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Marco Steffens besuchte die 10b am Grimmels

Einige Schüler der Klasse 10b des Grimmelshausen-Gymnasiums hatten Eigeninitiative ergriffen und den designierten Oberbürgermeister Marco Steffens als Interviewpartner in den Gemeinschaftskundeunterricht eingeladen, um durch seinen Besuch ihr GFS-Referat lebendig, zeitbezogen und konkret werden zu lassen. Dieser lobenswerte Mut wurde belohnt. Herr Steffens folgte der Einladung trotz eines vollen Terminkalenders gerne und erwies sich eine Schulstunde lang als interessanter, vielseitiger und offener Interviewpartner. Mit großem Enthusiasmus beantwortete er die Fragen der Schüler und Schülerinnen und brachte ihnen mit aktuellen Beispielen viele Themen der Kommunalpolitik näher. Besonders auch die Wichtigkeit des Engagements der Jugend in der Politik wurde von dem prominenten Besucher hervorgehoben, sei es bei Wahlen oder anderen Möglichkeiten, sich in das politische Geschehen einzubringen, wie z.B. bei Jugendforen. Das Gespräch verlief sehr interessant und kurzweilig, so dass die Schüler an diesem Tag zum ersten Mal das Klingeln am Ende der Schulstunde ganz gerne überhört hätten. Am Ende dieses außergewöhnlichen und motivierenden Unterrichts bedankte sich die Klasse bei Herrn Steffens für sein Kommen und sein Engagement.

Text und Foto: S. Herbert

Schulfestspende an die Lebenshilfe

Schulfest „de luxe“ – echte Gemeinschaftsaktion

„Rund um ein gelungener Tag!“, fassen Elternbeirat und Förderverein das Schulfest 2018 zusammen. „Man hat die Gemeinschaft dieser lebendigen Schule gemerkt.“ SMV, Eltern und Lehrer hatten im Juli gemeinsam gewirkt und ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt: Eingerahmt von der Bigband gab es u.a. Spielangebote für die Jüngeren und kulinarische Köstlichkeiten für alle. Mit Musicalausschnitten und einer Modenschau zeigte sich das Grimmels von seiner kreativen Seite. Ein Jahresrückblick, Schülerehrungen und Danksagungen rundeten das Fest ab. „Die Eltern haben sich beim gemütlichen Beisammensein wohlgefühlt und die Kommunikation zwischen allen hat super funktioniert“, resümiert Stefanie Neckermann als Mitglied der Organisationsgruppe begeistert. „Hoffentlich wird das Schulfest in dieser Form weitergeführt!“

Das soziale Engagement kommt beim Grimmels nicht zu kurz: Die Erlöse des Schulfests wurden an die Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch e.V. gespendet.

Text: M. Steen-Tolle

 

    
Fotos: A. Hübner

1.767 Euro fließen in Projekte für Menschen mit Behinderung.

„In diesem Jahr haben wir uns bewusst entschieden, dass der Erlös unseres Schulfestes an einen guten Zweck fließen soll – hier waren wir uns alle einig: Schülervertreter, Lehrerkollegium, Elternbeirat und Förderverein“, erklären Schulleiterin Susanne Self-Prédhumeau und ihr Stellvertreter Christian Haist. Mit dem Geld unterstützt die Schulgemeinschaft besondere Projekte der Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch e.V., denn nicht alle Angebote, die für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung sinnvoll sind, werden von der Öffentlichen Hand finanziert. Insbesondere für Angebote und Anschaffungen im Bereich Kunst und Musik, Sport und Bewegung oder Freizeitangebote allgemein, ist die Lebenshilfe auf Spenden angewiesen.

Mehr Berührungspunkte

Die Gestaltung des Grimmels-Schulgartens war der Impuls. Die „Grüne Hand“, Garten- und Landschaftspflegeabteilung der Lebenshilfe, hatte diese Aufgabe übernommen und so war der Kontakt entstanden und gewachsen. „Wir haben festgestellt, dass es eigentlich ganz einfach ist, über den Tellerrand hinauszuschauen“, so Martin Steen-Tolle, Abteilungsleiter am Grimmels. „Unser Interesse ist geweckt, wir würden uns für die Zukunft noch weitere Berührungspunkte wünschen.“ Denkbar seien zum Beispiel Praktika sowie gemeinsame Projekte oder Workhops. „Vielleicht auch ein gemeinsames Gartenprojekt“, ergänzt Rita Rennwald, Gruppenleiterin der Grünen Hand.

Text: S. Henninger-Kusch

 
Gemeinsames Treffen im Schulgarten: SMV-Mitglieder und die Schulleitung des Grimmelshausen-Gymnasiums überreichen den Mitarbeitern der Grünen Hand ihre Spende für die Lebenshilfe persönlich.

Foto: S. Henninger-Kusch

Amtseinführung von Frau Self-Prédhumeau am Montag, den 10. September 2018

Am Montag, dem ersten Schultag des neuen Schuljahres, besuchte Frau Bengel, stellvertretende leitende Regierungsschuldirektorin am Regierungspräsidium Freiburg, das Grimmelshausen-Gymnasium in Offenburg in offizieller Mission, um die Amtseinführung der neuen Schulleiterin Frau Self-Prédhumeau im Rahmen der ersten Gesamtlehrerkonferenz des Schuljahres vorzunehmen.

