Das Schulleben am Grimmels

Drittortbegegnung Weimar 2019

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, BZF-Fahrten, Fahrten und Exkursionen

Der erste Tag der Kursfahrt nach Weimar begann am Sonntag um 6.00 Uhr am Bahnhof Offenburg, wo wir, die 11 Schüler des Grimmelshausen-Gymnasiums, auf die 28 französischen Schüler des Lycée Episcopal Saint-Etienne trafen. Um die Anreise bestmöglich zu nutzen, legten wir einen Zwischenstopp in Eisenach ein. Dort erklommen wir nach kleineren Kommunikationsproblemen die Wartburg. Oben angekommen, machten wir eine kleine Mittagspause und genossen bei strahlendem Sonnenschein die schöne Aussicht auf den Thüringer Wald. Eine dynamische Reiseführerin erzählte uns in rasantem Tempo von der heiligen Elisabeth, Luther und dem Wartburgfest der Burschenschaftler, sodass wir eine kleine Verschnaufpause in der Altstadt Eisenachs wirklich nötig hatten. Am späten Nachmittag brachen wir dann zu unserem eigentlichen Reiseziel auf. Nach dem letzten anstrengenden Fußmarsch mit unseren lärmenden Rollkoffern im Schlepptau erreichten wir die europäische Jugendbegegnungsstätte in Weimar.


Foto: N. Saier

Für das Programm der Woche teilten wir uns in drei Gruppen ein, die in den ersten Tagen zu unterschiedlichen Gebieten der Weimarer Kultur Informationen sammelten, um dann in der zweiten Hälfte des Aufenthalts kreative Beiträge für das Projekt YOUPEDIA der Klassik-Stiftung Weimar zu erstellen:

Selbstverständlich arbeitete eine Gruppe zur „Weimarer Klassik“. Wir besichtigten – nachdem wir uns bei einer Foto-Rallye einen allgemeinen Überblick zum Thema verschafft hatten –  das Nationalmuseum und die Wohnhäuser Schillers und Goethes. Dabei fiel uns besonders auf, dass Goethe sein Haus bereits zu Lebzeiten in ein Museum verwandelte. Wir lernten außerdem, dass sein guter Freund Schiller finanziell nicht so schlecht aufgestellt war, wie häufig behauptet. In der Ausstellung „Abenteuer der Vernunft“ konnten wir selbst erkunden, welche naturwissenschaftlichen Bereiche Goethe erforscht hatte. Schließlich gingen wir in der Fürstengruft auf Weimars historischem Friedhof dem Rätsel um Schillers Schädel nach.


Foto: N. Saier

Mit der Eröffnung des Bauhaus-Museums in Weimar konnte sich eine Gruppe auch detailliert dieser Epoche widmen:

Als unsere Gruppe sich für das Thema „Bauhaus“ entschied, konnten viele von uns mit diesem Thema nur wenig anfangen. Dies änderte sich durch eine Foto-Rallye, die uns zu vier Stationen führte: die Bauhaus-Universität, das Tempelherrenhaus, das Märzgefallenen Denkmal und das Haus am Horn. So erhielten wir einen groben Überblick über die Bauhaus-Entwicklung, Design, Künstler dieser Zeit und auch die Kritik aus der Bevölkerung. Im Neuen Museum, dem Bauhaus-Museum und im Haus am Horn konnten wir bei drei Führungen detailliertere Informationen sammeln.

Die dritte Gruppe untersuchte die Rolle Weimars während der NS-Zeit und mit welchen Mitteln die Stadt heute versucht, auch die Erinnerung an diese Zeit wach zu halten.

Durch eine Foto-Rallye lernten wir am ersten Tag eigenständig Orte mit nationalsozialistischer Vergangenheit kennen, beispielsweise das Ghettohaus, der Marstall oder das Hotel Elephant. Die Führung „ambivalente Geschichte“ lieferte uns Informationen über den Umgang der Nationalsozialisten mit Weimars Kulturdenkmäler.

