Das Schulleben am Grimmels

Von der Knechtschaft zum Maskenball des Lebens

Geschrieben von Lukas Rosenkranz am in Aktuelles

Das Grimmelshausen-Gymnasium verabschiedet den besten Abiturjahrgang seit Beginn der Aufzeichnungen!

Das Grimmelshausen-Gymnasium verabschiedete am vergangenen Freitag den erfolgreichsten Abiturjahrgang seit Beginn der Aufzeichnungen! Strahlender Sonnenschein und die feierliche Atmosphäre des historischen Kreuzganges boten den perfekten Rahmen für den Abschluss der Schulzeit.

Alle 40 SchülerInnen des Abiturjahrganges haben die Hochschulreife mit einem sagenhaften Gesamtschnitt von 1,9 erworben. 19 Schülerinnen und Schüler erreichten einen Abiturdurchschnitt sogar mit einer „Eins“ vor dem Komma. Besonders glücklich waren die Schülerinnen Noémie Bruhier und Carla Isen mit dem Traumschnitt von 1,0.

Das bilinguale Profilfach Französisch am Grimmelshausen-Gymnasium konnte erneut seine besondere Qualität unter Beweis stellen. Die neun SchülerInnen des bilingualen Zuges freuten sich zusätzlich über das Baccalauréat, das in sieben Fällen mit der besonderen Auszeichnung “mention très bien“ erworben wurde. Der französische Teil der Bewertung lag in Händen der Jury des Rectorat de Strasbourg.

In den Prüfungsrhythmus des Abiturs integriert waren wie immer auch die Graecumsprüfungen, die alle acht Kandidatinnen und Kandidaten der 10. Klasse bestanden haben.

Dass dieser herausragende Erfolg hart erarbeitet wurde, stellten die AbiturientInnen mit dem Abimotto „Abiputtel – 12 Jahre geknechtet, jetzt geht’s zum Maskenball!“ deutlich heraus.

Dabei spielten das Grimmelshausen-Gymnasium und insbesondere die Schulleiterin Frau Self-Predhuméau aber keineswegs die Rolle der bösen Stiefmutter, die dem Aschenputtel das verdiente Erbe vorenthalten will! Dies belegte Frau Self-Predhuméau unterhaltsam in Ihrer Rede an die AbiturientInnen:

Systemisch gesehen sei die Aschenputtel-Metapher treffend. Denn eine besondere Erbschaft stehe auch am Grimmelshausen-Gymnasium im Mittelpunkt. Die Erbschaft bestehe in der Weitergabe von Vermögen im ideellen Sinne. Es gehe um die Weitergabe von Wissen und Werten, von sozialen und humanen Normen, die sich die AbiturientInnen zu eigen machen sollten, um diese in Ihrem zukünftigen Leben zu nutzen und anzuwenden. Aschenputtels Belohnung am Ende des Märchens sei im übertragenen Sinn als Metapher für die gelungene Verinnerlichung der sozialen und kulturellen Werte zu verstehen.

Auch die Maskenball-Metapher des Abiturmottos beinhalte viel Wahres. Denn das Leben zwinge in vielfältige soziale Rollen, von denen nicht alle als Verwirklichung des wahren Wesens gesehen werden können. Bei den verschiedenen Masken, die die AbiturientInnen tragen werden müssen, gelte es zu unterscheiden zwischen notwendigem Pragmatismus, den das gesellschaftliche Zusammenleben erfordere, und opportunistischer Unterwerfung, die in der Regel Gesellschaften in die Dekadenz und Individuen in die Depression führe.

Dafür, so die Hoffnung des Grimmelshausen-Gymnasiums, wurde den AbiturientInnen ein kritisches Bewusstsein positiv, nachhaltig und handlungsorientiert geschärft.

Zum Abschied wünschte Frau Self-Predhuméau ihren Abiputteln für Ihre Zukunft auf dem Maskenball des Lebens Kreativität, Ausdauer und Erfolg, begleitet von dem Wusch die AbiturientInnen mögen sich nur in solchen Rollen wiederfinden werden, die sich so nah wie möglich an den eigenen Lebenszielen und Erwartungen orientieren.


Text & Fotos: Rsn

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