Am nicht nur aus deutscher Sicht geschichtsträchtigen 9. November gedachten die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen der Offenburger Gymnasien durch eine Putzaktion der „Stolpersteine“ der erschütternden Ereignisse in der Reichspogromnacht 1938.
Eingeleitet durch eine engagierte Rede auf dem
Marktplatz, in der OB Schreiner sich für Toleranz und Liberalität stark machte,
erinnerte sie an die dunklen Stunden in der Stadt Offenburg und forderte eine
„aktive Einbindung in die Erinnerungskultur“. Gemäß der Idee, ein Mensch sei
erst „vergessen, wenn sein Name vergessen ist“ forderte Sie die versammelten
Jugendlichen dazu auf, die Erinnerung an die Demütigungen und Verletzungen der
Offenburger Juden wachzuhalten.
Dies unternahmen die rund 300 Schülerinnen und Schüler
dann in kleinen Gruppen, die jeweils einen oder mehrere sogenannte
„Stolpersteine“ putzten. Die Offenburger Stolpersteine sind Teil eines Projekts
des deutschen Künstlers Gunter Demnig, das 1992 begann, und Widerhall in ganz
Europa gefunden hat. Mit den kleinen, im Boden verlegten Gedenktafeln soll an
das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des
Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. http://www.stolpersteine.eu/
„Eine ganz wichtige Sache“ fanden denn auch die Grimmels-Schülerinnen und Schüler die Aktion, die gleichermaßen vom Kulturbüro der Stadt, der Schulsprecherinnen und Schulsprecher der Schülermitverantwortung (SMV) und der freien Organisation „Aufstehen gegen Rassismus“ getragen wurde. https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/lokal/Offenburg/
Für das Grimmels war Schülersprecherin Anna
Vitiello besonders aktiv, um die nötigen Absprachen zwischen Veranstaltern und
Schule zu koordinieren. Dafür, dass sie souverän die Organisation am Grimmels
in Händen hielt, gebührt ihr ein Extra-Lob.
Nach dem Putzen erhielten die Teilnehmer
Informationen zu den Verfolgten und den Getöteten, die auf den Steinen
eingraviert sind. Ergänzt wurde dies durch das Angebot einer Führung durch die
aktuelle Ausstellung im Salmen, die das „Schicksal der jüdischen Gemeinde“
Offenburg nachzeichnet. Der Leiter des Stadtarchivs im Ritterhaus, Wolfgang
Gall, und der Ausstellungsmacher, Volker Ilgen, gaben den staunenden
Jugendlichen eine eindrucksvolle Einführung, indem sie ihnen von 70 zunächst
getretenen, verhöhnten und schließlich vor den Augen der vielen Schaulustigen
verhafteten, sowie 3 sogar getöteten Juden berichteten.
Zu verdeutlichen, dass Gefahren der Ausgrenzung
und Stigmatisierung nie vorbei sind, „der Schoß“ also „noch fruchtbar“ ist,
„aus dem das kroch“, um es mit Brecht zu sagen, war das Ziel einer kurzen Rede
von Carmen Lötsch, Leiterin des Kulturbüros, bevor Schauspielerinnen und
Schauspieler Zeitzeugen-Berichte rezitierten, eingerahmt von
Original-Filmsequenzen der verhängnisvollen Tage um den 9.11.1938. „Die
reichsweiten Ereignisse der Pogromnacht wurden in wirkungsvoller Prägnanz mit
der Offenburger Lokalgeschichte verknüpft“, meinte bewundernd Alexander Hübner,
der als Geschichtsreferendar am Grimmels eine 9. Klasse begleitete.
„Kann man aus Geschichte lernen?“ – Diese Frage bejahte Lötsch, meinte aber, es bräuchte zudem einen „Sinn für Mitmenschlichkeit“. Kaum besser lassen sich so zentrale fachliche wie soziale Aufgaben für uns als Schule im demokratischen Gemeinwesen fassen.
Wie jedes Jahr erlebten die Schülerinnen und Schüler des bilingualen Zugs einige arbeitsreiche Tage in Weimar.
TAG 0
Unsere Fahrt nach Weimar startete an einem Sonntag. Genauer
gesagt, am Sonntag, den 14. Oktober um halb sieben am Bahnhof in Offenburg, wo
wir – der bilinguale Kurs Französisch der Jahrgangsstufe 1 am Grimmelshausen-Gymnasium
Offenburg – von „unserem“ Reisebus eingesammelt wurden. Noch etwas verschlafen
fuhren wir zunächst nach Kehl, wo wir die mit uns reisenden Schüler des College
Saint Etienne in Straßburg abholten. Die darauf folgende Fahrt, unterbrochen
von zwei Raststätten-Pausen, dauerte rund fünf Stunden. In Weimar angekommen
waren wir allerdings noch nicht, denn der erste wirkliche Programmpunkt unserer
Reise war eine Besichtigung der Wartburg, die sich in Eisenach befindet. Oder,
besser gesagt, über Eisenach. Einen Teil des Weges auf den Berg legten wir noch
busfahrend zurück, die letzten zehn Minuten allerdings mussten wir Treppen
steigen. Oben angekommen offenbarte sich uns zunächst ein großartiger Ausblick
über das, der Jahreszeit geschuldet teilweise noch im Nebel liegende, Umland
Eisenachs. Wir machten eine kurze Mittagspause, genossen den Ausblick, erkundeten
einige, öffentlich frei zugängliche, Teile des Geländes, bis dann um kurz nach
zwei die Burgführung startete.