Ein Programmpunkt aller Gruppen war die Besichtigung des Konzentrationslagers Buchenwald, das nur acht Kilometer von Weimar entfernt liegt. Zur Einführung schauten wir einen Film, in dem verschiedene Zeitzeugen über die menschenverachtenden Haft- und Arbeitsbedingungen im Lager berichteten. Anschließend wurden wir in zwei Gruppen über das Gelände geführt. Die Guides berichteten sowohl von der Täter- als auch von der Opferseite und versuchten das Thema sprachlich schülergerecht zu formulieren. Wirklich fassen konnten wir trotzdem nicht, wie Menschen jemals dazu kommen konnten, andere Menschen derartig methodisch zu Grunde zu richten. So waren wir nach dieser Besichtigung emotional und auch von der riesigen Materialmenge in der Dauerausstellung ziemlich erschlagen. Die Gruppe „Vergangenheitsbewältigung“ bekam deswegen am nächsten Tag noch etwas Zeit, um auf dem Gelände und in der Dauerausstellung Material für die Kurzfilme zu sammeln.

Für die weitere Arbeit wurden die drei Themengruppen in kleinere arbeitsfähige Gruppen unterteilt, die nun mit den zuvor gesammelten Fotos, Filmen, Interviews und auch gezeichneten Dokumenten einen Kurzfilm zu einer Fragestellung aus ihrem Themenbereich anfertigen sollten. Nach ungefähr acht Stunden intensiver Arbeit mit den I-Pads und der technischen Unterstützung der drei Projektbetreuerinnen von Youpedia, konnten alle Arbeitsgruppen sehenswerte Filmbeiträge vorstellen. Besonders aufwändig war es hier, die gesprochenen Texte, die Musik und die Untertitel in die Filme zu integrieren. Die Gruppen, die zum Thema Bauhaus arbeiteten, mussten besonders kreativ sein, da sie aus rechtlichen Gründen kaum Fotos nutzen konnten. Die Gruppen, die zur NS-Zeit arbeiteten, hatten sich schon im Vorfeld abgesichert und für ihr Filmmaterial in der Gedenkstätte in Buchenwald Genehmigungen eingeholt. So sind die Ergebnisse auch alle in der Form sehr unterschiedlich und einfallsreich:

https://www.youpedia.de/de/beitrag/goethe-und-die-natur

https://www.youpedia.de/de/beitrag/kritik-am-bauhaus

https://www.youpedia.de/de/beitrag/nils-wills-wissen

https://www.youpedia.de/de/beitrag/weimar-wie-die-stadt-die-ns-zeit-erinnert

https://www.youpedia.de/de/beitrag/ns-zeit-weimar-0

Natürlich durften auf unserer Fahrt auch die Freizeitaktivitäten nicht fehlen. Am ersten Abend noch ungewohnt früh ins Bett gefallen, gingen wir am Montag bowlen. Weil der Austausch zwischen der deutschen und der französischen Gruppe bis dahin noch etwas zögerlich und zurückhaltend war, wurden wir in gemischte Gruppen eingeteilt und bekamen zusätzlich Fragen zum besseren Kennenlernen. Den dritten Abend verbrachten wir im Theater im Gewölbe, in einem Stück namens „Goethe in concert“. Es war eine Aufführung eines Trios, welches Originaltexte und Zitate Goethes vortrug und diese musikalisch untermalte. Interessant war das Theater allemal, jedoch nicht unbedingt für Schüler geeignet. Wieder an der Herberge zurück, sammelte sich nach und nach die ganze Gruppe um ein Feuer in einer Feuerschale und ließ den Abend gemütlich ausklingen. Zum Abschluss war natürlich Party angesagt. Die Lehrer mieteten die Disco der Jugendherberge und wir verbrachten den letzten Abend tanzend und singend- sogar die Lehrer schwangen bei dem ein oder anderen Lied das Tanzbein.


Text: Kurs Js.1 BZF

Reisebericht der Studienfahrt nach Lyon

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, BZF-Fahrten, Fahrten und Exkursionen

Wir, der bilinguale Kurs der 10. Klasse, waren in der Woche vom 14. bis 18. Oktober auf unserer ersten Bili-Studienfahrt in Lyon. Begleitet wurden wir von unserer Partnerklasse des Collège-Lycée Épiscopal de St. Etienne aus Straßburg.

