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21. Juni 2025
eingestellt von Lukas Rosenkranz

Ciao Bello!

Sehnsucht – Freude – Melancholie. Die Musiker des Grimmelshausen-Gymnasiums entführten am 5. Juni mit ihrem Frühlingskonzert die Zuhörer im Schillersaal nachItalien und nahmen sie mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Und das Publikum war begeistert.

Noch bevor Schulleiter Herr Arens die Gäste im Schillersaal begrüßte, stimmte die Unterstufen-Combo (Leitung: Andreas Rückert) mit lässigen Grooves von Eckardt Vogel (Zum Ersten; Jazz & Latin; Cadiz) das Publikum auf den Abend ein. Schon hier wurde klar, dass es ein besonderer werden würde, denn die Vorstellung der aus Fünft- und Sechstklässlern zusammengestellten Gruppe zeigte, welch erstaunliche Entwicklung sie bereits genommen haben. Klare, kraftvolle, harmonierende Bläser; schöne Keyboardklänge; ein cooles Zusammenspiel von Marimbaphon und Gitarre und nicht zuletzt ein Schlagzeug, das auch den Letzten aus seiner Reserve lockte. Diese junge Truppe eröffnete nicht nur glänzend den Abend, sondern stimmte sehr erwartungsvoll, was in Zukunft noch von ihr zu hören sein wird.

Das „klassische“ Pendant zur Combo bildet das Unterstufen-Ensemble (Leitung: Angela Bruder-May). Mit seinen „Melodien aus Italien“ (Capricio Italiano; Santa Lucia; La donna è mobile; Bella Bimba; Tiritomba und Funiculi – Funicola) leitete es das italienische Lebensgefühl ein. Schöne Läufe der Holzbläser, ein harmonierendes Ensemble und die vielen eingängigen Melodien beschwingten die Herzen aller. Es war das gelungene Vorspiel für das große Orchester (Leitung: Angela Bruder-May).

Und was für ein Beginn mit Ennio Morricones Chi Mai! Allein die großartigen ersten Geigenklänge sorgten für Gänsehaut. Dazu die wunderbar tragenden Celli und Bratschen, welche immer wieder die Violinen und Bläser auf ihnen emporschwingen ließen. Wie ein schmerzhafter Aufschrei im Anblick des in die Tiefen führenden Fagott. Bei der Danza Rustica dann die Partien isoliert, miteinander sprechend, sich gegenseitig zum Tanze auffordernd. Doch den Höhepunkt bildete die Danza Bergamasca – ein synkopischer Tanz über der Kadenz. Mal flatternd, mal gegenläufig gemeinsam aufsteigend. Ein glänzendes Zusammenspiel, das nach den finalen Streicherkaskaden seinen Schlusspunkt in einem tiefen vereinten Ton fand.

Mit dem Auftritt der Big-Band (Leitung: Andreas Rückert) wurde der Italienaufenthalt kurzzeitig unterbrochen, stattdessen flog man durch die unterschiedlichsten Genres der Musik: Ob Filmmusik (Avengers), Swing (Fly me to the moon), Salsa / Latin-Jazz (Sabor de Cuba) oder Soul (Sunny). Die Musiker rissen das Publikum sofort mit, begeisterten durch ein perfekt arrangiertes Zusammenspiel und beeindruckende Soli. Gerade beim vielschichtigen Sabor de Cuba war dies besonders zu spüren: rhythmisch, wild, kraftvoll, durcheinander und ein starker satter Sound. Tosender Beifall war der verdiente Lohn. Zuletzt – die Bühne leer, allein Herr Meyer am Flügel stimmte die Melodie zum vom Chor selbst komponierten Ich träume von Italien an. Dann – eine einsame Stimme schreitet durch den Raum auf die Bühne zu und schließlich der gesamte Chor. Herr Meyer und sein Chor vereinigen sich zum letzten Mal und liefern einen unvergesslichen und von Höhepunkt zu Höhepunkt schreitenden Moment ab. Das vom Chor vorgetragene Italo-Medley (z.B. Azzuro; Caruso; Io che non vivo senza te; Bella ciao) rührte zu Tränen und ließ kein Herz unbewegt. Es war eine ergreifende Leistung vom Chor, den zahllosen Solisten und dem wunderbaren Klavierspiel. Dies war nicht nur ein würdiger Abschluss eines unvergesslichen Abends, sondern auch ein wunderbares Abschiedsgeschenk des Chorleiters an alle Zuhörenden. Und so passten auch die Schlussworte von Herrn Arens: „Ciao Bello“. Ja, „Ciao Bello!“ Du wirst uns fehlen und – GRAZIE.

 

Text: W. Würthle Fotos: Rsn