Das Schulleben am Grimmels

Drittortbegegnung Weimar 2019

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, BZF-Fahrten, Fahrten und Exkursionen

Der erste Tag der Kursfahrt nach Weimar begann am Sonntag um 6.00 Uhr am Bahnhof Offenburg, wo wir, die 11 Schüler des Grimmelshausen-Gymnasiums, auf die 28 französischen Schüler des Lycée Episcopal Saint-Etienne trafen. Um die Anreise bestmöglich zu nutzen, legten wir einen Zwischenstopp in Eisenach ein. Dort erklommen wir nach kleineren Kommunikationsproblemen die Wartburg. Oben angekommen, machten wir eine kleine Mittagspause und genossen bei strahlendem Sonnenschein die schöne Aussicht auf den Thüringer Wald. Eine dynamische Reiseführerin erzählte uns in rasantem Tempo von der heiligen Elisabeth, Luther und dem Wartburgfest der Burschenschaftler, sodass wir eine kleine Verschnaufpause in der Altstadt Eisenachs wirklich nötig hatten. Am späten Nachmittag brachen wir dann zu unserem eigentlichen Reiseziel auf. Nach dem letzten anstrengenden Fußmarsch mit unseren lärmenden Rollkoffern im Schlepptau erreichten wir die europäische Jugendbegegnungsstätte in Weimar.


Foto: N. Saier

Für das Programm der Woche teilten wir uns in drei Gruppen ein, die in den ersten Tagen zu unterschiedlichen Gebieten der Weimarer Kultur Informationen sammelten, um dann in der zweiten Hälfte des Aufenthalts kreative Beiträge für das Projekt YOUPEDIA der Klassik-Stiftung Weimar zu erstellen:

Selbstverständlich arbeitete eine Gruppe zur „Weimarer Klassik“. Wir besichtigten – nachdem wir uns bei einer Foto-Rallye einen allgemeinen Überblick zum Thema verschafft hatten –  das Nationalmuseum und die Wohnhäuser Schillers und Goethes. Dabei fiel uns besonders auf, dass Goethe sein Haus bereits zu Lebzeiten in ein Museum verwandelte. Wir lernten außerdem, dass sein guter Freund Schiller finanziell nicht so schlecht aufgestellt war, wie häufig behauptet. In der Ausstellung „Abenteuer der Vernunft“ konnten wir selbst erkunden, welche naturwissenschaftlichen Bereiche Goethe erforscht hatte. Schließlich gingen wir in der Fürstengruft auf Weimars historischem Friedhof dem Rätsel um Schillers Schädel nach.


Foto: N. Saier

Mit der Eröffnung des Bauhaus-Museums in Weimar konnte sich eine Gruppe auch detailliert dieser Epoche widmen:

Als unsere Gruppe sich für das Thema „Bauhaus“ entschied, konnten viele von uns mit diesem Thema nur wenig anfangen. Dies änderte sich durch eine Foto-Rallye, die uns zu vier Stationen führte: die Bauhaus-Universität, das Tempelherrenhaus, das Märzgefallenen Denkmal und das Haus am Horn. So erhielten wir einen groben Überblick über die Bauhaus-Entwicklung, Design, Künstler dieser Zeit und auch die Kritik aus der Bevölkerung. Im Neuen Museum, dem Bauhaus-Museum und im Haus am Horn konnten wir bei drei Führungen detailliertere Informationen sammeln.

Die dritte Gruppe untersuchte die Rolle Weimars während der NS-Zeit und mit welchen Mitteln die Stadt heute versucht, auch die Erinnerung an diese Zeit wach zu halten.

Durch eine Foto-Rallye lernten wir am ersten Tag eigenständig Orte mit nationalsozialistischer Vergangenheit kennen, beispielsweise das Ghettohaus, der Marstall oder das Hotel Elephant. Die Führung „ambivalente Geschichte“ lieferte uns Informationen über den Umgang der Nationalsozialisten mit Weimars Kulturdenkmäler.

Ein Programmpunkt aller Gruppen war die Besichtigung des Konzentrationslagers Buchenwald, das nur acht Kilometer von Weimar entfernt liegt. Zur Einführung schauten wir einen Film, in dem verschiedene Zeitzeugen über die menschenverachtenden Haft- und Arbeitsbedingungen im Lager berichteten. Anschließend wurden wir in zwei Gruppen über das Gelände geführt. Die Guides berichteten sowohl von der Täter- als auch von der Opferseite und versuchten das Thema sprachlich schülergerecht zu formulieren. Wirklich fassen konnten wir trotzdem nicht, wie Menschen jemals dazu kommen konnten, andere Menschen derartig methodisch zu Grunde zu richten. So waren wir nach dieser Besichtigung emotional und auch von der riesigen Materialmenge in der Dauerausstellung ziemlich erschlagen. Die Gruppe „Vergangenheitsbewältigung“ bekam deswegen am nächsten Tag noch etwas Zeit, um auf dem Gelände und in der Dauerausstellung Material für die Kurzfilme zu sammeln.