Bei der Führung durch das Hauptgebäude, den Palas, bekamen
wir unter anderem Einblicke in die bauliche Geschichte der Burg und die
wissenschaftlichen Methoden, um diese nachzuvollziehen, die Räumlichkeiten,
wichtige Personen, die nicht nur Martin Luther beinhalteten, und auch einige
der zahlreichen Legenden, die sich um das Schloss ranken. Zu guter Letzt hatten
wir noch die Möglichkeit, die historische Kunstsammlung, die zu diesem
Zeitpunkt die laufende Sonderausstellung war, sowie die bekannte Lutherstube – den
laut der Infotafeln deutlich sichtbaren, in seiner ursprünglichen Form von
Luther höchstpersönlich stammenden, Tintenfleck neben dem Schreibtisch konnten
wir allerdings nicht ausmachen.
Unser nächster Programmpunkt – immer noch in Eisenach – war
das Bachhaus, also das Haus, in dem Johann Sebastian Bach gelebt hatte. Auch dort
bekamen wir eine Führung, diesmal mit Vorführung einiger historischer Klaviere.
Daran schloss sich ein Besuch der Sonderausstellung „Frauen und Bachs Musik“ an.
In der letzten Etappe der Busfahrt teilten wir uns in vier
Arbeitsgruppen ein, die jeweils ein, in Bezugnahme auf einen Teil der Weimarer
Stadtgeschichte stehendes, Thema kreativ behandelten.
Gegen 18:00 Uhr kamen wir in der Jugendherberge an. Wir
bezogen unsere Zimmer und gingen Essen. Es gab Würstchen mit Sauerkraut,
Kartoffeln und Bohnensalat.
Den restlichen Abend verbrachten wir auf dem „Weimarer Zwiebelfest“.
TAG 1
Unser erster richtiger Tag in Weimar startete
programmtechnisch um halb zehn mit einer Einführung der Klassik-Stiftung in das
Projekt Weimarpedia, für das wir in den nächsten Tagen mit iPads selbst
kreative Filme produzieren würden. Der Teil der Räumlichkeiten, den wir an
unserem ersten Tag zu Gesicht bekamen, befand sich – in Fußnähe zu unserer
Unterkunft – im Neubau der berühmten Anna Amalia Bibliothek, die, trotz eines
verheerenden Brandes im Jahr 2004, über eine Million Teile umfasst. Den zweiten
Teil unseres Vormittagsprogrammes bildete eine Stadtführung mit dem Namen
„Phoenix aus der Asche“, in der uns ein grober Überblick über die Höhen und
Tiefen der – trotz des beachtlichen kulturellen
Erbes – Kleinstadt – bezogen auf das Land Thüringen immerhin die viertgrößte.
Den, auf unsere individuell gestaltbare Mittagspause folgenden, Nachmittag
verbrachten wir in Kleingruppen mit themenbezogenen Rallyes durch die Stadt.
Dabei waren wir selbstständig mit Aufgabenstellungen unterwegs. Die „Schiller-Goethe“-Gruppe
zum Beispiel nahm eine Route vorbei an den Wohnhäusern der Dichter wobei wir
eine Zeitungsannonce aus Sicht von Schiller auf der Suche nach fester Bleibe in
Weimar aufgaben, dem berühmten Denkmal – fälschlicherweise haben dort Schiller
und Goethe dieselbe Körpergröße-in der Realität hatten die Freunde einen
Größenunterschied von über zehn Zentimetern – und am Ende dem Grabmal von
Goethe – und einem symbolischen Schiller, der wieder entfernt wurde. Den Abend
verbrachten wir in der Jugendherberge – oder auch in der Stadt.
TAG 2
Der zweite Tag in Weimar begann, nach einem Frühstück in der
Jugendherberge, wieder in Gruppen. Die erste, die sich mit Schloss Belvedere
und Naturwissenschaften um 1800 beschäftigte, besichtigte außerhalb der
Stadtmauern das Schloss und das zugehörige Gelände, die zweite – Goethe und
Schiller in Weimar – besuchte das Goethe Nationalmuseum und das daran
angrenzende Wohnhaus am Frauenplan, Gruppe 3 – Reformation und Aufklärung – die
Herder-Kirche und Gruppe 4 verschiedene Teile der Stadt in einem Rundgang – hier
war das Thema Vergangenheitsbewältigung und Nationalsozialismus und die Führung
trug den Namen „Ambivalente Geschichte“.
Unabhängig davon, dass es interessant war, noch mehr von der Stadt kennen zu lernen, bekamen wir an diesem Vormittag bereits viel Input für unsere eigenen Projekte – Teile von Gruppe 1 begannen auch schon mit dem Dreh, da Belvedere nur an diesem Morgen auf dem Plan stand.
Die Mittagspause stand uns erneut zur freien Verfügung.
Um 13:00 folgte wieder eine Exkursion mit der gesamten
Gruppe. Abgeholt von unserem Reisebus fuhren wir in die nicht weit von der
Stadt entfernte Gedenkstätte Buchenwald auf dem Ettersberg. Buchenwald war
zwischen 1937 und 1945 eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden.