Als wir uns am Montagmorgen schon in aller Herrgottsfrühe zur Abfahrt trafen, war die Stimmung zunächst noch sehr verschlafen. Sie besserte sich jedoch rasch, als die französische Klasse zu uns stieß. Zunächst erkundeten wir die Hospices de Beaune, ein mittelalterliches Krankenhaus, wo wir den Altar „Das Jüngste Gericht“ von Roger van der Weyden und vor allem die imposante Architektur der Hospices mit ihren bunten Dächern bestaunten. Als wir am Spätnachmittag im Hotel eintrafen, waren alle freudig überrascht, da es wirklich sehr edel war. Sowohl die Zimmer als auch das Essen waren hervorragend – besser als alles, was man je zuvor auf einem Schulausflug erlebt hatte. Ein kulinarisches Highlight, ein repas festif  (ein festliches Abendessen in drei Gängen) wurde uns an unserem letzten Abend serviert, schließlich ist Lyon ein haut-lieu der französischen Gastronomie.

Die Woche über besuchten wir einige erstaunlich interessante Museen im Umland von Lyon: Zunächst das Musée romain in Saint-Romain en Gal, wo wir uns über das Leben in einer römischen Stadt informierten, dann das römische Theater von Lugdunum. Unsere Lehrer führten uns auch durch das mittelalterliche Lyon, wo wir die Traboules der Renaissance besichtigten. Am Donnerstagvormittag besuchten wir die Seidenweber, die sog. Canuts, und konnten uns einen Eindruck von deren Lebensbedingungen im 19. Jahrhundert machen. Sehenswürdigkeiten und Museen wurden vor Ort durch Kurzvorträge der Schüler*innen in der jeweiligen Fremdsprache erklärt.

Als Highlight würden wohl die meisten Schüler*innen den Besuch im modernsten Viertel Lyons – La Confluence – beschreiben. Ebenfalls in Erinnerung bleiben wird wohl vielen der Hund unseres Busfahrers, Nathan. Er begleitete uns auf allen Fahrten während des Aufenthalts.

Insgesamt war es eine sehr gelungene Studienfahrt und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wenn es heißt: „Los geht’s nach Weimar!“

Text: D. Walz, 10c

 

Fotos: J. Schürer

Studienfahrt Kroatien

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Fahrten und Exkursionen

Am frühen Sonntagmorgen um 5 Uhr brachen 47 Schülerinnen und Schüler des Grimmelshausen-Gymnasiums aus. Wie die Schüler ungehindert in einer 13-stündigen Busfahrt zur weit entfernten Stadt Poreč in Kroatien gelangen konnten und dabei zwei Grenzkontrollen passierten, ist dem Schulpersonal bislang unklar.

Lesen und sehen Sie hier mehr.

Text und Fotos: Js.12 und M. Steen-Tolle

Weimar 2018

Geschrieben von Ralf Buser am in Aktuelles, Archiv, Fahrten und Exkursionen

Wie jedes Jahr erlebten die Schülerinnen und Schüler des bilingualen Zugs einige arbeitsreiche Tage in Weimar.

TAG 0

Unsere Fahrt nach Weimar startete an einem Sonntag. Genauer
gesagt, am Sonntag, den 14. Oktober um halb sieben am Bahnhof in Offenburg, wo
wir – der bilinguale Kurs Französisch der Jahrgangsstufe 1 am Grimmelshausen-Gymnasium
Offenburg – von „unserem“ Reisebus eingesammelt wurden. Noch etwas verschlafen
fuhren wir zunächst nach Kehl, wo wir die mit uns reisenden Schüler des College
Saint Etienne in Straßburg abholten. Die darauf folgende Fahrt, unterbrochen
von zwei Raststätten-Pausen, dauerte rund fünf Stunden. In Weimar angekommen
waren wir allerdings noch nicht, denn der erste wirkliche Programmpunkt unserer
Reise war eine Besichtigung der Wartburg, die sich in Eisenach befindet. Oder,
besser gesagt, über Eisenach. Einen Teil des Weges auf den Berg legten wir noch
busfahrend zurück, die letzten zehn Minuten allerdings mussten wir Treppen
steigen. Oben angekommen offenbarte sich uns zunächst ein großartiger Ausblick
über das, der Jahreszeit geschuldet teilweise noch im Nebel liegende, Umland
Eisenachs. Wir machten eine kurze Mittagspause, genossen den Ausblick, erkundeten
einige, öffentlich frei zugängliche, Teile des Geländes, bis dann um kurz nach
zwei die Burgführung startete.

