Das Schulleben am Grimmels

Studienfahrt Lyon (BZF) vom 8.-12. Oktober 2018

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, BZF-Fahrten

Die Fahrt nach Lyon beginnt frühmorgens am Kreisschulzentrum. Es ist noch dunkel als wir in den Bus steigen. Während die Sonne allmählich aufgeht, fahren wir, zunächst noch ziemlich müde, in Richtung Straßburg. Als die französische Gruppe zusteigt, ist es mit der Stille vorbei. Die Klasse unserer Partnerschule St. Étienne ist dreimal so groß wie unsere bilinguale Gruppe und bereits nach kurzer Zeit nimmt der Lautstärkepegel stark zu.

Der erste Halt ist gegen Mittag schließlich das ehemalige Hôtel-Dieu in Beaune, ein mittelalterliches Krankenhaus, in dem Arme und Kranke von 1443 bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Unterkunft und Pflege fanden. Auf der Anlage finden mehrere Vorträge statt, die zuvor in Gruppen vorbereitet worden waren. Nach unserer Weiterfahrt nach Lyon werfen wir dort gegen Abend von Fourvière aus einen ersten Blick über die Stadt.

Der Dienstag steht zunächst ganz im Zeichen der römischen Kultur, als wir das gallo-römische Museum in Saint-Romain-en-Gal besuchen, das zugleich auch Ausgrabungsstätte ist. Dort sind hauptsächlich Mosaike ausgestellt, durch die man viel über das damalige Leben in den römischen Provinzen erfahren kann.

Nach einer Mittagspause in der Altstadt von Vienne kehren wir zurück in die Innenstadt Lyons, um dort die weltberühmten Traboules zu besichtigen. Bei ihnen handelt es sich um besondere Passagen, die den unbeobachteten Durchgang zwischen mehreren Häusern ermöglichen. Neben der wichtigen Rolle, die sie beim Widerstand der Bürger Lyons im zweiten Weltkrieg spielten, dienten sie auch im 19. Jahrhundert während des Aufstands der Seidenweber als Versteck und Fluchtweg. Anschließend steht ein Besuch des antiken Theaters von Lyon an, das wir mithilfe der sogenannten ficelle („Bindfaden“) erreichen, einer von zwei heute noch in Betrieb befindlichen Stadtseilbahnen.

Der Mittwoch beginnt zunächst mit zwei Ateliers; eines davon ein Monopoly-Spiel mit angepassten Regeln, das zweite bestehend aus einigen Sketchen, die wir in Gruppen einstudieren. Nach dem Mittagessen geht es weiter in das moderne Viertel „La Confluence“, am Zusammenfluss der Flüsse Rhône und Saône. Dort besichtigen wir nicht nur die beiden auffälligen Bürowürfel in Grün und Orange, sondern auch das naturwissenschaftliche „Musée des Confluences“.

Der letzte Tag in Lyon beginnt für uns in Croux Rousse, dem ehemaligen Weberviertel. Dort erwarten uns zunächst zwei Vorträge über das Leben und die Geschichte der Seidenweber. Dabei erfahren wir nicht nur eine Menge über die Funktion eines Webstuhls, sondern auch über die Aufstände und das Leben der Arbeiter in den Manufakturen.

Am Nachmittag besuchen wir ein Museum, das sich auf Stoff- und Tuchdruck spezialisiert hat. Dort bedrucken wir auch mithilfe von selbstgebastelten Schablonen unsere eigenen  T-Shirts.

Am Freitag geht es direkt nach Straßburg zurück, wo uns der Abschied von den Schülern unserer Partnerschule nach dieser ereignisreichen Woche schwerfällt. Aber es ist ja kein endgültiger, denn spätestens im nächsten Jahr in Weimar sehen wir uns wieder.

Text: J. Forster

Fotos: J. Forster und A. Tennstedt