Um halb zwei starteten wir mit einem Einführungsfilm, um danach erneut in
Gruppen eine Überblicksführung über den Ort grausamer Verbrechen aufzubrechen.
Am Ende besuchten wir die Dauerausstellung über die Geschichte des
Konzentrationslagers, unter anderem mit Berichten von und über die
Inhaftierten. Eine Teilgruppe ging parallel in die Kistenausstellung.
Am Abend waren wir Bowlen.
TAG 3
Auch unser dritter Tag beginnt vormittags geteilt – allerdings
diesmal nur in zwei Gruppen, bei der eine zehn Personen umfassende Teilgruppe
die Parkhöhle besichtigte – ein unterirdisches Stollensystem, das von Karl
August in die Wege geleitet wurde, der einen Abwasserkanal für seine Bierbrauerei
brauchte – und die weitaus größere in Schillers Wohnhaus aufbrach. Dort wurden
wir herumgeführt, bekamen die Funktionsweise eines Fächers, die Vorteile von
fauligen Äpfeln in Schreibtischschubladen und natürlich auch wichtige
Ereignisse im Leben von Friedrich Schiller erklärt, und brachen dann ins
Medienstudio des Goethe Nationalmuseums auf. Dort begannen wir dann richtig mit
dem Projekt, brainstormten, sammelten Ideen, verwarfen einige der Ideen,
überlegten uns eine geeignete Rollenverteilung und Arbeitsteilung und begannen
dann – nach einer einstündigen Mittagspause – mit dem Dreh. Wir waren frei in
der Stadt unterwegs, konnten iPads und die Computer der Stiftung sowie diverse
Kostüme aus dem Fundus frei nutzen.
Nach einem Abendessen in der Jugendherberge gingen wir ins
Theater im Gewölbe in ein Stück namens „Faust 1 zu zweit“, eine
Neuinterpretation des Klassikers von Goethe, in dem es – grob zusammengefasst –
um Goethe und Schiller geht, die gemeinsam das Werk – inklusive aller Rollen – nachspielen.
TAG 4
Am Vormittag des Donnerstages – schon unser letzter
richtiger Tag in Weimar – arbeiteten wir am letzten Teil unserer Projekte: der
Postproduktion. Wir nahmen noch passende Musik auf oder verwendeten vorhandene.
Auch die erste Hälfte des Nachmittages war voll und ganz der
Eigenarbeit der Gruppen gewidmet. Die Klassikstiftungsmitarbeiterinnen standen
uns mit Rat und Tat zur Seite, halfen bei der Technik und korrigierten
Anachronismen und Rechtschreibfehler. Um drei startete die große Präsentation
vor den anderen Gruppen und den mitgereisten Lehrkräften. Auf großer Leinwand
sahen wir uns die Kurzfilme an, gaben Feedback und verabschiedeten dann zum
Schluss noch die Mitarbeiter der Stiftung.
Den Abend hatten wir wieder ganz für uns – und diesmal blieb
sogar so viel Zeit, dass zwischen den deutschen und französischen Schülern eine
sehr gute Kommunikation auf Basis guter Integration in die beiden Gruppen
entstehen konnte.
TAG 5
Der Abreisetag. Wir brachen schon früh auf, machten auf der
Fahrt keine nennenswerten Zwischenstopps – abgesehen von zwei
Autobahnraststätten. Um 14:15 waren wir in Kehl am Bahnhof, wo wir den
Straßburger Teil der Reisegruppe verabschiedeten, um 14:45 dann auch in
Offenburg.
Von Donnerstag, dem 08.11.2018, bis
Sonntag, dem 11.11.2018, nahm der bilinguale Zug der Klasse 9 des
Grimmelshausen-Gymnasiums an dem von der internationalen Organisation AFS
(American Field Service) organisierten Workshop „S’engager pour la paix en
Europe – Engaging for peace in Europe“ in Strasbourg mit über 173 SchülerInnen
aus 43 Ländern teil.
Untergebracht waren unsere 12 Schülerinnen und Schüler im Séminaire de Walbourg und in Familien bei Haguenau.
Für die freundliche Aufnahme unser
Schüler und Schülerinnen möchten wir uns ausdrücklich bei den Schülern, ihren
Familien und Lehrerinnen bedanken!
Zunächst stand am Freitag ein
Workshop zum Thema „Frieden“ im Europäischen Parlament auf dem Programm.
Begrüßt wurden wir von den Organisatoren, dem AFS, der im Ersten Weltkrieg
verwundete Soldaten von der Front mit ihren Ambulanzfahrzeugen in Krankenhäuser
gebracht hatte. Nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg reorganisierte sich der
AFS und vermittelt seither Schülerbegegnungen weltweit, um dem Friedenserhalt
zu dienen.