Bei der Führung durch das Hauptgebäude, den Palas, bekamen
wir unter anderem Einblicke in die bauliche Geschichte der Burg und die
wissenschaftlichen Methoden, um diese nachzuvollziehen, die Räumlichkeiten,
wichtige Personen, die nicht nur Martin Luther beinhalteten, und auch einige
der zahlreichen Legenden, die sich um das Schloss ranken. Zu guter Letzt hatten
wir noch die Möglichkeit, die historische Kunstsammlung, die zu diesem
Zeitpunkt die laufende Sonderausstellung war, sowie die bekannte Lutherstube – den
laut der Infotafeln deutlich sichtbaren, in seiner ursprünglichen Form von
Luther höchstpersönlich stammenden, Tintenfleck neben dem Schreibtisch konnten
wir allerdings nicht ausmachen.

Unser nächster Programmpunkt – immer noch in Eisenach – war
das Bachhaus, also das Haus, in dem Johann Sebastian Bach gelebt hatte. Auch dort
bekamen wir eine Führung, diesmal mit Vorführung einiger historischer Klaviere.
Daran schloss sich ein Besuch der Sonderausstellung „Frauen und Bachs Musik“ an.

In der letzten Etappe der Busfahrt teilten wir uns in vier
Arbeitsgruppen ein, die jeweils ein, in Bezugnahme auf einen Teil der Weimarer
Stadtgeschichte stehendes, Thema kreativ behandelten.

Gegen 18:00 Uhr kamen wir in der Jugendherberge an. Wir
bezogen unsere Zimmer und gingen Essen. Es gab Würstchen mit Sauerkraut,
Kartoffeln und Bohnensalat.

Den restlichen Abend verbrachten wir auf dem „Weimarer Zwiebelfest“.

TAG 1

Unser erster richtiger Tag in Weimar startete
programmtechnisch um halb zehn mit einer Einführung der Klassik-Stiftung in das
Projekt Weimarpedia, für das wir in den nächsten Tagen mit iPads selbst
kreative Filme produzieren würden. Der Teil der Räumlichkeiten, den wir an
unserem ersten Tag zu Gesicht bekamen, befand sich – in Fußnähe zu unserer
Unterkunft – im Neubau der berühmten Anna Amalia Bibliothek, die, trotz eines
verheerenden Brandes im Jahr 2004, über eine Million Teile umfasst. Den zweiten
Teil unseres Vormittagsprogrammes bildete eine Stadtführung mit dem Namen
„Phoenix aus der Asche“, in der uns ein grober Überblick über die Höhen und
Tiefen der –  trotz des beachtlichen kulturellen
Erbes – Kleinstadt – bezogen auf das Land Thüringen immerhin die viertgrößte.
Den, auf unsere individuell gestaltbare Mittagspause folgenden, Nachmittag
verbrachten wir in Kleingruppen mit themenbezogenen Rallyes durch die Stadt.
Dabei waren wir selbstständig mit Aufgabenstellungen unterwegs. Die „Schiller-Goethe“-Gruppe
zum Beispiel nahm eine Route vorbei an den Wohnhäusern der Dichter wobei wir
eine Zeitungsannonce aus Sicht von Schiller auf der Suche nach fester Bleibe in
Weimar aufgaben, dem berühmten Denkmal – fälschlicherweise haben dort Schiller
und Goethe dieselbe Körpergröße-in der Realität hatten die Freunde einen
Größenunterschied von über zehn Zentimetern – und am Ende dem Grabmal von
Goethe – und einem symbolischen Schiller, der wieder entfernt wurde. Den Abend
verbrachten wir in der Jugendherberge – oder auch in der Stadt.

