Das Schulleben am Grimmels

Kontrapunkt zur vorweihnachtlichen Hektik

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Chor und Orchester

Weihnachtskonzert der Big Bands, Chöre und Orchester des Grimmelshausen-Gymnasiums in der evangelischen Stadtkirche 

In der anscheinend immer hektischer werdenden Adventszeit ist es angenehm, einen Ruhepol zu haben, zum Beispiel in Form des traditionellen Weihnachtskonzertes des Grimmelshausen-Gymnasiums. Auf diesen Aspekt ging Schulleiterin Susanne Self-Prédhumeau ein, die zusammen mit Pfarrer Christian Kühlewein-Roloff die Besucher und Mitwirkenden in der überaus gut besuchten evangelischen Stadtkirche begrüßte.

Der Feierlichkeit des Gotteshauses angemessen eröffnete Philipp Wink an der Orgel das Konzert mit der Choralfantasie über „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ von Johann Pachelbel. Es folgte das Orchester der Unterstufe unter der Leitung von Angela Bruder-May. Die acht jungen Musiker spielten bekannte und unbekanntere Weihnachtslieder aus verschiedenen europäischen Ländern.

Dass eine Kirche mit ihrem langen Nachhall ideal für Singstimmen geeignet ist, zeigte sich danach beim Unterstufen-Chor, der von Birgit Rombach am Klavier begleitet wurde. Wunderschön zart erklangen sechs besinnliche Lieder, die geschickt ineinander überführt wurden.

Mit dem Auftritt der Big Band der Unterstufe wurde es dann rockiger. Zwei Schülerinnen des „Grimmels“ haben in diesem Jahr die Ausbildung zur „Musikmentorin“ absolviert. Sie durften die ersten beiden Titel der Big Band leiten. Carla Isen führte die jungen Musiker souverän durch eine Swing-Version des „Marsch“ aus der Nussknacker-Suite von Tschaikowski. Emilia Herzog durfte eigenhändig den Chicago-Klassiker „25 or 6 to 4“ dirigieren. Die eigentliche Leiterin der Big Band, Teresa Grebenstein, legte dann noch „White Christmas“ auf. Insgesamt eine beeindruckende Leistung der 15 jungen Instrumentalisten, die auf ihren nicht durchweg Big-Band-typischen Instrumenten dem Charakter der Stücke sehr überzeugend gerecht wurden.
Es folgte die Kursstufe. Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufen-Musikkurse sangen „Glory Halleluja“ und den schwedischen Psalm „Var inte rädd för mörkret“, der durch seine Melancholie einen guten Kontrapunkt setzte.

Drei wahre „Ohrwürmer“ präsentierte das Orchester der Mittel- und Oberstufe unter Angela Bruder-May. Das Menuett von Luigi Boccherini repräsentierte dabei die echte Barockmusik, das „Adagio“, das Tomaso Albioni zugeschrieben wurde, stammt tatsächlich aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es basiert aber angeblich auf Melodiefragmenten des italienischen Barockkomponisten. Mit der „Ouverture miniature“ stand erneut ein Teil der Nussknacker-Suite auf dem Programm, dieses Mal allerdings nicht verjazzt, sondern in Originalfassung. In der Ballett-Aufführungspraxis ist der Nussknacker nicht aus der Weihnachtszeit wegzudenken, und somit passen Teile dieser märchenhaften Musik sehr gut in weihnachtliche Konzertprogramme.

Der Chor der Mittel- und Oberstufe, der interessanterweise nur aus Frauenstimmen besteht, sang anschließend ein Medley aus dem Chor-Musical „Martin Luther King – Ein Traum verändert die Welt“. Den rhythmisch modernisierten Gospels „We Shall Overcome“ und „Go Down Moses“ folgten drei deutschsprachige Lieder aus dem Musical. Die Sängerinnen wurden ebenfalls von Birgit Rombach am Klavier begleitet.
Den letzten Teil des Konzertes gestaltete die Big Band der Mittel- und Oberstufe unter der Leitung von Teresa Grebenstein. Sie füllte die Kirche mit poppigen Weihnachtsklängen. Nach „This Christmas“ und „The Most Wonderful Time of the Year“ trat Alexa Lienhardt als Solistin auf. Sie sang das anspruchsvolle Lied „All I Want for Christmas is You“ von Mariah Carey und zeigte hier ihr außergewöhnliches Talent, was ihr im Anschluss begeisterten und verdienten Applaus einbrachte. Mit einer Swing-Version von „Oh Tannenbaum“ rundete die Big Band ihren klangvollen Auftritt ab.

Zum Abschluss des Konzertes fanden sich alle Mitwirkenden im Altarraum ein und musizierten gemeinsam mit den Zuhörern das Adventslied „Macht hoch die Tür“. Das knapp zweistündige Konzert zeigte eindrucksvoll die Vielseitigkeit der Musik-AGs am Grimmels.

Text: A. Walter

Fotos: J. End

 

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