Ein erster Höhepunkt am Vormittag war die Begegnung der Jugendlichen mit der elsässischen Europaabgeordneten Frau Anne Sander. Sie zeigte den Schülern, dass die Europäische Union und die europäischen Institutionen für die Europäer da sind und dass alle das Ziel haben, das Leben der Europäer zu verbessern. Dazu seien auf europäischer Ebene aber immer Kompromisse nötig, da alle Mitgliedsstaaten unterschiedliche Interessen hätten. Dennoch, so ihr Appel, müssten wir tagtäglich für dieses Europa kämpfen, da es von Extremisten – links wie rechts – bedroht werde. Sie rief die Teilnehmer/innen zur aktiven Teilnahme an der Gestaltung Europas aber auch zu Mobilität innerhalb Europas auf. Hierbei verwies sie auf zahlreiche (europäische) Austauschprogramme, wie z.B auf das des AFS. Nur wenn man sich kenne, Kontakte in anderen Ländern habe, habe man eine effiziente Waffe gegen Krieg, so Frau Sander. Im Anschluss an ihre Rede gab es die Möglichkeit, Fragen an die Abgeordnete zu stellen, was rege genutzt wurde.
Im weiteren Verlauf wurden die Schülerinnen und Schüler bunt in Gruppen zusammengemischt, um sich durch verschiedene Aktivitäten kennen zu lernen. Gleichzeitig führten diese Aktivitäten schon in die Arbeitsphase am Nachmittag ein, indem die Schüler aber auch die Lehrer ihre Ideen zum Begriff „change-maker für den Frieden“ zusammentrugen. Am Nachmittag stand die Frage „was können wir tun, um die Welt etwas besser zu gestalten?“ im Mittelpunkt. Die Klasse 9 diskutierte diese Frage leidenschaftlich in einem Raum, in dem die Ausschüsse des Parlaments tagen. Am Ende sollte dann ein erster Plan allen Teilnehmern vorgestellt werden – und zwar in Form eines „Elevator-Pitch“: Alle Gruppen hatten zwischen 30 und 60 Sekunden Zeit, ihr Projekt für den Frieden auf kreative Art und Weise vorzustellen. Die Klasse 9 aus Offenburg möchte in Form eines Theaterstückes dem Thema „Sexismus“ in der Schule den Kampf ansagen.
Der Tag wurde abgerundet durch den
Besuch der US-amerikanischen Generalkonsulin, die die Ideen der Teilnehmer
würdigte und zu deren Umsetzung aufrief.
Bevor wir am Samstag zur
Gedenkveranstaltung auf den Hartmannsweilerkopf fuhren, diskutierten wir mit
unseren französischen Freunden aus Roanne bei Lyon und Walbourg weiter darüber,
wie man Frieden erhalten kann. Animiert wurde die spannende Diskussion von
einer AFS’lerin, die von ihren Erfahrungen berichtete. Die Gedenkveranstaltung
zum Ende des Ersten Weltkrieges am Hartmannsweilerkopf, die im Zeichen der
deutsch-französischen Aussöhnung stand, beeindruckte uns sehr. Besonders
rührend war die Tatsache, dass neben der französischen auch die deutsche
Nationalhymne gespielt wurde. Auf der Gedenkfeier wurden mahnende Worte des
französischen Präsidenten Emmanuel Macron vorgelesen. Eine Rednerin sprach
davon, dass sie, wie Adenauer auch, von den „Vereinigten Staaten von Europa“
träume. Die Präsidentin des Regierungsbezirks Freiburg warb ebenfalls dafür,
dass Deutsche und Franzosen ihre Zukunft gemeinsam in die Hand nehmen. Neben
offiziellen Reden lasen außerdem auch Grundschüler aus Frankreich Auszüge aus
Feldpostbriefen auf deutsch und französisch vor, die die Abscheulichkeit des
Krieges vor Augen führten. Die Schüler zeigten sich auch sehr betroffen von den
vielen tausend Kreuzen und Gräbern.
Am Abend stand ein großes Essen im Offiziersheim „Cercle Messe“ auf dem Programm, das uns sehr beeindruckte.
Am Sonntag gedachten wir abermals in Strasbourg – diesmal bei Sonnenschein – dem Ende des Ersten Weltkrieges. Schweren Herzens verabschiedeten wir uns nach der Zeremonie von unseren neuen Freunden aus Frankreich und der ganzen Welt, vereinbarten aber, dass wir uns durch die Projekte noch einmal austauschen wollen und eventuell sogar grenzüberschreitend tätig sein möchten.
Der deutsch-französische
Fernsehsender ARTE war erneut zum Drehtermin im Grimmelshausen-Gymnasium in
Offenburg.
Für die
Kinder-Nachrichtensendung Arte Junior –
Das Magazin kam an diesem Dienstag ein Drehteam in die 6. Klasse des Grimmelshausen-Gymnasiums.
Das Thema der Fragestunde lautete
anlässlich des 100. Jahrestags des Ende des Ersten Weltkriegs am Sonntag „La
Première Guerre mondiale / Der Erste Weltkrieg“. Zwei Schulstunden lang haben
die Kinder an den Dreharbeiten mitgewirkt und neben vielen Fragen zum Thema auch
eigene Ideen beigesteuert. Trotz der anfänglichen Aufregung waren die
Schülerinnen und Schüler sehr konzentriert bei der Sache und durften erleben,
wie Fernsehaufnahmen in Wirklichkeit zustande kommen. So mussten viele Szenen
aus unterschiedlichen Gründen (Licht, Ton, Versprecher, Nebengeräusche)
mehrmals gedreht werden, aber die Kinder ließen sich dadurch nicht verunsichern
– im Gegenteil: Diese Erfahrung führte zu einer fast professionellen
Arbeitsatmosphäre, sodass die Redakteurin sehr zufrieden war. Für die Fragestunde besucht ARTE abwechselnd
eine deutsche und eine französische Schulklasse und auch die Fragen der
Sechstklässler des Grimmelshausen-Gymnasiums wurden auf Deutsch und auf
Französisch gestellt. Diese Erfahrung im Französisch-Unterricht dürfte den
Schülerinnen und Schülern (und auch der Fachlehrerin Frau Flämig) noch länger
im Gedächtnis bleiben.