Für die weitere Arbeit wurden die drei Themengruppen in kleinere arbeitsfähige Gruppen unterteilt, die nun mit den zuvor gesammelten Fotos, Filmen, Interviews und auch gezeichneten Dokumenten einen Kurzfilm zu einer Fragestellung aus ihrem Themenbereich anfertigen sollten. Nach ungefähr acht Stunden intensiver Arbeit mit den I-Pads und der technischen Unterstützung der drei Projektbetreuerinnen von Youpedia, konnten alle Arbeitsgruppen sehenswerte Filmbeiträge vorstellen. Besonders aufwändig war es hier, die gesprochenen Texte, die Musik und die Untertitel in die Filme zu integrieren. Die Gruppen, die zum Thema Bauhaus arbeiteten, mussten besonders kreativ sein, da sie aus rechtlichen Gründen kaum Fotos nutzen konnten. Die Gruppen, die zur NS-Zeit arbeiteten, hatten sich schon im Vorfeld abgesichert und für ihr Filmmaterial in der Gedenkstätte in Buchenwald Genehmigungen eingeholt. So sind die Ergebnisse auch alle in der Form sehr unterschiedlich und einfallsreich:

https://www.youpedia.de/de/beitrag/goethe-und-die-natur

https://www.youpedia.de/de/beitrag/kritik-am-bauhaus

https://www.youpedia.de/de/beitrag/nils-wills-wissen

https://www.youpedia.de/de/beitrag/weimar-wie-die-stadt-die-ns-zeit-erinnert

https://www.youpedia.de/de/beitrag/ns-zeit-weimar-0

Natürlich durften auf unserer Fahrt auch die Freizeitaktivitäten nicht fehlen. Am ersten Abend noch ungewohnt früh ins Bett gefallen, gingen wir am Montag bowlen. Weil der Austausch zwischen der deutschen und der französischen Gruppe bis dahin noch etwas zögerlich und zurückhaltend war, wurden wir in gemischte Gruppen eingeteilt und bekamen zusätzlich Fragen zum besseren Kennenlernen. Den dritten Abend verbrachten wir im Theater im Gewölbe, in einem Stück namens „Goethe in concert“. Es war eine Aufführung eines Trios, welches Originaltexte und Zitate Goethes vortrug und diese musikalisch untermalte. Interessant war das Theater allemal, jedoch nicht unbedingt für Schüler geeignet. Wieder an der Herberge zurück, sammelte sich nach und nach die ganze Gruppe um ein Feuer in einer Feuerschale und ließ den Abend gemütlich ausklingen. Zum Abschluss war natürlich Party angesagt. Die Lehrer mieteten die Disco der Jugendherberge und wir verbrachten den letzten Abend tanzend und singend- sogar die Lehrer schwangen bei dem ein oder anderen Lied das Tanzbein.


Text: Kurs Js.1 BZF

Reisebericht der Studienfahrt nach Lyon

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, BZF-Fahrten, Fahrten und Exkursionen

Wir, der bilinguale Kurs der 10. Klasse, waren in der Woche vom 14. bis 18. Oktober auf unserer ersten Bili-Studienfahrt in Lyon. Begleitet wurden wir von unserer Partnerklasse des Collège-Lycée Épiscopal de St. Etienne aus Straßburg.

Als wir uns am Montagmorgen schon in aller Herrgottsfrühe zur Abfahrt trafen, war die Stimmung zunächst noch sehr verschlafen. Sie besserte sich jedoch rasch, als die französische Klasse zu uns stieß. Zunächst erkundeten wir die Hospices de Beaune, ein mittelalterliches Krankenhaus, wo wir den Altar „Das Jüngste Gericht“ von Roger van der Weyden und vor allem die imposante Architektur der Hospices mit ihren bunten Dächern bestaunten. Als wir am Spätnachmittag im Hotel eintrafen, waren alle freudig überrascht, da es wirklich sehr edel war. Sowohl die Zimmer als auch das Essen waren hervorragend – besser als alles, was man je zuvor auf einem Schulausflug erlebt hatte. Ein kulinarisches Highlight, ein repas festif  (ein festliches Abendessen in drei Gängen) wurde uns an unserem letzten Abend serviert, schließlich ist Lyon ein haut-lieu der französischen Gastronomie.

