Das Schulleben am Grimmels

Die letzten Kinder des alten Jahrtausends brechen auf in die Zukunft

Geschrieben von Volker Haase am in Aktuelles, Am Schulleben Beteiligte

Das Grimmelshausen-Gymnasium verabschiedet seinen Abiturjahrgang 2017.

Wortspiele sind bei der Motto-Wahl für Abiturfeiern obligatorisch. Von Jahr zu Jahr wird es aber auch schwerer, noch einen originellen Slogan zu finden, in dem die Buchstabengruppe ABI witzig und sinnstiftend platziert ist. Mit „Last 90s bABIes“ ist am Grimmelshausen-Gymnasium das Kunststück aufs Neue geglückt. Den hier nur angedeuteten Symbolwert einer Geburt unmittelbar vor der Jahrtausendwende stellte Ann-Sophie Broß in der Schüler-Rede auf der Abitur-Feier deutlicher heraus, die am vergangenen Freitag in der Fessenbacher Reblandhalle stattfand: Seinerzeit habe das heranrückende Jahr 2000 bei vielen Menschen besondere Erwartungen ausgelöst, die von der Hoffnung auf Weltfrieden bis zur Angst vor dem Weltuntergang reichten. Aus dem Ausbleiben dieser Ereignisse sei die Lehre zu ziehen gewesen, dass wahre Veränderung nur aus der Initiative der Menschen selbst hervorgehen kann. Auch für die Gestaltung der eigenen Zukunft sei daraus etwas zu folgern: „Wir können Dinge bewegen, aber nur, wenn wir uns trauen.“
Dass die Rahmenbedingungen einer Jugend in Europa für die Einlösung dieses Anspruches besser geeignet seien denn je, zeigte Wolfgang Reinbold im Namen der Eltern mit einem kontrastiven Kurzdurchgang durch die Turbulenzen der letzten 500 Jahre. Zugleich betonte er die Ambivalenz neuer Entwicklungen am Beispiel der Kommunikationstechnologie: Dem Gewissheitsgefühl, immer in Kontakt zu bleiben, stehe hier die Unruhe gegenüber, ständig etwas zu verpassen. Eine weitere Facette der modernen Medien nahm der Schulleiter Dieter Kopriwa in seiner Ansprache in den Blick: „Nicht Follower- und Hassgruppen bilden eine Gesellschaft, sondern verantwortungsbewusste und zum respektvollen Wettstreit der Ideen bereite Bürger.“ Hierfür sei der eigene Kompass immer wieder neu auszurichten. Neben kognitiven Kompetenzen, die in der Gestalt des Abiturs „auf hohem Niveau ein großes Tor ins Leben“ eröffnen, sei in diesem Sinn auch die weitere Pflege der emotionalen Intelligenz notwendig: Schon angesichts der rasanten Fortschritte bei der Entwicklung automatisierter Systeme sei in ihr das entscheidende Merkmal des Menschen in der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts zu erkennen.
Dass der Jahrgang für die aufgezeigten Herausforderungen gut aufgestellt ist, zeigt sich in der Bilanz: Bei einem Gesamtdurchschnitt von 2,2 wurde die Bestnote 1,0 von Leonard Engert erreicht. Weitere herausragende Leistungen wurden von Ann-Sophie Broß und Anna Roth sowie von Jonas Rieder, Léonie Héluin und Felix Reinbold) erbracht. Für die höchste Gesamtpunktzahl erhielt Leonard Engert auch den Altfelix-Abiturpreis der Offenburger St. Andreas-Stiftung. Für ihre besonderen Leistungen im Fach Französisch bekam Ann-Sophie Broß den Preis des Offenburger Lions Club persönlich von Hans Entringer überreicht. Zwölf Schülerinnen und Schüler erwarben neben dem deutschen Abitur auch das französische Baccalauréat, viele davon mit Auszeichnung (mention).

Text: Volker Haase. Foto: David Beniaminov.

 

 

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