Zu sehen: am Sonntag, den
11. November, um 8:50 Uhr auf ARTE sowie anschließend in der ARTE-Mediathek.
Dieses Projekt steht
beispielhaft für die hervorragende Arbeit des Grimmelshausen-Gymnasiums im Fach
Französisch, für die die Schule am 1. Oktober 2018 vom französischen Staat mit
dem LabelFrancÉducation ausgezeichnet wurde. Das LabelFrancÉducation, das seit
2012 existiert, erhalten öffentliche wie private Schulen mit bilingualen
Exzellenz-Zügen in französischer Sprache, die in besonderer Weise zur
Verbreitung der französischen Sprache und Kultur beitragen.
Einige Schüler der Klasse 10b des Grimmelshausen-Gymnasiums hatten Eigeninitiative ergriffen und den designierten Oberbürgermeister Marco Steffens als Interviewpartner in den Gemeinschaftskundeunterricht eingeladen, um durch seinen Besuch ihr GFS-Referat lebendig, zeitbezogen und konkret werden zu lassen. Dieser lobenswerte Mut wurde belohnt. Herr Steffens folgte der Einladung trotz eines vollen Terminkalenders gerne und erwies sich eine Schulstunde lang als interessanter, vielseitiger und offener Interviewpartner. Mit großem Enthusiasmus beantwortete er die Fragen der Schüler und Schülerinnen und brachte ihnen mit aktuellen Beispielen viele Themen der Kommunalpolitik näher. Besonders auch die Wichtigkeit des Engagements der Jugend in der Politik wurde von dem prominenten Besucher hervorgehoben, sei es bei Wahlen oder anderen Möglichkeiten, sich in das politische Geschehen einzubringen, wie z.B. bei Jugendforen. Das Gespräch verlief sehr interessant und kurzweilig, so dass die Schüler an diesem Tag zum ersten Mal das Klingeln am Ende der Schulstunde ganz gerne überhört hätten. Am Ende dieses außergewöhnlichen und motivierenden Unterrichts bedankte sich die Klasse bei Herrn Steffens für sein Kommen und sein Engagement.
Am Montag, dem ersten Schultag des neuen Schuljahres, besuchte Frau Bengel, stellvertretende leitende Regierungsschuldirektorin am Regierungspräsidium Freiburg, das Grimmelshausen-Gymnasium in Offenburg in offizieller Mission, um die Amtseinführung der neuen Schulleiterin Frau Self-Prédhumeau im Rahmen der ersten Gesamtlehrerkonferenz des Schuljahres vorzunehmen.
Frau Bengel, die dem Grimmels als ehemalige Kollegin persönlich verbunden ist, fand die passenden Worte, indem sie ausgehend von Werdegang und Karriereschwerpunkten Frau Self-Prédhumeaus die Querverbindungen zum Grimmelshausen-Gymnasium mit seinem Profil und seiner Tradition zog. Aus institutioneller Sicht, so Bengel, sei Frau Self-Prédhumeau eine „Grenzgängerin“, die nun – als erste Schulleiterin in der Geschichte des Grimmels – in ihrer Funktion „Grenzen erkennen“ und „Grenzen setzen“ müsse, diese aber auch „zu überwinden“ habe. So verwies Frau Bengel auf Parallelen zwischen den biographischen Eckdaten der neuen Schulleiterin und der Biographie des Vorgängers, Herrn Kopriwa, wie etwa die enge Verbundenheit zu Frankreich, das dauerhafte Bestreben, die innovative Arbeit in der Schulentwicklung fortzuführen und eben die Bereitschaft und Fähigkeit Grenzen zu überwinden. Die dafür notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse habe sich Frau Self-Prédhumeau bei ihren zahlreichen und vielfältigen Tätigkeiten in Schule, Didaktik und Pädagogik im In- und Ausland angeeignet und unter Beweis gestellt. Hierbei bezog sich Frau Bengel insbesondere auf die Fähigkeiten Frau Self-Prédhumeaus in Schulmanagement und Schulentwicklung. So habe sie mit der deutschen Schule Toulouse, deren Leitung sie in schwieriger Lage übernommen habe, das Gütesiegel einer exzellenten Auslandsschule erlangt. Damit seien, mit dem nun vollständigen neuen Schulleitungsteam und der bisher erfolgreichen Arbeit des Kollegiums, die Voraussetzungen für Kontinuität und Entwicklung in der Schulleitungsarbeit gegeben. Als „Glücksbringer“ überreichte Frau Bengel eine Wölfin – unter Bezugnahme zur kapitolinischen Wölfin der Sage, durch welche die Tradition des Grimmels als „Lateinschule“ gleichermaßen verkörpert sei wie die Aufgabe der Fürsorge. Da sich diese auf zwei Kinder gerichtet habe, sei hier auch die Vielfalt aus dem Leitbild des Grimmelshausen-Gymnasiums repräsentiert, sowie im Fortgang der Geschichte die Entstehung und Verantwortung für eine ganze Stadt. Gleichsam mit einem Augenzwinkern erfolgte noch der Hinweis, dass dieser Wölfin auch die Kompetenz der Schlichtung zukommen müsse, damit sich der Ausgang der Sage zwischen den Brüdern Romulus und Remus nicht wiederhole.