Frau Bengel, die dem Grimmels als ehemalige Kollegin persönlich verbunden ist, fand die passenden Worte, indem sie ausgehend von Werdegang und Karriereschwerpunkten Frau Self-Prédhumeaus die Querverbindungen zum Grimmelshausen-Gymnasium mit seinem Profil und seiner Tradition zog. Aus institutioneller Sicht, so Bengel, sei Frau Self-Prédhumeau eine „Grenzgängerin“, die nun – als erste Schulleiterin in der Geschichte des Grimmels – in ihrer Funktion „Grenzen erkennen“ und „Grenzen setzen“  müsse, diese aber auch „zu überwinden“  habe. So verwies Frau Bengel auf Parallelen zwischen den biographischen Eckdaten der neuen Schulleiterin und der Biographie des Vorgängers, Herrn Kopriwa, wie etwa die enge Verbundenheit zu Frankreich, das dauerhafte Bestreben, die innovative Arbeit in der Schulentwicklung fortzuführen und eben die Bereitschaft und Fähigkeit Grenzen zu überwinden. Die dafür notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse habe sich Frau Self-Prédhumeau bei ihren zahlreichen und vielfältigen Tätigkeiten in Schule, Didaktik und Pädagogik im In- und Ausland angeeignet und unter Beweis gestellt. Hierbei bezog sich Frau Bengel insbesondere auf die Fähigkeiten Frau Self-Prédhumeaus in Schulmanagement und  Schulentwicklung. So habe sie mit der deutschen Schule Toulouse, deren Leitung sie in schwieriger Lage übernommen habe, das Gütesiegel einer exzellenten Auslandsschule erlangt. Damit seien, mit dem nun vollständigen neuen Schulleitungsteam und der bisher erfolgreichen Arbeit des Kollegiums, die Voraussetzungen für Kontinuität und Entwicklung in der Schulleitungsarbeit gegeben. Als „Glücksbringer“ überreichte Frau Bengel eine Wölfin – unter Bezugnahme zur kapitolinischen Wölfin der Sage, durch welche die Tradition des Grimmels als „Lateinschule“ gleichermaßen verkörpert sei wie die Aufgabe der Fürsorge. Da sich diese auf zwei Kinder gerichtet habe, sei hier auch die Vielfalt aus dem Leitbild des Grimmelshausen-Gymnasiums repräsentiert, sowie im Fortgang der Geschichte die Entstehung und Verantwortung für eine ganze Stadt. Gleichsam mit einem Augenzwinkern erfolgte noch der Hinweis, dass dieser Wölfin auch die Kompetenz der Schlichtung zukommen müsse, damit sich der Ausgang der Sage zwischen den Brüdern Romulus und Remus nicht wiederhole.

Frau Self-Prédhumeau bedankte sich für den Besuch und die freundlichen Worte und zeigte sich – bestärkt durch die offene Aufnahme durch das Kollegium – zuversichtlich für eine erfolgreiche Arbeit über die kommenden Jahre.

Text: F. Haag

  

Fotos: C. Haist

Grimmelsrektor Dieter Kopriwa in den Ruhestand verabschiedet

Er hat das Grimmelshausen-Gymnasium zu dem gemacht, was es heute ist: Schulleiter Dieter Kopriwa wurde am Donnerstag, den 19.07.2018 in den Ruhestand verabschiedet. Seine Wegbegleiter dankten ihm für sein Engagement, durch das er vieles für die Schule auf den Weg gebracht hat.

Eine Verabschiedungs-Matinee mit Esprit gab es am Donnerstag für den scheidenden Schulleiter des Grimmelshausen-Gymnasiums, Dieter Kopriwa, im Salmensaal. Noch bevor der vielfach Geehrte seine Urkunde »Ruhestand« vom Regierungspräsidium Freiburg in Händen hielt, hatten die Festredner unisono seinen erfolgreichen zwei Jahrzehnte langen Einsatz in der Schulleitung auf der von ihm gewählten Grundlage eines heutigen humanistischen Denkens am »Grimmels« gewürdigt.

»Ein Mensch, der Grenzen überwinden kann«, hatte Thomas Steiner, Abteilungsdirektor des Regierungspräsidiums Freiburg, den Lateiner und Romanisten Kopriwa als einen Pädagogen mit Intellekt, Humor und einer außergewöhnlichen pädagogischen Befähigung charakterisiert. Nach einem herzlichen Dank von Oberbürgermeisterin Edith Schreiner, verbunden mit »großem Respekt für Ihre Leistungen«, so Schreiner, setzte Manfred Keller, Schulleiter des Schiller-Gymnasiums, die Laudatio fort. In der Ägide von Dieter Kopriwa habe das »Grimmels-Boot« wieder Fahrt aufgenommen. Er habe sich als geschickter Lenker bewährt, als das Schiff einst ein wenig ins Trudeln gekommen sei.