Die Woche über besuchten wir einige erstaunlich interessante Museen im Umland von Lyon: Zunächst das Musée romain in Saint-Romain en Gal, wo wir uns über das Leben in einer römischen Stadt informierten, dann das römische Theater von Lugdunum. Unsere Lehrer führten uns auch durch das mittelalterliche Lyon, wo wir die Traboules der Renaissance besichtigten. Am Donnerstagvormittag besuchten wir die Seidenweber, die sog. Canuts, und konnten uns einen Eindruck von deren Lebensbedingungen im 19. Jahrhundert machen. Sehenswürdigkeiten und Museen wurden vor Ort durch Kurzvorträge der Schüler*innen in der jeweiligen Fremdsprache erklärt.

Als Highlight würden wohl die meisten Schüler*innen den Besuch im modernsten Viertel Lyons – La Confluence – beschreiben. Ebenfalls in Erinnerung bleiben wird wohl vielen der Hund unseres Busfahrers, Nathan. Er begleitete uns auf allen Fahrten während des Aufenthalts.

Insgesamt war es eine sehr gelungene Studienfahrt und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wenn es heißt: „Los geht’s nach Weimar!“

Text: D. Walz, 10c

 

Fotos: J. Schürer

Deutsch-französischer Theaterparcours in Straßburg

Geschrieben von admin am in Archiv, BZF-Fahrten, Fahrten und Exkursionen

Seit Oktober nimmt unser Französischkurs der Klassenstufe 10 an einem Theaterprojekt des Maillon-Theaters in Straßburg teil. Mit unserer Partnerklasse vom Lycée Marcel Rudloff in Straßburg schauen wir uns insgesamt vier Theaterstücke an. Die ersten beiden Theaterstücke haben wir nun schon gesehen. Im Vorfeld zu jedem Stück gibt es einen Workshop.

Am 5. Oktober trafen wir uns zum ersten Mal mit unserer französischen Partnerklasse und schauten uns das Maillon-Theater in Straßburg an. Wir verbrachten den Nachmittag damit, uns besser kennenzulernen, was uns dank eines Speed-Dating bestens gelang.

Der erste gemeinsame Workshop fand dann am 15. Dezember am „Grimmels“ statt. Zwei Akteure des Stückes „Rare Birds“, das wir sehen sollten, bereiteten uns auf das Stück vor. Während des Nachmittags wurden wir mit verschiedenen Zirkusfiguren vertraut gemacht und die beiden Akteure erklärten uns, was sie eigentlich machen.

Am 18. Dezember schauten wir uns schließlich das Zirkus-Stück „Rare Birds“ an. Die Darsteller wollten mit ihrem Stück die Entwicklung der Evolution ausdrücken, was sie mit Hilfe vieler unterschiedlicher Fortbewegungsarten darstellten. Nach dem Theaterstück hatten wir die Möglichkeit, uns mit den Darstellern zu unterhalten. Wir nutzten diese und konnten unsere eigenen Atelier-Erfahrungen mit den Eindrücken des Zirkusstückes vergleichen.

Pink for girls and blue for boys

Am 12. Januar schauten wir uns das zweite Stück, „Pink for girls and blue for boys“, an. In diesem Stück ging es um Klischees, mit denen Mädchen und Jungen in unserer heutigen Gesellschaft konfrontiert werden. Nach diesem Stück hatten wir ebenfalls die Möglichkeit, uns mit den Tänzern, die sich aus ganz Europa zusammengefunden hatten, zu unterhalten. Auch auf dieses Stück waren wir vorbereitet worden, allerdings fand diese Vorbereitung ohne unsere Partnerklasse statt.

Wir sind schon sehr gespannt auf die folgenden zwei Stücke.

Text: Undine Gloski und Sofia Serrer | Fotos: Jörg Schürer

„Es Weimar einmal…“

Geschrieben von admin am in Aktuelles, Archiv, BZF-Fahrten

Mit großer Vorfreude auf das Wiedersehen mit ihren französischen Freunden der letztjährigen Fahrt nach Lyon, stiegen die acht Schüler des Grimmelshausen-Gymnasiums am Sonntag um 6 Uhr morgens in den Bus nach Weimar, wo sie die in Straßburg zugestiegenen Austauschschüler/innen begrüßten.
Nun konnten wir die sechsstündige Reise nach Weimar, der Hauptstadt der deutschen Literatur, wie wir sie nach unserem Besuch genannt haben, antreten. Mit an Bord waren keine ausgeschlafenen Schüler, denn die frühen Morgenstunden nutzten wir alle, um unseren Schlaf fortzusetzen und Energie für den restlichen Tag zu tanken. Da wir noch einige Ausflüge vor uns hatten, war dies eine ruhige, fast stille Fahrt.