TAG 2

Der zweite Tag in Weimar begann, nach einem Frühstück in der
Jugendherberge, wieder in Gruppen. Die erste, die sich mit Schloss Belvedere
und Naturwissenschaften um 1800 beschäftigte, besichtigte außerhalb der
Stadtmauern das Schloss und das zugehörige Gelände, die zweite – Goethe und
Schiller in Weimar – besuchte das Goethe Nationalmuseum und das daran
angrenzende Wohnhaus am Frauenplan, Gruppe 3 – Reformation und Aufklärung – die
Herder-Kirche und Gruppe 4 verschiedene Teile der Stadt in einem Rundgang – hier
war das Thema Vergangenheitsbewältigung und Nationalsozialismus und die Führung
trug den Namen „Ambivalente Geschichte“.

Unabhängig davon, dass es interessant war, noch mehr von der Stadt kennen zu lernen, bekamen wir an diesem Vormittag bereits viel Input für unsere eigenen Projekte – Teile von Gruppe 1 begannen auch schon mit dem Dreh, da Belvedere nur an diesem Morgen auf dem Plan stand.

Die Mittagspause stand uns erneut zur freien Verfügung.

Um 13:00 folgte wieder eine Exkursion mit der gesamten
Gruppe. Abgeholt von unserem Reisebus fuhren wir in die nicht weit von der
Stadt entfernte Gedenkstätte Buchenwald auf dem Ettersberg. Buchenwald war
zwischen 1937 und 1945 eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden.
Um halb zwei starteten wir mit einem Einführungsfilm, um danach erneut in
Gruppen eine Überblicksführung über den Ort grausamer Verbrechen aufzubrechen.
Am Ende besuchten wir die Dauerausstellung über die Geschichte des
Konzentrationslagers, unter anderem mit Berichten von und über die
Inhaftierten. Eine Teilgruppe ging parallel in die Kistenausstellung.

Am Abend waren wir Bowlen.

TAG 3

Auch unser dritter Tag beginnt vormittags geteilt – allerdings
diesmal nur in zwei Gruppen, bei der eine zehn Personen umfassende Teilgruppe
die Parkhöhle besichtigte – ein unterirdisches Stollensystem, das von Karl
August in die Wege geleitet wurde, der einen Abwasserkanal für seine Bierbrauerei
brauchte – und die weitaus größere in Schillers Wohnhaus aufbrach. Dort wurden
wir herumgeführt, bekamen die Funktionsweise eines Fächers, die Vorteile von
fauligen Äpfeln in Schreibtischschubladen und natürlich auch wichtige
Ereignisse im Leben von Friedrich Schiller erklärt, und brachen dann ins
Medienstudio des Goethe Nationalmuseums auf. Dort begannen wir dann richtig mit
dem Projekt, brainstormten, sammelten Ideen, verwarfen einige der Ideen,
überlegten uns eine geeignete Rollenverteilung und Arbeitsteilung und begannen
dann – nach einer einstündigen Mittagspause – mit dem Dreh. Wir waren frei in
der Stadt unterwegs, konnten iPads und die Computer der Stiftung sowie diverse
Kostüme aus dem Fundus frei nutzen.

Nach einem Abendessen in der Jugendherberge gingen wir ins
Theater im Gewölbe in ein Stück namens „Faust 1 zu zweit“, eine
Neuinterpretation des Klassikers von Goethe, in dem es – grob zusammengefasst –
um Goethe und Schiller geht, die gemeinsam das Werk – inklusive aller Rollen – nachspielen.

TAG 4

Am Vormittag des Donnerstages – schon unser letzter
richtiger Tag in Weimar – arbeiteten wir am letzten Teil unserer Projekte: der
Postproduktion. Wir nahmen noch passende Musik auf oder verwendeten vorhandene.