Weit darüber hinaus zeigte sich an der Auflistung der eingeführten Schul-Schwerpunkte, was Dieter Kopriwa geleistet hat. Um nur Stichworte zu nennen: Das Abi Bac (bilingualer Zug), eine Fächerkombination, passgenau für das »Grimmels«, und die Etablierung des Theaterprofils mit Zusammenarbeit aller städtischen Gymnasien. Hierbei entstand eine städtische TheaterAkademie mit angegliedertem Chor und Orchester, die über alle Klassenstufen führt. Kopriwa förderte außerdem den Austausch mit Collèges und Gymnasien in Frankreich, insbesondere in Straßburg und Nantes. Alle Projekte und der Schulalltag wurden von Dieter Kopriwa mit Hingabe und großem Einsatz getragen.

»Cher Dieter«, das passte ungemein zum Tenor der Wegbegleiter. Antje Tennstedt hatte für die Partnerschule St. Etienne in Straßburg Dieter Kopriwa in einem Grußwort so angesprochen. Dass der stellvertretende Schulleiter Christian Haist mit Helfern die Organisation der Verabschiedungs-Feier übernommen hatte, war nicht nur ein Glücksfall, sondern auch Ausdruck der Kollegialität des Lehrergremiums. Und hier darf man auch die »Grimmels«-Schüler ausdrücklich loben. Ihr stilvolles Festprogramm könnte man dem Kultursender Arte anbieten.

Schüler musizierten

Die Solistin am Piano, die Chorsänger-Gruppe und das Orchester hatten eine Auswahl von Klassik bis Pop aufgelegt. Den Vorsitzenden des Elternbeirats, Alexandra Kühne und Sabine Kempf, sowie der Vorsitzenden des Fördervereins, Bettina Meller, blieb nur, sich in den Chor einzureihen, der Dieter Kopriwa für sein aufmerksames, persönliches und sachlich ruhiges Agieren von Herzen dankte. »Unser aller Zusammenarbeit war von gegenseitigem Vertrauen und konstruktivem Verhalten geprägt.«

Mit sichtlicher Rührung, die aber durch feinen Humor gemildert wurde, verabschiedete sich Dieter Kopriwa mit Dank an alle, die ihn während seiner Laufbahn begleitet hatten. Die harmonische und aufbauende Zusammenarbeit in Schule und Außenbereich habe zu dem geführt, was die Schule heute ausmache, fügte er an. Eine kurze, aber knackige Liebeserklärung erhielt Ehefrau Dominique von ihrem Mann, der viele Abende spät nach Hause gekommen war und sogar daheim noch am Schreibtisch gesessen hatte. Im Anschluss hatte Dieter Kopriwa noch zu einem Beisammensein im Schulhof des Grimmelshausen-Gymnasiums eingeladen. Eine rote Schultüte mit Bonbons durfte er mit nach Hause nehmen, die hatten ihm die Chorschüler in die Hand gedrückt.

Text: U. Groß – Mittelbadische Presse, 20. Juli 2018

»Grimmels«-Rektor Dieter Kopriwa (Mitte) mit seiner Nachfolgerin Susanne Self-Prédhumeau
und Abteilungsdirektor Thomas Steiner vom Regierungspräsidium.

Foto: U. Marx

„Orpheus“ im Offenburger Salmen

Grimmels-Schüler begeistern mit ihrem Theater-Stück

Kostüme im Stile der 1920er-Jahre, die öffentliche Meinung als Person sowie ein Publikum, das immer wieder mit einbezogen wurde: Am Wochenende spielte die Theater-AG der Oberstufe des Offenburger Grimmelshausen-Gymnasiums an zwei Abenden im Salmen unter der Leitung von Hansjörg Haaser »Orpheus in der Unterwelt« nach Jacques Offenbach.

»Gib uns ein Beispiel der Moral: Du trauerst um deine Frau«, sagte die öffentliche Meinung – in einem kreativen Kostüm verkörpert von Anna Vitiello. »Nein«, lautete die lapidare Antwort von Orpheus (David Schiebel). Die Lacher des Publikums hatte das Ensemble immer wieder auf seiner Seite. Schiebel trug seinen Teil dazu bei: Der »Grimmels«-Schüler spielte Orpheus mit einer schelmischen Natürlichkeit, die sofort gut ankam.

Zum Inhalt: Orpheus soll seine Frau Eurydike (Jessica Zweier) aus der Unterwelt befreien, obwohl sie eigentlich zerstritten sind und beide Affären haben. In einem parallelen Handlungsstrang, der gegen Ende mit dem ersten zusammengeführt wird, geht es um die Götter des Olymps. Besonders Melina Egg als Venus stach hier heraus. Mit großer Souveränität verkörperte sie nicht nur die Göttin der Liebe, sondern reagierte auch professionell bei kleinen Unsicherheiten anderer.