COLLÈGE EPISCOPAL SAINT-ETIENNE STRAßBURG UND
GRIMMELSHAUSEN-GYMNASIUM OFFENBURG
Die Kooperation der Klassik Stiftung Weimar mit dem Straßburger Collège und dem Offenburger Grimmelshausen-Gymnasium besteht seit 2013. Im Rahmen des Bildungsprojektes Weimarpedia wird hier modellhaft erprobt, wie die Zusammenarbeit von zwei Partnerschulen durch eine jährliche Projektwoche in Weimar intensiviert und dabei zugleich der interkulturelle Austausch verbessert werden kann. Die zwischen beiden Schulen bestehende Partnerschaft wird hierbei weiterentwickelt und profiliert.Weitere Informationen zu unserem Projekt finden sich unter: weimarpedia.de

Unser erstes Ziel war die bekannte Wartburg in Eisenach. An der Burg angekommen, zog der Ausblick über die Landschaft das Interesse aller Schüler auf sich. Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren wir alle aus unserem Schlaf erwacht. Nach einer interessanten Führung setzten wir die Reise zu den nächsten Zwischenstopps, dem Schiller-Museum und dem Luther-Haus, fort.
Einige entschieden sich für den Besuch des Schiller-Museums und andere für das Luther-Haus. Die Gruppe, die das Schiller-Museum besuchte, durfte ein musikalisches Vorspiel auf von Schiller persönlich benutzten Musikinstrumenten genießen.

Je näher wir unserer Herberge kamen, desto größer wurde die Spannung. Die Zimmer waren ordentlich und bequem eingerichtet. Die Jugendherberge bot uns ein Fußballfeld, eine Tischtennisplatte und einen Basketballkorb. In den freien Stunden hatten wir Spaß daran, uns mit unseren französischen Freunden zu messen oder gemeinsam zu spielen. Auch innerhalb der Herberge sorgten Gesellschaftsspiele ständig für eine gute und ausgelassene Stimmung, so dass es uns nie langweilig wurde.

Die ersten zwei Tage verbrachten wir damit, verschiedene Museen in und um Weimar zu besuchen. So stand auch ein Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald auf dem Programm. Tief betroffen hatte der Besuch einen erschütterten Eindruck hinterlassen. Der Abend an diesem Tag verlief ruhig, da jeder noch ein bisschen in sich gekehrt war.

Der nächste Tag begann wieder mit Schwung und Motivation. Am meisten freuten wir uns aber auf das eigentliche Projekt, das bevorstand: wir sollten einen eigenen Film über Weimar drehen. Es standen drei Themen zur Auswahl: Aufklärung, Klassik und Nationalsozialismus. Jeder einzelne Schüler steckte all seine Mühe und Leidenschaft in das kreative Projekt, um ein außergewöhnliches Ergebnis zu erzielen. Unter den vier- bis sechsköpfigen deutsch-französischen Schülergruppen herrschte ein kleiner Konkurrenzkampf um die beste Verfilmung. Drei Tage lang arbeiteten wir mit Fleiß an den Projekten. Dabei wurden wir unterstützt von Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei. Wir konnten ebenfalls Museen sowie Einrichtungen der Stadt, zum Beispiel das Goethehaus, kostenlos besuchen. Außerdem wurde uns auch das gesamte Equipment (Kostüme, iPads etc.) gestellt, das wir für unsere Arbeit benötigten.

Am Donnerstagnachmittag war es so weit: Alle Gruppen waren rechtzeitig fertig und konnten kaum die Vorstellung der Ergebnisse im Studienzentrum erwarten. Alle Filme wurden nacheinander präsentiert. Alle Gruppenmitglieder waren damit einverstanden, die Filme auf die Homepage der Stiftung zu stellen:

Es war die Gelegenheit für uns, etwas komplett Eigenes, ohne Lehrer oder Begleiter, zu gestalten.

Die Informationen, die wir über Goethe und Schiller gewonnen haben, ermöglichten uns sogar einen Vorteil im Deutschunterricht gegenüber den anderen Schülern zu erzielen, denn wir wurden bestens über das Leben der beiden Dichter informiert. Wir hatten sämtliche Häuser, Museen und eine Theateraufführung zu den beiden besucht. Wir konnten somit alle unser Wissen über die Stadt Weimar, ihre Geschichte und die Dichter erweitern.