Auch die erste Hälfte des Nachmittages war voll und ganz der
Eigenarbeit der Gruppen gewidmet. Die Klassikstiftungsmitarbeiterinnen standen
uns mit Rat und Tat zur Seite, halfen bei der Technik und korrigierten
Anachronismen und Rechtschreibfehler. Um drei startete die große Präsentation
vor den anderen Gruppen und den mitgereisten Lehrkräften. Auf großer Leinwand
sahen wir uns die Kurzfilme an, gaben Feedback und verabschiedeten dann zum
Schluss noch die Mitarbeiter der Stiftung.

Den Abend hatten wir wieder ganz für uns – und diesmal blieb
sogar so viel Zeit, dass zwischen den deutschen und französischen Schülern eine
sehr gute Kommunikation auf Basis guter Integration in die beiden Gruppen
entstehen konnte.

TAG 5

Der Abreisetag. Wir brachen schon früh auf, machten auf der
Fahrt keine nennenswerten Zwischenstopps – abgesehen von zwei
Autobahnraststätten. Um 14:15 waren wir in Kehl am Bahnhof, wo wir den
Straßburger Teil der Reisegruppe verabschiedeten, um 14:45 dann auch in
Offenburg.

Hier noch die Links zu den Filmen einzelner Gruppen:
Wald ohne Wiederkehr
Instagram-Fanseite Schiller – Goethe
La Résistance – Das Leben des Robert Dupont
Das doch nicht so perfekte Leben der Maria Pawlowna

Vielen Dank an:
-Die Klassik-Stiftung Weimar
-Unsere Lehrer
-Die Integration
-Den Busfahrer

verantwortlich für Text und Fotos: J. Schürer

Schüleraustausch mit Olsztyn oder: Grimmelsschüler erleben das polnische Bauchgefühl

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Austausch Olsztyn, Fahrten und Exkursionen, Presseberichte

Dass es sich in Polen gut leben lässt, war den elf Schülerinnen und Schülern vom Grimmelshausen-Gymnasium eigentlich vor dem Austausch schon klar. Doch beim diesjährigen Schüleraustausch entstand bei besonders vielen Gelegenheiten ein wohliges Gefühl im Bauch: beim herzlichen Empfang durch die Gastfamilien und die Schule, beim Verzehr der leckeren ermländischen und masurischen Spezialitäten auf familienübergreifenden Grill-Partys, beim gemeinsamen Lagerfeuer oder dem großen Abschlussessen.

Vor allem der Vergleich ermländisch-masurischer und badischer Spezialitäten stellte in diesem Jahr das Projektthema dar und zog sich wie ein roter Faden durch die gemeinsamen Tage. So begann ein Tag damit, dass die polnischen Schülerinnen und Schüler die Gäste vom Grimmels bekochten und endete mit einem üppigen „Gelage“ in einem traditionellen ermländischen Restaurant. Dazwischen erstellten die Schüler ein gemeinsames Kochbuch mit jeweils lokalen Spezialitäten. Die badischen Spezialitäten dürfen dann nach den Pfingstferien beim Gegenbesuch getestet und genossen werden.

Die Ausflüge ließen nicht nur die beeindruckende Weite der ermländisch-masurischen Landschaft erfahren, die in der frühsommerlichen Sonne ihre starke Wirkung entfaltete. Auch geschichtliche Zusammenhänge wurden bei Führungen in Danzig oder an den gewaltigen Festungskathedralen der uns eher fremden Backsteingotik des Deutsch-Herrenordens in Malbork und Frombork an der Frischen Nehrung hergestellt.

Es waren wunderschöne und sonnige Tage mit einem spannenden Programm in unserer Partnerstadt Allenstein/Olsztyn. Sowohl Schüler als auch Begleitlehrer auf beiden Seiten freuen sich immer wieder über den seit Jahren bestehenden Schüleraustausch und den unkomplizierten und herzlichen Umgang miteinander.

Die großartige und großzügige Unterstützung durch die Georg-und-Maria-Dietrich-Stiftung und die Stadt Offenburg komplettiert das wohlige polnische Bauchgefühl dieses jährlichen Austausches.