Venus und den anderen Göttern auf dem Olymp ist langweilig, Jupiter (Tobias Kropp) hat ein Alkoholverbot ausgesprochen und seitdem wird auf dem Olymp nicht mehr gefeiert. Doch zum Glück kommt es auch hier zum Happy End, kurz vor dem Endapplaus wird in der Unterwelt gefeiert – und Eurydike entscheidet sich gegen jede der ihr angebotenen Beziehungen und geht ihren eigenen Weg.

Begleitet wurden die Schauspieler von der Musik Jacques Offenbachs, der »Orpheus in der Unterwelt« als Operette geschrieben hat. Hinzu kamen beeindruckende Kostüme: Lehrerin Silke Herbert hatte sich mit ihrer Idee der 1920er-Jahre etwas Besonderes einfallen lassen. Die Stimmung im Stück wurde zusätzlich mit einer Leinwand im Hintergrund erzeugt, auf der entsprechend dem Ort der Szene Bilder oder Collagen gezeigt wurden. Tänze, die Julia Kircher choreografiert hatte, komplettierten das Gesamtbild.

Wie schon in der Vergangenheit vereinte Hansjörg Haaser in seinem Stück Altes und Neues, inhaltlich wie schauspielerisch. So setzt er inhaltlich einem alten Text eine moderne und schnell reagierende öffentliche Meinung gegenüber, während auf der Ebene der Schauspieler die erfahrenen Oberstufenschüler durch jüngere und unerfahrenere ergänzt wurden, die die Zukunft der AG sichern sollen – denn nach dem Applaus wurden gleich mehrere Mitwirkende der AG verabschiedet. Für Rekordhalterin Melina Egg war es bereits die zehnte »Grimmels«-Produktion.

Text: J. Reinbold

Fotos: J. End

 

Literatur und Musik im Kreuzgang des Kapuzinerklosters

Literatur und Musik

„Die Sehnsucht scheint mir die einzige ehrliche Eigenschaft des Menschen.“ Dieses Zitat von Ernst Bloch war Teil der Sprech-Collage, mit der „Literatur und Musik“ am Abend des 13. Juli im Innenhof des alten Kapuzinerklosters eröffnet wurde. Unter der Leitung von Angela Bruder-May und Hansjörg Haaser wurde das Motto „Nur wer die Sehnsucht kennt…“ von Grimmelshausen-Schülerinnen und -Schülern in Worte, Töne und Tanz gefasst.

Für Hansjörg Haaser ist der Abend gleichzeitig ein Abschied von 12 Jahren dieser Veranstaltungsreihe, entsprechend lange hält der Applaus am Ende auch an. Die Sehnsucht ist dafür ein passendes Thema – wie vielfältig Sehnsucht sein kann, wird im Laufe des Abends klar. Sehnsucht nach Erkenntnis, nach geliebten Menschen, einem Festmahl oder dem Tod, kein Bereich wird ausgespart, als die Besucher mitgenommen werden auf eine Reise von Brecht, Goethe und Hesse, Schubert, Smetana und Mendelssohn-Bartholdy.

Musikalisch wird der Abend von den Schwestern Nora und Noémie Bruhier eröffnet, die „Vois sur ton chemin“ aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ mit Querflöte und Akkordeon spielen und so von Anfang an eine sommerlich entspannte Atmosphäre in den Innenhof des Kapuzinerklosters bringen. Unterstützt wird diese Stimmung von Goethe: „Italienische Reise – Rom“ ist Sehnsucht in ihrer positiven Form. Das Sehnen nach der Ferne, nach Reisen und südlicher Sonne.

Besonders beeindruckt ist das Publikum an diesem Abend von Elias Meder und Leonie Schulz. Der Bariton und die Pianistin überzeugen zuerst mit „An die Musik“, ein Stück von Franz Schubert. „Du holde Kunst, ich danke dir“, kommt darin vor, das denkt sich bestimmt auch der ein oder andere Besucher. „Gute Nacht“ und „Der Lindenbaum“, ebenfalls Schubert, sind Stücke aus dem Winterreise-Zyklus des Komponisten und auch hier überzeugt die Stimme des Abiturienten in Höhen wie in Tiefen mit einer natürlichen Wärme.

Ebenfalls im Gedächtnis bleiben dem Publikum zwei Stellen aus Faust. Den wohl berühmtesten Sehnsuchts-Monolog des deutschen Dramas stellt David Schiebel glaubwürdig dar: Faust, der nach dem Sinn des Lebens sucht und schließlich doch einer Frau hinterherträumt. Zum zweiten Emilia Herzog mit Gretchens Lied am Spinnrad. Ganz zart füllt sie damit die ganze Bühne. Berührend ist auch Effie Briests Sterbeszene, in der Noémie Bruhier sich als Effie nach dem Jenseits und nach Glück sehnt.

Schließlich steht am Ende des Abends das „Gedicht zum Abschluss“ eines unbekannten Autors. Mit einem Text, der das Publikum munter in den Abend entlässt, verabschiedet sich Hansjörg Haaser vom Literatur und Musik Publikum.