Frau Self-Prédhumeau bedankte sich für den Besuch und die freundlichen Worte und zeigte sich – bestärkt durch die offene Aufnahme durch das Kollegium – zuversichtlich für eine erfolgreiche Arbeit über die kommenden Jahre.
Er hat das Grimmelshausen-Gymnasium zu dem gemacht, was es heute ist: Schulleiter Dieter Kopriwa wurde am Donnerstag, den 19.07.2018 in den Ruhestand verabschiedet. Seine Wegbegleiter dankten ihm für sein Engagement, durch das er vieles für die Schule auf den Weg gebracht hat.
Eine Verabschiedungs-Matinee mit Esprit gab es am Donnerstag für den scheidenden Schulleiter des Grimmelshausen-Gymnasiums, Dieter Kopriwa, im Salmensaal. Noch bevor der vielfach Geehrte seine Urkunde »Ruhestand« vom Regierungspräsidium Freiburg in Händen hielt, hatten die Festredner unisono seinen erfolgreichen zwei Jahrzehnte langen Einsatz in der Schulleitung auf der von ihm gewählten Grundlage eines heutigen humanistischen Denkens am »Grimmels« gewürdigt.
»Ein Mensch, der Grenzen überwinden kann«, hatte Thomas Steiner, Abteilungsdirektor des Regierungspräsidiums Freiburg, den Lateiner und Romanisten Kopriwa als einen Pädagogen mit Intellekt, Humor und einer außergewöhnlichen pädagogischen Befähigung charakterisiert. Nach einem herzlichen Dank von Oberbürgermeisterin Edith Schreiner, verbunden mit »großem Respekt für Ihre Leistungen«, so Schreiner, setzte Manfred Keller, Schulleiter des Schiller-Gymnasiums, die Laudatio fort. In der Ägide von Dieter Kopriwa habe das »Grimmels-Boot« wieder Fahrt aufgenommen. Er habe sich als geschickter Lenker bewährt, als das Schiff einst ein wenig ins Trudeln gekommen sei.
Weit darüber hinaus zeigte sich an der Auflistung der eingeführten Schul-Schwerpunkte, was Dieter Kopriwa geleistet hat. Um nur Stichworte zu nennen: Das Abi Bac (bilingualer Zug), eine Fächerkombination, passgenau für das »Grimmels«, und die Etablierung des Theaterprofils mit Zusammenarbeit aller städtischen Gymnasien. Hierbei entstand eine städtische TheaterAkademie mit angegliedertem Chor und Orchester, die über alle Klassenstufen führt. Kopriwa förderte außerdem den Austausch mit Collèges und Gymnasien in Frankreich, insbesondere in Straßburg und Nantes. Alle Projekte und der Schulalltag wurden von Dieter Kopriwa mit Hingabe und großem Einsatz getragen.
»Cher Dieter«, das passte ungemein zum Tenor der Wegbegleiter. Antje Tennstedt hatte für die Partnerschule St. Etienne in Straßburg Dieter Kopriwa in einem Grußwort so angesprochen. Dass der stellvertretende Schulleiter Christian Haist mit Helfern die Organisation der Verabschiedungs-Feier übernommen hatte, war nicht nur ein Glücksfall, sondern auch Ausdruck der Kollegialität des Lehrergremiums. Und hier darf man auch die »Grimmels«-Schüler ausdrücklich loben. Ihr stilvolles Festprogramm könnte man dem Kultursender Arte anbieten.
Schüler musizierten
Die Solistin am Piano, die Chorsänger-Gruppe und das Orchester hatten eine Auswahl von Klassik bis Pop aufgelegt. Den Vorsitzenden des Elternbeirats, Alexandra Kühne und Sabine Kempf, sowie der Vorsitzenden des Fördervereins, Bettina Meller, blieb nur, sich in den Chor einzureihen, der Dieter Kopriwa für sein aufmerksames, persönliches und sachlich ruhiges Agieren von Herzen dankte. »Unser aller Zusammenarbeit war von gegenseitigem Vertrauen und konstruktivem Verhalten geprägt.«
Mit sichtlicher Rührung, die aber durch feinen Humor gemildert wurde, verabschiedete sich Dieter Kopriwa mit Dank an alle, die ihn während seiner Laufbahn begleitet hatten. Die harmonische und aufbauende Zusammenarbeit in Schule und Außenbereich habe zu dem geführt, was die Schule heute ausmache, fügte er an. Eine kurze, aber knackige Liebeserklärung erhielt Ehefrau Dominique von ihrem Mann, der viele Abende spät nach Hause gekommen war und sogar daheim noch am Schreibtisch gesessen hatte. Im Anschluss hatte Dieter Kopriwa noch zu einem Beisammensein im Schulhof des Grimmelshausen-Gymnasiums eingeladen. Eine rote Schultüte mit Bonbons durfte er mit nach Hause nehmen, die hatten ihm die Chorschüler in die Hand gedrückt.
