anzuwenden. So auch am Offenburger Grimmels.

Achtsamkeitsübung am Grimmelshausen-Gymnasium

„Der Begriff Achtsamkeit wird oft gleichbedeutend mit Aufmerksamkeit gebraucht,“ erzählt Lehmann-Nink, „das stimmt aber nicht. Achtsamkeit bedeutet Präsentsein im gegenwärtigen Moment, mit allen Sinnen und ohne zu werten. Das lässt sich nur trainieren, indem man meditiert, also den Atem beobachtet und wahrnimmt, was geschieht – sowohl in Kopf und Körper als auch in der äußeren Umgebung.“

Mit einmal Üben ist es aber nicht getan. Achtsamkeit verlangt regelmäßige Praxis, wie zahlreiche Studien ergeben haben. Auch die Hirnforschung hat die positiven Effekte der Achtsamkeit belegt: Stress, schwierige Gefühle, Leistungsdruck und Konflikte werden leichter bewältigt. Achtsamkeitspraktizierende können sich besser konzentrieren und erkennen früh genug ihre Belastungsgrenzen, womit sie vor Burnout und Depression geschützt sind. Deshalb hält die Trainerin Lehmann-Nink Achtsamkeit an Schulen als besonders angebracht: „Eine meditierende Gemeinschaft kultiviert vor allem Mitgefühl, Altruismus und Freundlichkeit.“

Die ersten Erfahrungen der LehrerInnen mit ihren Schulklassen bestätigen das. Angela Bruder-May setzt Körperübungen im Unterricht ein: „Meine Fünft- und SiebtklässlerInnen lernen dabei, in sich hinein zu spüren und ihre Selbstwahrnehmung zu artikulieren.“ Am meisten begeisterte sie die „warme Dusche“. Bei der Übung wird jedem Schüler ein Zettel auf dem Rücken befestigt, worauf die Kameraden reihum positive Eigenschaften notieren. „Die haben gar nicht mehr aufgehört zu schreiben!“, schwärmt Bruder-May. „Die hatten so viel Wertschätzung füreinander! Und dann hab‘ ich selbst auch noch einen Zettel auf den Rücken bekommen…“ Auch Katja Reinacher-Rießland, Beratungslehrerin am Grimmels, bringt Impulse der Achtsamkeit in ihren Unterricht ein: „Es sind kleine Impulse mit beachtlicher Wirkung auf das Wohlbefinden der Schülerinnen.“ Und Nicola Pooth-Risoud erinnert sich gerne ans Innehalten: „Ich gehe zwar nicht anders mit dem Leben um, aber das hat mich geerdet. Mit meinen Schülern hab‘ ich schon zweimal meditiert. Jetzt fragen die mich schon, ob wir das im Deutschunterricht machen könnten.“ Nancy Liebig hat Ähnliches erlebt. Deshalb hat sie mit einigen Achtklässlern eine Meditations-AG ins Leben gerufen. Und die ersten GrimmelsschülerInnen fordern bereits Meditation als Schulfach.

Text: Monique Löschmann Foto: Lbg

Trotz Corona oder Corona zum Trotz: Die neuen STUPS-Trainer:innen sind ausgebildet!

Nach einer pandemiebedingten Zwangspause im letzten Schuljahr konnten unsere Pat:innen der Klassen 5 endlich wieder an der Ausbildung zu STUPS-Trainer:innen teilnehmen.

Dazu versammelten wir uns am 03.02.2022 für einen ganzen Schultag im Theaterraum. In diesem Jahr unterstützten uns Silke Furthmann und Ada Düwel, beides Präventionsbeauftragte des ZSL (Regionalstelle Freiburg).

Während der intensiven und sehr abwechslungsreichen und fröhlichen Fortbildung haben die zukünftigen Trainer:innen das STUPS-Programm kennengelernt, selbst “erlebt” und Teile davon bereits angeleitet. Damit haben alle die Fähigkeit und Berechtigung erworben, im Team das SELBSTBEHAUPTUNGS-TRAINING mit Schüler:innen der 5. Klassen durchzuführen.

STUPS ist ein ganzheitlich orientiertes Konzept auf entwicklungspsychologischer Grundlage und ein Training zur Förderung der Lebenskompetenz. Gerade nach den harten Phasen der Schulschließungen und den damit verbundenen fehlenden Möglichkeiten Freund:innen in der Schule zu treffen, ist es besonders wichtig, dass sich Kinder und Jugendliche in ihrem Lebensraum Schule ausprobieren und wohlfühlen können.