Text: J. Reinbold

Foto: J. End

70 Jahre Grimmels verabschieden sich in den Ruhestand

„Zu meiner Berufswahl kann ich mich im Nachhinein nur beglückwünschen“, sagt Oberstudienrätin Ruth Schmidt im Rückblick auf ihre lange Schullaufbahn, die sie die letzten 33 Jahre am Grimmelshausen-Gymnasium verbracht hat. Damit scheidet eine der Dienstältesten aus dem Offenburger Traditionsgymnasium. Mit ihr verabschiedet das „Grimmels“ zwei weitere verdiente Mitglieder des Kollegiums.

Auch Oberstudienrätin Renate Umbach (17 Jahre Grimmels, Sport, Französisch, Italienisch) und Oberstudienrat Edmund Stocker (20 Jahre, Mathematik, Chemie) haben das Profil des Grimmelshausen-Gymnasiums in Offenburg durch ihre verschiedenen Tätigkeiten und Funktionen und nicht zuletzt durch ihren persönlichen Einsatz mitgeprägt.

Schmidt, Winzertochter aus der Ortenau, hat für sich neben ihren Fächern Biologie und Chemie vor allem das pädagogische Element des Schulbetriebs ins Zentrum gerückt. So hat sie den Bereich der Studien- und Berufsorientierung mitaufgebaut, einen Zweig, der in diesem Jahrzehnt im Gymnasialbetrieb stärker betont wird. Zugleich hat sie sich lange als Personalrätin, zuletzt im Bezirkspersonalrat, intensiv für die Belange der Kolleginnen und Kollegen eingesetzt. So schätzen Schüler wie Lehrer den „Wirbelwind“ Schmidt für die besondere menschliche Note, die sie der Schule gegeben hat. „Ehemalige“ halten gerne Kontakt zu ihr. Dabei waren ihre Anfänge „holprig“, weil sie keine Stelle bekam, wie sie selbst sagt: „Als ich dann vor 33 Jahren als Mutter von zwei kleinen Kindern am Grimmelshausen-Gymnasium mit halber Stelle begann, waren meine Kollegen fast nur Männer. Berufstätigkeit und Kinderbetreuung standen damals noch nicht unbedingt auf der Agenda. Das Familienmodell war noch klassisch.“

Schulischen Wandel hat auch der Neurieder Stocker aktiv unterstützt. Ihm ist vor allem die frühzeitige Digitalisierung der Verwaltung am Grimmels zu verdanken. Als er 1998 am Grimmels begann, wurde der Stundenplan wie damals üblich „von Hand gesteckt“. Als Stundenplaner führte Stocker 2001 dafür ein Computerprogramm ein. „Als mein Vorgänger das Büro betrat, fragte er mich, wo der Stundenplan sei, denn die Stecktafeln an den Wänden waren leer. Alles war in einer Diskette versteckt“, so Stocker schmunzelnd über diese kleine „Revolution“. Geschätzt wird er für sein „offenes Ohr“, sein pädagogisches „Händchen“ und seine Zuverlässigkeit. Geradezu berüchtigt ist indes seine absolute Gewissenhaftigkeit. „Er ruht nicht eher, als dass er den Fehler gefunden hat“, weiß Hansjörg Haaser, langjähriger Kollege, zu berichten.

Für ihre Gradlinigkeit und ihren fordernden Unterricht geachtet ist bei allen Sport-, Französisch- und Italienisch-Lehrerin Umbach. Vor 25 Jahren nahm sie die Gelegenheit wahr, sich im Zusatzfach Italienisch – damals Mangelfach – berufsbegleitend ausbilden zu lassen. Seit jeher ihr Lieblingsfach baute die Wahl-Kenzingerin Italienisch am Grimmels auf, organisierte Austauschfahrten und trägt seitdem zur neusprachlichen Vielfalt entscheidend bei. Ursprünglich am Schiller-Gymnasium tätig wechselte Umbach an das Grimmels, da hier der Wunsch nach der Einführung des neuen Faches bestand.

Fehlen wird allen drei – so erzählen sie – der Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern. Ein idyllisch gelegener eigener Garten und der C.-Bechstein-Flügel im Falle der Wahl-Kenzingerin Umbach sollen allerdings über diesen Mangel hinweg helfen. Schmidt hingegen will sich der Lokalgeschichte widmen, während sich Stocker schlicht auf Urlaub außerhalb der Ferienzeiten freut.

Text: M. Steen-Tolle

„70 Jahre Grimmels“ im Schulgarten: v.li.n.re. Ruth Schmidt, Edmund Stocker und Renate Umbach

Foto: C. Haist

„Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“ (Aurelius Augustinus)

Diese Aussage veranschaulichten die vier Referenten am Donnerstag, den 21.06.2018, indem sie der Jahrgangsstufe 1 ihre Erfahrungen mit einem Freiwilligendienst im Ausland vorstellten. Ihre Präsentationen belegten eindrücklich: Eine gute Gelegenheit, weitere „Buchseiten“ zu sehen, ist, das Reisen mit sozialem bzw. ökologischem Einsatz zu verbinden – und nach dem Abitur einen Freiwilligendienst im Ausland zu leisten. Wie sich das konkret in der Nähe oder Ferne gestalten lässt, erfuhren die Zuhörer/-innen bei den sehr persönlich gestalteten Erfahrungsberichten der vier Referenten.