Text: B. Schindler und L. Rosenkranz

 

Bilder: Teilnehmer Polenfahrt

Besuch bei „Maria Stuart“ im Freiburger E-Werk

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Fahrten und Exkursionen, Schüler

Am Freitag, den 11. Mai ergriffen einige Schüler der 10. Klasse das Angebot, mit Frau Tennstedt im E-Werk Freiburg das Stück Maria Stuart zu besuchen. Man traf sich abends, um mit dem Zug nach Freiburg zu fahren. Die Theaterbühne und der Zuschauerraum waren anfangs ungewohnt klein, was sich aber später als sehr interessant herausstellte, da die fünf Schauspieler fast permanent auf der Bühne präsent waren und es so für die Zuschauer auch immer kleine Nebenschauplätze zu beobachten gab. Die Zahl der Personen aus dem Original war also stark reduziert, der Text war teilweise umverteilt worden, ein Schauspieler wechselte zwischen zwei Rollen hin und her. So erschienen die Hauptgedanken des Stückes auf interessante Weise neu. Auch die gut ausgewählten Requisiten trugen dazu bei. Besonders schön war, dass einige Szenen auch mit Humor gespielt wurden und dass die Schauspieler ihre Rolle alle sehr gut verkörperten. Nach dem Stück bot der Regisseur noch an, uns etwas zu seinen Abwandlungen zu erzählen und Fragen zu beantworten. Insgesamt waren wir alle sehr positiv überrascht von der Modernität des Stückes und der Ausflug nach Freiburg hatte sich definitiv für alle gelohnt.

Text: A. Vitiello

 

Deutsch-französischer Theaterparcours in Straßburg

Geschrieben von admin am in Archiv, BZF-Fahrten, Fahrten und Exkursionen

Seit Oktober nimmt unser Französischkurs der Klassenstufe 10 an einem Theaterprojekt des Maillon-Theaters in Straßburg teil. Mit unserer Partnerklasse vom Lycée Marcel Rudloff in Straßburg schauen wir uns insgesamt vier Theaterstücke an. Die ersten beiden Theaterstücke haben wir nun schon gesehen. Im Vorfeld zu jedem Stück gibt es einen Workshop.

Am 5. Oktober trafen wir uns zum ersten Mal mit unserer französischen Partnerklasse und schauten uns das Maillon-Theater in Straßburg an. Wir verbrachten den Nachmittag damit, uns besser kennenzulernen, was uns dank eines Speed-Dating bestens gelang.

Der erste gemeinsame Workshop fand dann am 15. Dezember am „Grimmels“ statt. Zwei Akteure des Stückes „Rare Birds“, das wir sehen sollten, bereiteten uns auf das Stück vor. Während des Nachmittags wurden wir mit verschiedenen Zirkusfiguren vertraut gemacht und die beiden Akteure erklärten uns, was sie eigentlich machen.

Am 18. Dezember schauten wir uns schließlich das Zirkus-Stück „Rare Birds“ an. Die Darsteller wollten mit ihrem Stück die Entwicklung der Evolution ausdrücken, was sie mit Hilfe vieler unterschiedlicher Fortbewegungsarten darstellten. Nach dem Theaterstück hatten wir die Möglichkeit, uns mit den Darstellern zu unterhalten. Wir nutzten diese und konnten unsere eigenen Atelier-Erfahrungen mit den Eindrücken des Zirkusstückes vergleichen.

Pink for girls and blue for boys

Am 12. Januar schauten wir uns das zweite Stück, „Pink for girls and blue for boys“, an. In diesem Stück ging es um Klischees, mit denen Mädchen und Jungen in unserer heutigen Gesellschaft konfrontiert werden. Nach diesem Stück hatten wir ebenfalls die Möglichkeit, uns mit den Tänzern, die sich aus ganz Europa zusammengefunden hatten, zu unterhalten. Auch auf dieses Stück waren wir vorbereitet worden, allerdings fand diese Vorbereitung ohne unsere Partnerklasse statt.

Wir sind schon sehr gespannt auf die folgenden zwei Stücke.