STUPS ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des Sozialcurriculums für die Klassen 5 am Grimmelshausen-Gymnasium. Auch in diesem Jahr wird STUPS von älteren für jüngere Schüler:innen während der Klassenstunden durchgeführt.

In 7-8 Einzelstunden erfahren die jungen Schüler:innen etwas über sich selbst und lernen auf spielerische Art und Weise u. a. Techniken zum Stress- und Angstabbau kennen. Auch das Verhalten in kritischen Situationen sowie das Sich-abgrenzen und Durchsetzen sind Inhalte dieses Trainings. Jede Trainingsstunde beinhaltet je nach Schwerpunkt:

  • Aufwärmspiele, Körper-/ Atemübungen, Übungen zu allgemeinen Verhaltensregeln
  • Rollenspiele und Körperspracheübungen, Gespräche und Stimmübungen, Fantasiereisen
  • Spiele und Übungen zu den Themen Gefühle, Gemeinschaft und Freundschaft

Wir wünschen allen Trainer:innen und Schüler:innen der Klassen 5 viel Spaß, Erfolg und vor allem schöne Erlebnisse in den STUPS-Stunden!

Den Trainer:innen sprechen wir bereits jetzt im Namen unserer Schulgemeinschaft unseren Dank für ihren besonderen und wertvollen Einsatz aus.

Das Ausbildungs-Team des Jahres 2022

Katja Reinacher-Rießland, Silke Furthmann und Ada Düwel

Text & Bilder: Rnc

Klasse 8a stellt sich dem Live-Escape-Game

Es ist früh am Morgen des 21. Dezembers 2021. Nach und nach treffen immer mehr Schüler der Klasse 8a des Grimmelshausen Gymnasiums an der Bushaltestelle ein. Das Ziel: Ortenberg. Dort nimmt die ganze Klasse an einem Live-Escape-Game teil.

Nach einem kurzen Fußmarsch sind wir in den Weinbergen. Das Besondere ist, dass sich die ganze Klasse für die Outdoor-Variante entschieden hat. Nach 10 Minuten treffen die beiden Veranstalter ein und erklären uns den groben Ablauf. Wir bekommen erklärt, wie ein Funkgerät funktioniert und wie ein GPS-Gerät zu bedienen ist. Es werden Gruppen gebildet, die die Klasse selbst zusammenstellen darf. Der Countdown läuft, denn in 2 ½ Stunden muss die Aufgabe gelöst sein.

Die entführte Gruppe jedoch wird in ein Auto gesetzt und bekommt die Augen verbunden. Nach circa 3-5 Minuten Fahrtzeit steigen sie aus und werden in ein Gebäude geführt. Nun dürfen sie ihre Augenbinde abnehmen. Die Gruppe befindet sich in einem langen Flur. Dieser ist vollgestellt mit Bildern und außerdem führt eine Tür zu einem Büro. Einem Gruppenmitglied werden Hände und Füße gefesselt, um das Ganze zu erschweren. Um freizukommen, muss die Gruppe mehrere Tresore knacken, Computer über mehrere Kabel verbinden, Schlösser mit Hilfe eines Dietrich-Sets knacken und Kennwörter herausfinden. Beim Schlösser knacken hilft unsere Lehrerin erfolgreich.

Nun zu den anderen Gruppen. Die erste Gruppe findet ihren ersten Hinweis unter einer Bank in Form eines Fake-Apfels. Dieser Hinweis führt die Gruppe zu ihrem nächsten Ziel.

Ein weiterer Hinweis steckt in einem Dornbusch, da hat die Gruppe ihre nächsten Koordinaten. Doch auf dem Weg zur nächsten Station verlaufen sie sich. Sie funken einen der Veranstalter an, der hilft ihnen wieder auf den richtigen Weg. Als sie wieder auf den richtigen Weg kommen, finden sie in einem Steinhaufen den nächsten Hinweis. Dieser führt sie zum Schloss Ortenberg und dort müssen sie eine Schatulle öffnen. Die Gruppe genießt vor allem den schönen Ausblick. Anschließend werden sie zum Sportheim gerufen, indem die Entführten eingesperrt sind.