Die Möglichkeiten dazu sind vielfältig, wie die Referate zeigten: Ob als „volunteer“ in einem Seminar- und Tagungshaus an der Ostküste Nordirlands, als „voluntaria“ in einer peruanischen Pfarrgemeinde, als Freiwillige in einem ökumenischen Jugendzentrum in Belfast oder als weiterziehender „wwofer“ auf Bio-Farmen in Neuseeland – alle vier Vortragenden verwiesen auf prägende Erlebnisse.

Angesichts ablaufender Bewerbungsfristen sollten sich Interessierte möglichst bald um ihre Anmeldung kümmern. Wer noch Fragen dazu hat, kann sich gerne an Frau Burth wenden (auch für Kontaktadressen).

Hiermit danken wir den vier Referenten Anna Lena Bleier, Viola Schreiber, Helena Mandok und Jakob Ellensohn nochmals ganz herzlich!

 

Text und Foto: V. Burth

 

Jugendliche Flüchtlinge auf einer der gefährlichsten Routen der Welt – Lesung mit dem Jugendbuchautor Dirk Reinhardt zu seinem Buch ‚Train Kids‘

Am 7.6.2018 war Dirk Reinhardt zu einer Lesung mit seinem Jugendbuch ‚Train Kids‘ am Grimmelshausen-Gymnasium zu Gast. Sechs Klassen ließen sich von den dramatischen Schicksalen einiger lateinamerikanischer Jugendlicher anrühren, denen tatsächliche Begegnungen des Autors zugrunde liegen. Eine Schülerin aus Klasse 9 schrieb die folgende Reportage…

 

Es ist 13:55 Uhr. Ein stickig-heißer Tag im Juni, aber dennoch herrscht im überhitzten Theaterraum des Grimmelshausen-Gymnasiums ein so reger Andrang wie sonst nur bei den Vorführungen während des Sommerfests.

Fast hundert Menschen haben sich hier versammelt, hauptsächlich Schüler, von denen die meisten jetzt wohl lieber im Bus auf dem Heimweg oder sogar schon zuhause auf dem Sofa säßen. Dennoch sind viele bereits rege dabei, ihre Exemplare von „Train Kids“ signieren zu lassen – von Dirk Reinhardt, der geduldig auf das Eintreffen der übrigen Zuschauer- und Zuhörer wartet. Nachdem alle eingetroffen sind, schließt man die Türen und augenblicklich wird es merklich stiller im Raum. Es wird eine lange Lesung, das wissen oder vermuten die meisten und bei annähernd dreißig Grad im Schatten gilt es, sich angemessen auf die folgenden beiden Schulstunden vorzubereiten. Dazu gehören bei vielen das Buch, das heute vorgestellt werden soll, eine Flasche Wasser oder Block und Stift, die wahlweise zum Mitschreiben verwendet werden oder um sich die Zeit mit Zeichnen zu vertreiben.

Als Dirk Reinhardt das Mikrophon an sich nimmt, verstummt jedoch auch das letzte Gemurmel endlich und der Autor des erfolgreichen Jugendbuchs stellt sich und sein Werk mit einigen Sätzen vor. Die Handlung, die sich um fünf südamerikanische Jugendliche auf dem Weg in die USA dreht, hat einen gleichermaßen wahren wie ernsten Hintergrund. In vielen Ländern Mittel- und Südamerikas, in Ländern wie Guatemala, Honduras oder El Salvador, sei die Armut oft so groß, dass selbst die Kinder arbeiten müssten, um dabei zu helfen, die Familie zu ernähren. Sie arbeiten als billige Arbeiter in Textilfabriken, suchen verwertbare Gegenstände und Lebensmittel auf Müllhalden oder lauern Autos an roten Ampeln auf, um die Windschutzscheiben gegen ein kleines Taschengeld zu putzen.

Dabei kommt es allerdings auch vor, dass die Väter ihre Familien verlassen und die Mütter mit oft vielen und kleinen Kindern zurücklassen, was die Zurückgelassenen vor ernsthafte Probleme stellt. Wie er uns mithilfe einiger Bilder verdeutlicht, ist es für Frauen in Süd- und Mittelamerika beinahe unmöglich alleine für die Familie zu sorgen, da dort die Gleichberechtigung noch nicht sehr weit fortgeschritten ist. Viele entschließen sich deshalb dazu, die Kinder bei entfernten Verwandten, Nachbarn oder Freunden unterzubringen und ihr Glück in den USA zu versuchen, da dieses große und reiche Land im Norden ihnen ganz andere Chancen bietet.

Die Träumereien und Geschichten, die man sich über die USA erzählt, treffen jedoch nur selten zu und so platzt der “American Dream“ bei vielen schon in den ersten Monaten wie eine Seifenblase. Aus den angestrebten ein oder zwei Jahren, nach denen die Mütter zu ihren Kindern mit dem verdienten Geld zurückkehren wollten, werden rasch ein halbes Dutzend oder noch mehr. Und nach so langer Zeit entschließen sich viele der Kinder, die inzwischen zu Jugendlichen geworden sind, die jüngeren Geschwister zu verlassen und ihrer Heimat den Rücken zu kehren, um auf die Suche nach den Müttern zu gehen.