Text: U. Groß – Mittelbadische Presse, 20. Juli 2018
»Grimmels«-Rektor Dieter Kopriwa (Mitte) mit seiner Nachfolgerin Susanne Self-Prédhumeau
und Abteilungsdirektor Thomas Steiner vom Regierungspräsidium.
„Die Sehnsucht scheint mir die einzige ehrliche Eigenschaft des Menschen.“ Dieses Zitat von Ernst Bloch war Teil der Sprech-Collage, mit der „Literatur und Musik“ am Abend des 13. Juli im Innenhof des alten Kapuzinerklosters eröffnet wurde. Unter der Leitung von Angela Bruder-May und Hansjörg Haaser wurde das Motto „Nur wer die Sehnsucht kennt…“ von Grimmelshausen-Schülerinnen und -Schülern in Worte, Töne und Tanz gefasst.
Für Hansjörg Haaser ist der Abend gleichzeitig ein Abschied von 12 Jahren dieser Veranstaltungsreihe, entsprechend lange hält der Applaus am Ende auch an. Die Sehnsucht ist dafür ein passendes Thema – wie vielfältig Sehnsucht sein kann, wird im Laufe des Abends klar. Sehnsucht nach Erkenntnis, nach geliebten Menschen, einem Festmahl oder dem Tod, kein Bereich wird ausgespart, als die Besucher mitgenommen werden auf eine Reise von Brecht, Goethe und Hesse, Schubert, Smetana und Mendelssohn-Bartholdy.
Musikalisch wird der Abend von den Schwestern Nora und Noémie Bruhier eröffnet, die „Vois sur ton chemin“ aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ mit Querflöte und Akkordeon spielen und so von Anfang an eine sommerlich entspannte Atmosphäre in den Innenhof des Kapuzinerklosters bringen. Unterstützt wird diese Stimmung von Goethe: „Italienische Reise – Rom“ ist Sehnsucht in ihrer positiven Form. Das Sehnen nach der Ferne, nach Reisen und südlicher Sonne.
Besonders beeindruckt ist das Publikum an diesem Abend von Elias Meder und Leonie Schulz. Der Bariton und die Pianistin überzeugen zuerst mit „An die Musik“, ein Stück von Franz Schubert. „Du holde Kunst, ich danke dir“, kommt darin vor, das denkt sich bestimmt auch der ein oder andere Besucher. „Gute Nacht“ und „Der Lindenbaum“, ebenfalls Schubert, sind Stücke aus dem Winterreise-Zyklus des Komponisten und auch hier überzeugt die Stimme des Abiturienten in Höhen wie in Tiefen mit einer natürlichen Wärme.
Ebenfalls im Gedächtnis bleiben dem Publikum zwei Stellen aus Faust. Den wohl berühmtesten Sehnsuchts-Monolog des deutschen Dramas stellt David Schiebel glaubwürdig dar: Faust, der nach dem Sinn des Lebens sucht und schließlich doch einer Frau hinterherträumt. Zum zweiten Emilia Herzog mit Gretchens Lied am Spinnrad. Ganz zart füllt sie damit die ganze Bühne. Berührend ist auch Effie Briests Sterbeszene, in der Noémie Bruhier sich als Effie nach dem Jenseits und nach Glück sehnt.
Schließlich steht am Ende des Abends das „Gedicht zum Abschluss“ eines unbekannten Autors. Mit einem Text, der das Publikum munter in den Abend entlässt, verabschiedet sich Hansjörg Haaser vom Literatur und Musik Publikum.
„Zu meiner Berufswahl kann ich mich im Nachhinein nur beglückwünschen“, sagt Oberstudienrätin Ruth Schmidt im Rückblick auf ihre lange Schullaufbahn, die sie die letzten 33 Jahre am Grimmelshausen-Gymnasium verbracht hat. Damit scheidet eine der Dienstältesten aus dem Offenburger Traditionsgymnasium. Mit ihr verabschiedet das „Grimmels“ zwei weitere verdiente Mitglieder des Kollegiums.
Auch Oberstudienrätin Renate Umbach (17 Jahre Grimmels, Sport, Französisch, Italienisch) und Oberstudienrat Edmund Stocker (20 Jahre, Mathematik, Chemie) haben das Profil des Grimmelshausen-Gymnasiums in Offenburg durch ihre verschiedenen Tätigkeiten und Funktionen und nicht zuletzt durch ihren persönlichen Einsatz mitgeprägt.