Text: Undine Gloski und Sofia Serrer | Fotos: Jörg Schürer

Studienfahrt Lyon (BZF) 2017

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, BZF-Fahrten, Fahrten und Exkursionen

Am Montag, dem 16. Oktober 2017 begann frühmorgens unsere Reise nach Lyon. Noch müde und verschlafen verabschiedeten wir uns von unseren Eltern und fuhren anschließend nach Straßburg, um dort die Klasse unserer Partnerschule St Étienne abzuholen. Während zu Beginn noch viel geschlafen wurde, nahm die Lautstärke doch im Laufe der Zeit zu. Ein weiterer Halt fand in Beaune statt, wo sich ein altes Krankenhaus befand, zu dem wir in Gruppen einige Referate vorbereitet hatten. Nach anschließender Mittagspause ging die Fahrt in Richtung Lyon auch schon weiter und so standen wir einige Stunden später an der Notre-Dame de Fourvière, von wo aus man einen atemberaubenden Blick auf Lyon hatte. Abends erreichten wir endlich unser Hotel und nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, ging es zum Abendessen.

Der nächste Tag begann früh mit einem Hotelfrühstück und bald wartete auch schon der Bus auf uns, der uns zum gallo-römischen Museum brachte. Hier gab es einige Mosaike, Ausgrabungsstücke und Ruinen zu sehen und Vorträge zu hören. Nachmittags erkundeten wir in zwei Gruppen geteilt Lyon. Unsere Gruppe begann mit der Besichtigung eines alten römischen Theaters und begab sich später zur Führung durch die Altstadt Lyons, in der es unter anderem sogenannte „Traboules“ (Gänge, Treppen und Passagen durch Privathäuser) zu sehen gab. Nach kurzer Freizeit begaben wir uns zurück zur „Domaine St Joseph“, unserer Unterkunft.

Am Mittwoch wurden wir nach dem Frühstück auf zwei „Ateliers“ verteilt, in denen wir den Vormittag verbrachten. Im ersten Atelier spielten wir in Gruppen abwechselnd Monopoly und beantworteten mithilfe ausgeteilter Texte Fragen über Lyon und seine Stadtteile. Danach tauschten wir das Atelier und sahen uns dort Ausschnitte aus dem Stummfilm „The Kid Brother“ an. Nach dem Mittagessen fuhren wir zum „Quartier de la Confluence“, dem grünen Viertel Lyons, um dort unter anderem ein Museum zu besichtigen. Nach anschließender Freizeit in der Innenstadt Lyons fuhren wir abends auch schon zum Kino, um „The Kid Brother“, der mit einem Live-Orchester gezeigt wurde, in voller Länge zu sehen. Dies war für alle ein tolles Erlebnis. Doch noch war der Tag nicht zu Ende, denn wir begaben uns auf einen nächtlichen Spaziergang durch Lyon, weshalb wir erst spät zurück zum Hotel kamen.

Am Donnerstag, unserem letzten Tag in Lyon, besichtigten wir das „Croix Rousse“ und sein Stoffmuseum, in dem wir die Möglichkeit hatten, unsere mitgebrachten T-Shirts zu gestalten. Anschließend wartete im Hotel schon ein Festessen auf uns. Zur Feier des letzten Tages hatten einige Schüler eine Karaokeparty für uns vorbereitet, die wir ausgiebig genossen.

Der Freitag begann für uns sehr früh, da wir schon um 10 Uhr in Izieu sein sollten, um uns das Haus anzusehen, in dem Miron und Sabine Zlatin jüdische Kinder vor den Nationalsozialisten im 2. Weltkrieg versteckt gehalten hatten. Jedoch wurden 44 der Kinder am 6. April 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Als Hommage an diese Kinder schrieb Reinhard Mey zum 50. Gedenktag das Lied „Die Kinder von Izieu“, welches wir auf der Fahrt anhörten. Um 22.15 Uhr kamen wir in Straßburg und eine halbe Stunde später in Offenburg an. Der  Abschied von unseren St Étienne-Partnerschülern aus Straßburg fiel uns sehr schwer, denn während der Fahrt hatten wir viele neue Freundschaften geschlossen.

Die Studienfahrt nach Lyon war ein unglaubliches Erlebnis und wir freuen uns schon auf die Fahrt nach Weimar im nächsten Jahr.


Text: U. Gloski und M. Manashirova

 

 

Fotos: J. Schürer

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