Das Schulleben am Grimmels

Gemeinsam erfolgreich zum Ziel

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Presseberichte

Alle 49 Abiturientinnen und Abiturienten des Grimmelshausen-Gymnasiums erhielten am Freitag in der Langenrothalle Neuried ihr Reifezeugnis von Schulleiterin Susanne Self-Prédhumeau.

Abiturientin und Altfelix-Preisträgerin Chiara Paprotny dankte am festlichen Abend im Namen des Abi-Jahrgangs 2019 für die Unterstützung von Eltern und Lehrkräften und hob genauso wie Jean Louis Leussi, der als Abiturient mit viel Esprit durch das Programm führte, die Besonderheit dieses Jahrganges hervor: „Gemeinsam haben wir viel geschafft!“ Dies zeigte sich beim Jahrgang 2019 in vielen Facetten: die Abschlussschüler hatten gemeinsam ein ausgesprochen abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm zum Abiball-Abend zusammengestellt; gemeinsam erreichten sie mit dem Abimotto „C’est l’Abi – wir waren unschuldig und bekamen 12 Jahre“ den ersten Platz bei der Umfrage der Mittelbadischen Presse; gemeinsam belegten sie ebenfalls den ersten Platz in einem Wettbewerb der Volksbank, bei dem der Offenburger Rapper Claudio Esposito einen die Jahrgangsstufe beschreibenden Text vertonte und im Grimmels uraufführte; gemeinsam choreographierten sie einen originellen Tanz für den Abischerz und den Abiball und führten diesen unter großem Applaus auf; und schließlich erreichten sie gemeinsam ein wichtiges Ziel und bestanden ausnahmslos alle das Abitur!

Alle fünf Kandidatinnen und Kandidaten des bilingualen Zuges Französisch haben gleichzeitig mit dem deutschen Abitur auch das französische Baccalauréat erworben, und zwar mit Auszeichnung. Die Inspectrice d’Académie, Mme Martinet, kam eigens aus Straßburg zur Überreichung der Abibac-Diplome und lobte die außergewöhnlich guten Ergebnisse. Dieses Diplom erleichtert die Einschreibung in bi-nationalen Studiengängen oder an französischen Hochschulen. Und es attestiert die besonderen fachlichen Voraussetzungen für internationale Studiengänge.

Schulleiterin Susanne Self-Prédhumeau betonte in ihrer Rede die Besonderheit der „Generation Z“, der um die Jahrtausendwende Geborenen. Ihre Kindheit war geprägt durch Wohlstand und Konsum, sie wuchsen mit der Allgegenwart des Internets auf und lernten dadurch schnell die Möglichkeiten und Risiken der virtuellen Welt kennen. Allerdings war die Zeit ihres Erwachsenwerdens auch durch neue politische und soziale Unsicherheiten geprägt, unter anderem durch die terroristische Bedrohung, die sich nach dem Anschlag auf die Twin Towers auch nach Europa verlagerte. Hinzu kommen drohende ökologische Katastrophen. Durch diese Ungewissheiten lässt sich unsere Generation Z allerdings nicht entmutigen. Im Gegenteil, diese Generation scheint sich stärker als die vorangegangenen Generationen X und Y für Politik zu interessieren. Die „Fridays-for-Future“-Bewegung zeugt von dem Willen, für einen wirksamen Klimaschutz einzutreten und unsere Zukunft positiv zu gestalten. Die Generation Z kann man als Generation Zukunft bezeichnen. Sie ist die erste Generation im neuen Jahrtausend mit einem starken Verantwortungsgefühl für unsere Zukunft, die es im Sinne einer besseren, lebenswürdigen und vor allem ökologisch überlebensfähigen Welt zu gestalten gilt.

Dass man sich um die berufliche Zukunft dieses Abiturjahrgangs keine Sorgen machen muss, zeigen die Ergebnisse. Ein Drittel aller Grimmels-Schülerinnen und -Schüler erreichte eine „Eins vor dem Komma“ und eine Reihe von Abiturienten wurde für ihre herausragenden fachlichen Leistungen oder ihr Engagement für die Schulgemeinschaft mit Preisen geehrt. Dass die Noten indes nicht alles sind, konnte die Jahrgangsstufe selbst mit der verfilmten und an diesem Abend vorgeführten Familiengeschichte einer Abiturientin eindrucksvoll aufzeigen. Ihre Vorfahren hatten als Deutsche in Russland und zunächst auch nach ihrer Wiedereingliederung in Deutschland einen schweren Stand. Der Film zeigt, wie Menschen verschiedene Wege einschlagen, durch unterschiedliche Familienhintergründe und “Peer groups“ geprägt werden, aber dennoch ein gemeinsames Ziel erreichen können.

In diesem Sinne blickt Schulleiterin Susanne Self-Prédhumeau zuversichtlich in die Zukunft, wenn sie am Ende ihrer Rede betont, dass die erfolgreichen Abiturientinnen und Abiturienten bereits Leistungsdruck und Prüfungsunsicherheit bestens bewältigt haben – was sie optimistisch stimmen sollte, auch mit zukünftigen Unsicherheiten und Schwierigkeiten positiv und mit der nötigen Resilienz umgehen zu können. Zum Abschied wünschte die Schulleiterin dem Abiturjahrgang 2019 viel Glück und Erfolg bei der Gestaltung ihrer und unserer aller Zukunft.

Text: C. Haist

Bild: Schule

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