Schmidt, Winzertochter aus der Ortenau, hat für sich neben ihren Fächern Biologie und Chemie vor allem das pädagogische Element des Schulbetriebs ins Zentrum gerückt. So hat sie den Bereich der Studien- und Berufsorientierung mitaufgebaut, einen Zweig, der in diesem Jahrzehnt im Gymnasialbetrieb stärker betont wird. Zugleich hat sie sich lange als Personalrätin, zuletzt im Bezirkspersonalrat, intensiv für die Belange der Kolleginnen und Kollegen eingesetzt. So schätzen Schüler wie Lehrer den „Wirbelwind“ Schmidt für die besondere menschliche Note, die sie der Schule gegeben hat. „Ehemalige“ halten gerne Kontakt zu ihr. Dabei waren ihre Anfänge „holprig“, weil sie keine Stelle bekam, wie sie selbst sagt: „Als ich dann vor 33 Jahren als Mutter von zwei kleinen Kindern am Grimmelshausen-Gymnasium mit halber Stelle begann, waren meine Kollegen fast nur Männer. Berufstätigkeit und Kinderbetreuung standen damals noch nicht unbedingt auf der Agenda. Das Familienmodell war noch klassisch.“
Schulischen Wandel hat auch der Neurieder Stocker aktiv unterstützt. Ihm ist vor allem die frühzeitige Digitalisierung der Verwaltung am Grimmels zu verdanken. Als er 1998 am Grimmels begann, wurde der Stundenplan wie damals üblich „von Hand gesteckt“. Als Stundenplaner führte Stocker 2001 dafür ein Computerprogramm ein. „Als mein Vorgänger das Büro betrat, fragte er mich, wo der Stundenplan sei, denn die Stecktafeln an den Wänden waren leer. Alles war in einer Diskette versteckt“, so Stocker schmunzelnd über diese kleine „Revolution“. Geschätzt wird er für sein „offenes Ohr“, sein pädagogisches „Händchen“ und seine Zuverlässigkeit. Geradezu berüchtigt ist indes seine absolute Gewissenhaftigkeit. „Er ruht nicht eher, als dass er den Fehler gefunden hat“, weiß Hansjörg Haaser, langjähriger Kollege, zu berichten.
Für ihre Gradlinigkeit und ihren fordernden Unterricht geachtet ist bei allen Sport-, Französisch- und Italienisch-Lehrerin Umbach. Vor 25 Jahren nahm sie die Gelegenheit wahr, sich im Zusatzfach Italienisch – damals Mangelfach – berufsbegleitend ausbilden zu lassen. Seit jeher ihr Lieblingsfach baute die Wahl-Kenzingerin Italienisch am Grimmels auf, organisierte Austauschfahrten und trägt seitdem zur neusprachlichen Vielfalt entscheidend bei. Ursprünglich am Schiller-Gymnasium tätig wechselte Umbach an das Grimmels, da hier der Wunsch nach der Einführung des neuen Faches bestand.
Fehlen wird allen drei – so erzählen sie – der Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern. Ein idyllisch gelegener eigener Garten und der C.-Bechstein-Flügel im Falle der Wahl-Kenzingerin Umbach sollen allerdings über diesen Mangel hinweg helfen. Schmidt hingegen will sich der Lokalgeschichte widmen, während sich Stocker schlicht auf Urlaub außerhalb der Ferienzeiten freut.
Text: M. Steen-Tolle
„70 Jahre Grimmels“ im Schulgarten: v.li.n.re. Ruth Schmidt, Edmund Stocker und Renate Umbach
Dass es sich in Polen gut leben lässt, war den elf Schülerinnen und Schülern vom Grimmelshausen-Gymnasium eigentlich vor dem Austausch schon klar. Doch beim diesjährigen Schüleraustausch entstand bei besonders vielen Gelegenheiten ein wohliges Gefühl im Bauch: beim herzlichen Empfang durch die Gastfamilien und die Schule, beim Verzehr der leckeren ermländischen und masurischen Spezialitäten auf familienübergreifenden Grill-Partys, beim gemeinsamen Lagerfeuer oder dem großen Abschlussessen.
Vor allem der Vergleich ermländisch-masurischer und badischer Spezialitäten stellte in diesem Jahr das Projektthema dar und zog sich wie ein roter Faden durch die gemeinsamen Tage. So begann ein Tag damit, dass die polnischen Schülerinnen und Schüler die Gäste vom Grimmels bekochten und endete mit einem üppigen „Gelage“ in einem traditionellen ermländischen Restaurant. Dazwischen erstellten die Schüler ein gemeinsames Kochbuch mit jeweils lokalen Spezialitäten. Die badischen Spezialitäten dürfen dann nach den Pfingstferien beim Gegenbesuch getestet und genossen werden.
Die Ausflüge ließen nicht nur die beeindruckende Weite der ermländisch-masurischen Landschaft erfahren, die in der frühsommerlichen Sonne ihre starke Wirkung entfaltete. Auch geschichtliche Zusammenhänge wurden bei Führungen in Danzig oder an den gewaltigen Festungskathedralen der uns eher fremden Backsteingotik des Deutsch-Herrenordens in Malbork und Frombork an der Frischen Nehrung hergestellt.
Es waren wunderschöne und sonnige Tage mit einem spannenden Programm in unserer Partnerstadt Allenstein/Olsztyn. Sowohl Schüler als auch Begleitlehrer auf beiden Seiten freuen sich immer wieder über den seit Jahren bestehenden Schüleraustausch und den unkomplizierten und herzlichen Umgang miteinander.
Die großartige und großzügige Unterstützung durch die Georg-und-Maria-Dietrich-Stiftung und die Stadt Offenburg komplettiert das wohlige polnische Bauchgefühl dieses jährlichen Austausches.
Text:B. Schindler und L. Rosenkranz
Bilder: Teilnehmer Polenfahrt
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