Die zweite Gruppe hat am Anfang etwas Schwierigkeiten, die richtige Richtung zu finden. Doch mit der Zeit haben sie den Dreh raus. Für das 1. Rätsel haben sie als Hilfsmittel eine Rolle, in der der nächste Hinweis versteckt ist. Den 2. Hinweis lösen sie während einer kleinen Essenspause. Diese Lösung hilft den Entführten weiter. Auf dem Weg zu der 3. Station verläuft sich auch diese Gruppe ein bisschen im Wald. Doch trotz allem finden sie den richtigen Weg. Das nächste Rätsel ist ein Bilderrätsel. Doch das kann die Gruppe nicht mehr lösen, denn sie werden von einem der Veranstalter angefunkt. Sie sollen ebenfalls zum Sportheim kommen.

Die dritte Gruppe ist die Sportgruppe. Einem Gruppenmitglied werden die Hände gefesselt. Die Gruppe ist sehr motiviert und kommt gut voran. Sie müssen vor allem Aufgaben lösen, die für andere Gruppen wichtig sind. Daher ist es extrem wichtig, dass diese Gruppe rechtzeitig ihre Aufgaben löst. So findet die Gruppe zum Beispiel die Schlüssel für ihre Handschellen und muss noch ein paar andere Aufgabe lösen. Doch am meisten müssen sie natürlich viel laufen und das natürlich so schnell wie möglich. Nach und nach wird die Gruppe langsamer und verläuft sich. Doch mithilfe von Google Maps finden sie wieder auf den richtigen Weg. Kurz danach wird die Sportgruppe auch zum Sportheim gerufen. Das Problem ist aber, dass sie ziemlich weit entfernt davon sind. Sie verlassen den eigentlichen Weg und kommen mithilfe von Google Maps mit reichlich Verspätung an.

Die vierte Gruppe hat an der ersten Station ein Handy bekommen. Doch dieses konnten sie nicht entsperren, da sie den Code nicht kennen. An der ersten Station findet die Gruppe dann die nächsten Koordinaten. Diese führen sie zur zweiten Station. Dort müssen sie eine Matheaufgabe lösen, um an die nächsten Koordinaten dranzukommen. Das nächste Ziel ist wieder in den Weinbergen. Dort finden sie einen Käfig sowie neue Koordinaten. Mit denen kommen sie zum Schloss Ortenberg. Dort findet die Gruppe versteckt in einem Golfball den nächsten Hinweis. Doch der Text kann von den Gruppenmitgliedern nicht gelesen werden. Er ist auf Plattdeutsch geschrieben. Mithilfe des Smartphones können sie den Text übersetzen. Heraus kam der Ort, an dem sich die Entführten befinden. Danke Google Maps sind sie dann als erste Gruppe am Sportheimheim angekommen. Doch leider können die Entführten nur von allen Gruppen gemeinsam befreit haben.

Nach und nach treffen zwei weitere Gruppen ein. Doch von der Sportgruppe ist noch nichts zu sehen. So lösen die Gruppen am Sportheim das Bilderrätsel, das die Gruppe zwei vorher noch nicht lösen konnte. Durch Lösen des Rätsels bekommt die „entführte“ Gruppe endlich die letzte Zahl eines Zahlencodes. In geknackten Tresor befand sich der Schlüssel mit dem sich die „entführte“ Gruppe befreien kann. Und die Gruppe draußen kann ebenfalls die Türe aufschließen. Damit war das Ziel erreicht.

Am Schluss haben wir zusammen noch ein Rückblick gemacht, bei dem jeder sagen durfte, was ihm gefallen hat. Auf dem Weg zurück zur Bushaltestelle und im Bus wurde natürlich noch viel über die einzelnen Aufgaben und Lösungen geredet. Das Geocaching war für unsere Klasse etwas ganz Besonderes. Wir haben gelernt zusammenzuhalten und uns gegenseitig zu unterstützen – auch unter Zeitdruck.

An dieser Stelle ein Dankeschön an die Stadt Offenburg, die diesen Ausflug finanziert hat. Die Klasse bedankt sich ebenfalls bei der (ehemaligen) Schulsozialarbeiterin Judith Fautz, die das Ganze organisiert hat und natürlich auch bei den beiden Veranstaltern. Es hat wirklich Spaß gemacht.

Text: Jana Haas Bilder: Spc