Allerdings müssen die jungen Flüchtlinge auf dem Weg dorthin ganz Mexiko durchqueren, ein für unsere Verhältnisse wildes und ungezähmtes Land. Die Reise ist lang, beschwerlich und nicht ganz ungefährlich, aber dennoch machen sich Zehntausende auf. Sie legen mehrere Tausend Kilometer zurück, meist auf den Dächern fahrender Güterzüge und durch die verschiedensten Biome hindurch. Dschungel, Gebirge und Wüsten sind nur einige wenige Beispiele der Natur Mexikos. Zu beiden Seiten der Gleise lauern Banditen, die es auf die Ersparnisse der Flüchtenden abgesehen haben. Die Polizei ist so korrupt wie gewaltbereit und allein das Aufspringen auf die Züge fordert jede Menge Todesopfer. Dennoch üben die Vereinigten Staaten eine bizarre Anziehungskraft auf die Flüchtlinge aus, sodass sich viele trotz mehrmaligen Scheiterns wieder und wieder auf den Weg machen, oft dreimal, viermal, zehnmal.

Um diese Reise voller Gefahr möglichst authentisch wiederzugeben, bereiste Dirk Reinhardt selbst für einige Wochen Mexiko, um sich ein genaueres Bild der Odyssee zu machen. Dabei sprach er mit vielen Jugendlichen, fragte nach ihren Beweggründen und Erlebnissen, vermischte diese mit einer Prise Fiktion und erschuf ein Buch, dem kürzlich sogar ein katalonischer Literaturpreis verliehen wurde. Dies berichtet er uns nicht ohne Stolz und fügt hinzu, dass es auch ins Japanische übersetzt wurde, von dem er kein Wort versteht. Dennoch steht es in seinem Bücherregal. Anschließend setzt er sich, um uns mit der eigentlichen Lesung in seinen Bann zu ziehen, die drei verschiedene Kapitel umfasst und ungefähr eine halbe Stunde lang andauert.

Darin lernt man die fünf Hauptcharaktere besser kennen: den vierzehnjährigen Miguel aus einem Dorf in den Bergen Guatemalas, der aufbricht, um seine Mutter zu suchen; den furchtlosen Emilio; Ángel, den kleinsten und jüngsten von ihnen; Jaz, die eigentlich Jasmina heißt und sich als Junge ausgibt; und Fernando, der bereits einige Male an der beschwerlichen Reise scheiterte.

Man begleitet sie unter anderem bei ihrem ersten Sprung auf einen fahrenden Zug und spürt förmlich ihre Angst, dass einer von ihnen zurückbleiben könnte. Man lernt die mexikanische Polizei etwas besser kennen, vielleicht sogar zu gut, die so gar nicht Freund und Helfer ist. Und man stellt dann doch erleichtert fest, dass es noch Gutes auf der Welt gibt, als sich ein Padre und seine Gemeinde den Verfolgern in den Weg stellen, um die fünf Jugendlichen zu schützen. Es ist ein auf und ab der Gefühle und trotz der sommerlichen Hitze im Theaterraum sind wir dann doch enttäuscht, als die Lesung nach einer guten halben Stunde zu Ende ist.

Viele der Schüler besitzen ohnehin ein Exemplar des Buches und man kann die Überlegung der anderen beinahe hören, sich ebenfalls eines zuzulegen. Zu groß ist die Verlockung, zu erfahren, wie es mit Miguel und seinen Begleitern weitergeht und wer von ihnen es nun letztendlich über die rettende Grenze in ihr Land der Träume schafft, die USA.

Der Autor lässt sich auch vom Schulgong nicht beirren, der zur Pause ruft, als er gerade dabei ist die Fragerunde zu eröffnen. Zu Beginn kommen die Fragen nur spärlich: In welche Sprachen das Buch übersetzt worden sei, ob er denn selbst spanisch spreche und ob er wirklich ein Mädchen wie Jaz kennengelernt hätte, das sich als Junge ausgab. Die Antworten sind dafür umso ausführlicher und so erfahren wir unter anderem, dass Dirk Reinhardt innerhalb mehrerer Wochen etwa 600 Kilometer der Bahnstrecke quer durch Mexiko abfuhr und dass er mithilfe eines Aufnahmegeräts die Berichte seiner Begegnungen festhielt.

Brisanter wird es, als die Frage fällt, ob er selbst problematische Begegnungen mit der Polizei gehabt habe, die rigoros und mit mehr oder weniger legalen Methoden gegen kritische Berichterstattung vorgeht. Ja, da hätte er durchaus seine Erfahrungen gemacht, erzählt der Autor. Er berichtet von Autokontrollen alle paar Kilometer, Schikanen und Durchsuchungen. Der Gipfel war, dass man am Flughafen seine gesamte Ausrüstung beschlagnahmt habe, sagt er auf Nachfrage und fügt hinzu, Kamera, Laptop und Tonbandgerät hätte er bis heute nicht wiedergesehen. Allerdings war es ihm doch gelungen, all seine gesammelten Dateien per Email nach Deutschland zu schicken und der übereifrigen Polizei so ein Schnippchen zu schlagen.

