Das Schulleben am Grimmels

Der Namensgeber unserer Schule

Das Offenburger Gymnasium bekam im November 1937 durch Erlass des badischen Kultusministers in Karlsruhe den Namen „Grimmelshausen-Gymnasium“. (Die Gründe dafür im Artikel „Wie das „Grimmels“ zu seinem Namen kam“)

Johann Jakob Christoph von Grimmelshausen wurde höchstwahrscheinlich 1622 in Gelnhausen als Sohn eines Bäckers geboren. (Einen Taufeintrag gibt es nicht).

Schon vor 1627 verstarb sein Vater, die Mutter heiratete einen Frankfurter Bürger. Wohl zwischen 1627 und 1634 besuchte der junge Grimmelshausen die Gelnhausener Lateinschule und erlebte die Plünderung seiner Heimatstadt durch spanische Truppen. Seine Familie flüchtete sich in die nahe Festung Hanau. Dort wurde er 13jährig von Kroaten aufgegriffen und musste als Trossbub dienen. Weitere Kriegsstationen waren u.a. Kassel, Wittstock, Soest und der Oberrhein, wo das Regiment des bayrischen Grafen Götz 1638 gegen die Evangelischen unter Bernhard von Sachsen-Weimar operierte.

Nach dem Fall von Breisach und der Niederlage bei Wittenweier versuchten die Kaiserlichen Offenburg zu halten, was durch die Umsicht des Obristen Hans Reinhard von Schauenburg auch gelang.

1639 trat Grimmelshausen als Musketier in die Offenburger Garnison ein, wurde aber bald in der Regimentskanzlei beschäftigt, deren Sekretär er ab 1645 war. Nach dem Friedensschluss von Münster und Osnabrück 1648 heiratete Grimmelshausen am 30. August 1649 in der Offenburger Hl.Kreuzkirche Katharina Henningerin, mit der er zehn Kinder haben sollte. Er wurde Verwalter Hans Reinhards v. Schauenburg in Gaisbach bei Oberkirch und übte dieses Amt bis 1661 aus.

Von 1662 arbeitete Grimmelshausen als Vogt und Schaffner (Verwalter) auf der Ullenburg bei Oberkirch, die dem Straßburger Modearzt Dr. Johannes Küeffer gehörte. 1667 schließlich wurde er Schultheiß im fürstbischöflich-straßburgischen Städtchen Renchen. Er starb dort am 17. August 1676, als die Truppen Ludwigs XIV. und die Kaiserlichen um die Rheingrenze kämpften und Städte und Dörfer am Oberrhein mit Einquartierungen drangsalierten.

Der berühmteste Roman Grimmelshausens, „Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch“, erschien 1668 und hatte solchen Erfolg, dass alsbald Raubdrucke und Fortsetzungen aus anderer Hand folgten. Weitere „simplicianische“ Titel sind die „Courasche“ und der „Springinsfeld“, das „Vogelnest“, der „Beernhäuter“ und die „Gauckel Tasche“, letztere eine Warnung vor der betrügerischen Welt. Wertende Gegenüberstellungen von Gut und Böse enthalten der „Satyrische Pilgram“ und „Ratio Status“. In der Art höfischer Romane schrieb Grimmelshausen den „Keuschen Joseph“, „Dietwald und Amelinde“ und „Proximus und Lympida“. Schließlich ist noch der „Ewig-währende Kalender“ zu nennen, in dem neben Heiligenfesten, Bauernregeln und astrologischen Hinweisen auch Dialoge und Erzählungen zu finden sind.

Das Andenken Grimmelshausens wird in Gelnhausen (Grimmelshausen-Gymnasium), Oberkirch und Renchen (Denkmal, verschiedene Bronze-Figuren) gepflegt.

Am Offenburger Grimmelshausen-Gymnasium befindet sich ein fünf Meter hohes Halbrelief des Dichters von Emil Sutor, das der Karlsruher Künstler 1948 geschaffen hat.

Halbrelief Grimmelshausen von Emil Sutor

Halbrelief Grimmelshausen von Emil Sutor