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2. Mai 2024
eingestellt von Lukas Rosenkranz

Polenaustausch 2024 – den deutsch-polnischen Beziehungen auf der Spur

Endlich war es wieder so weit! Eine Gruppe des Grimmels konnte zum Besuch nach Olsztyn aufbrechen. Offenburg und Olsztyn verbindet eine langjährige Städtepartnerschaft. Leider trennt die beiden Partnerstädte eine Entfernung von 1300km. Diese Strecke im Linienbus zurückzulegen war für die TeilnehmerInnen des diesjährigen Polenaustausches sehr anstrengend. Entschädigt wurden die PolenfahrerInnen aber mit einem ersten Eindruck der unterschiedlichen polnischen Regionen: Von den flachen offenen Landschaften mit großer Industriedichte und viel Agrarland bei Breslau und Posen bis hin zur den bewaldeten Hügeln des Ermlandes. Besonderen Eindruck machte der nächtliche Zwischenhalte am Busbahnhof port świecko bei Slubice direkt an der deutsch-polnischen Grenze. Hier treffen sich jede Nacht Fernreiselinienbusse und bieten Umstiege in die meisten europäischen Länder an. Alltag für viele polnische Arbeitskräfte, ohne die auch bei uns in Offenburg vieles nicht funktionieren würde.

Gruppenbild im Innenhof des XII. Liceums, der Partnerschule des Grimmels

Das XII. Liceum und das Grimmelshausen-Gymnasium pflegen die älteste der Offenburger Schulpartnerschaften. Gegründet wurde die Schule von Georg und Maria Dietrich, die beide bis heute als Schulpatrone in Ehren gehalten werden. Wie in den letzten Jahren auch wurden die Grimmels-SchülerInnen von den Gastfamilien und AustauschpartnerInnen herzlich empfangen und während des Austausches bestens untergebracht und versorgt.

 

Die Partnerschule (https://www.akademickie.olsztyn.pl) hatte ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Zu den Höhepunkten gehörte ein Stadtrundgang durch Danzig und der Besuch des beeindruckenden Museums des 2. Weltkrieges. Hier werden die Ausgangslage vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges, der Verlauf des Krieges und die Nachkriegszeit auf einzigartige und anschauliche Weise thematisiert.

Auf dem Kopernikus-Turm in Frombork in Sichtweite der Grenze zu Kaliningrad

Die besondere deutsch-polnische Beziehung war Thema der Führung durch Warschau. Hier konnten die SchülerInnen beim Rundgang durch die Altstadt die bewegte Geschichte von Zerstörung und Wiederaufbau nachvollziehen. Bewegend waren die Schilderungen aus dem Warschauer Getto und dem Schicksal der Aufständischen des Warschauer Aufstandes. Nicht fehlen durfte daher ein Zwischenhalt beim Polin-Museum und Mahnmal zum Gedenken an den jüdischen Ghetto-Aufstand von 1943. Hier legte Willy Brandt im Dezember 1970 mit seinem Kniefall die Grundlage für die Aussöhnung von Polen und Deutschen und ebnete den Weg für die Partnerschaft. In Erinnerung bleibt aber auch der Ausflug zum architektonisch berühmt-berüchtigten Kulturpalast und in die Złote Tarasy („Goldene Terrassen“).

 

Lagerfeuer auf dem Pferdehof Marengo nach dem Besuch der Universität Olsztyn

Entspannter war der Tag in Olsztyn. Nach dem Besuch der Universität von Olsztyn hatten die SchülerInnen viel Spaß beim gemeinsamen Lagerfeuer, Sport und Füttern von Alpakas und Pferden. Abends trafen sich die Gruppen in der Altstadt im Café oder an einem der vielen Seen.

Die Städte- und Schulpartnerschaft von Offenburg mit Olsztyn wäre ohne das Engagement der Georg- und-Maria-Dietrich-Stiftung nicht möglich gewesen. Besonderer Dank gilt daher Frau Bleher-Dietrich, der Stiftung und dem deutsch-polnischen Jugendwerks für die Förderung des Austausches.

Im Juni findet der Gegenbesuch in Offenburg statt und das Grimmels freut sich schon darauf die Gastfreundschaft zu erwidern und der polnischen Gruppe die schöne Ortenau zu zeigen!

Neptunbrunnen in Danzig nach dem Besuch des beeindruckenden Museums des zweiten Weltkrieges

 

Text & Fotos: Rsn