So gelang es ihm innerhalb eines Jahres ein Buch zu erschaffen, das nicht zuletzt dank der aktuellen Brisanz unerwartet hohe Verkaufszahlen erzielen konnte. 2015 erschienen, wurde es bisher mit dem Titel Buch des Monats April 2015 und dem Friedrich-Gerstäcker-Preis 2016 ausgezeichnet und ebenfalls 2016 für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Doch trotz seines großen Erfolgs als Autor nimmt Dirk Reinhardt sich Zeit für Lesungen an Schulen, besucht an einem Nachmittag im Hochsommer lieber unser Gymnasium anstatt das Schwimmbad und beendet seine Lesung pünktlich zum Gong.

Viele Schüler sind schon halb auf dem Weg nach draußen, um nicht ihren Bus oder Zug zu verpassen, bei denen sie selbstverständlich regelkonform einsteigen und nicht aufspringen wie die Jugendlichen in Dirk Reinhardts Roman. Doch die meisten nehmen sich zumindest noch einige Minuten Zeit, klatschen und eilen nach vorn, um noch die ein oder andere Frage zu stellen oder sich ein Autogramm abzuholen.

Es ist Leben in die Zuschauermenge gekommen, die der Autor nun doch von seinem Buch überzeugen und dafür begeistern konnte. An diesem schwül-heißen Tag Anfang Juni im Theaterraum des Grimmelshausen-Gymnasiums.

Text: J. Forster

Bild: C. Haist

Sommerkonzert 2018 des Grimmelshausen-Gymnasiums

Sommer, Sonne und gute Laune …

kennzeichneten das diesjährige Sommerkonzert des Grimmelshausen-Gymnasiums, das am 19. Juni im Schillersaal stattfand. Die  Eröffnung solch eines abwechslungsreichen Abends war sichtlich eine Freude für Schulleiter Dieter Kopriwa. Als erstes zeigten die Jüngsten ihr Können, das Orchester der Unterstufe mit zwei Menuetten von Haydn und Mozart und sehr tänzerisch mit dem Can-Can von J. Offenbach. Danach folgte die Unterstufen BigBand, die nicht nur beim ersten Stück, „Handclap“, sondern vor allem auch bei „Skyfall“ durch rhythmische Präzision und dynamische Abwechslung auffiel. Auch bei „The bare necessities“ war nichts einfach nur laut oder grob, sondern die verschiedenen BigBandfarben swingten gut ineinander. Man hörte, da war richtig gearbeitet worden. Eine dreitägige Probenphase in Ochsenhausen mit den Musiklehrerinnen Frau Bruder-May (Orchester), Frau Rombach (Chor) und Frau Plehn (BigBand) hatten wesentlichen Anteil am hohen musikalischen Niveau dieses Abends. So konnte auch der Chor der Mittel- und Oberstufe seine reiche klangliche Ernte einfahren. Zarte Stimmungswechsel zwischen Moll und Dur in „Sealed with a kiss“ gelangen ebenso wie weit schwingende Melodiebögen des Soprans in „I´ll be there“.  Aktuelle Hits wie „Make you feel my love“ und „Stadt“ wurden in ihrer teils solistischen, dann wieder zwei- bis dreistimmigen Interpretation zu einem berührenden emotionalen Moment. Die Faszination im Publikum des vollbesetzten Schillersaales war direkt zu spüren. Sie entlud sich im spontanen Mitschnippen bei „Goodnight, well it´s time to go“. Ein großer Spaß auch für den Schülerinnenchor, der nun um Lehrerinnen und Lehrer erweitert war.

Im zweiten Teil des Abends konnte man das Können an den verschiedensten Instrumenten in diversen Stilrichtungen verfolgen. Mit dem Prélude aus der Arlésienne-Suite von Bizet und dem Andante aus der 4. Sinfonie von Mendelssohn wurde es romantisch im besten Sinne. Schwelgende Melodien und dynamische Vielfalt passten in ihrer Temperiertheit zu diesem perfekten Sommerabend. Ein rhythmisches Highlight natürlich der „Bolero“ von Ravel mit einer atemberaubenden Präzision des Solisten Yannick Rummel am Schlagzeug. Orchester und BigBand zusammen generierten mit dem Walzer Nr.2 von D. Schostakowitsch ganz eigenes Kopfkino – zum Dahinschmelzen. Zum Schluss zeigte sich die BigBand der Mittel- und Oberstufe gewohnt soundkräftig, aber schlank und differenziert im Zusammenspiel.

Das Grimmels-Sommerkonzert erwies sich als eine rundum gelungene Abendveranstaltung, die von den Zuhörern mit langem und begeistertem Applaus gewürdigt wurde.

 

Text: B. Rombach

 

   

Fotos: C. Zolg und C. Haist