Am letzten Abend vor der Abreise versammelten wir uns alle um ein Lagerfeuer herum und sangen gemeinsam französische und deutsche Lieder. Unser Gesang wurde begleitet von einer Saint-Étienne Schülerin und unserer Französischlehrerin, Frau Dr. Tennstedt. Danach ging es noch stimmungsvoll im Partyraum weiter. Lehrer und Schüler tanzten gemeinsam zu aktuellen Songs aus den Charts.

Am Freitag, nach dem Frühstück, war die Zeit gekommen, die Heimreise anzutreten. Doch bevor wir uns von unseren Partnerschülern verabschieden mussten, einigten wir uns noch auf ein Nachtreffen, damit der Kontakt zwischen uns aufrechterhalten wird.

Wir haben in dieser Woche viel voneinander gelernt – sprachlich wie menschlich. Diese Studienfahrt war für uns alle ein sehr schönes Erlebnis, welches wir nur weiterempfehlen können.

Text: Jean Louis Leussi | Bilder: Rachelle Quassivi

Studienfahrt Lyon (BZF) 2017

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, BZF-Fahrten, Fahrten und Exkursionen

Am Montag, dem 16. Oktober 2017 begann frühmorgens unsere Reise nach Lyon. Noch müde und verschlafen verabschiedeten wir uns von unseren Eltern und fuhren anschließend nach Straßburg, um dort die Klasse unserer Partnerschule St Étienne abzuholen. Während zu Beginn noch viel geschlafen wurde, nahm die Lautstärke doch im Laufe der Zeit zu. Ein weiterer Halt fand in Beaune statt, wo sich ein altes Krankenhaus befand, zu dem wir in Gruppen einige Referate vorbereitet hatten. Nach anschließender Mittagspause ging die Fahrt in Richtung Lyon auch schon weiter und so standen wir einige Stunden später an der Notre-Dame de Fourvière, von wo aus man einen atemberaubenden Blick auf Lyon hatte. Abends erreichten wir endlich unser Hotel und nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, ging es zum Abendessen.

Der nächste Tag begann früh mit einem Hotelfrühstück und bald wartete auch schon der Bus auf uns, der uns zum gallo-römischen Museum brachte. Hier gab es einige Mosaike, Ausgrabungsstücke und Ruinen zu sehen und Vorträge zu hören. Nachmittags erkundeten wir in zwei Gruppen geteilt Lyon. Unsere Gruppe begann mit der Besichtigung eines alten römischen Theaters und begab sich später zur Führung durch die Altstadt Lyons, in der es unter anderem sogenannte „Traboules“ (Gänge, Treppen und Passagen durch Privathäuser) zu sehen gab. Nach kurzer Freizeit begaben wir uns zurück zur „Domaine St Joseph“, unserer Unterkunft.

Am Mittwoch wurden wir nach dem Frühstück auf zwei „Ateliers“ verteilt, in denen wir den Vormittag verbrachten. Im ersten Atelier spielten wir in Gruppen abwechselnd Monopoly und beantworteten mithilfe ausgeteilter Texte Fragen über Lyon und seine Stadtteile. Danach tauschten wir das Atelier und sahen uns dort Ausschnitte aus dem Stummfilm „The Kid Brother“ an. Nach dem Mittagessen fuhren wir zum „Quartier de la Confluence“, dem grünen Viertel Lyons, um dort unter anderem ein Museum zu besichtigen. Nach anschließender Freizeit in der Innenstadt Lyons fuhren wir abends auch schon zum Kino, um „The Kid Brother“, der mit einem Live-Orchester gezeigt wurde, in voller Länge zu sehen. Dies war für alle ein tolles Erlebnis. Doch noch war der Tag nicht zu Ende, denn wir begaben uns auf einen nächtlichen Spaziergang durch Lyon, weshalb wir erst spät zurück zum Hotel kamen.

Am Donnerstag, unserem letzten Tag in Lyon, besichtigten wir das „Croix Rousse“ und sein Stoffmuseum, in dem wir die Möglichkeit hatten, unsere mitgebrachten T-Shirts zu gestalten. Anschließend wartete im Hotel schon ein Festessen auf uns. Zur Feier des letzten Tages hatten einige Schüler eine Karaokeparty für uns vorbereitet, die wir ausgiebig genossen.

Der Freitag begann für uns sehr früh, da wir schon um 10 Uhr in Izieu sein sollten, um uns das Haus anzusehen, in dem Miron und Sabine Zlatin jüdische Kinder vor den Nationalsozialisten im 2. Weltkrieg versteckt gehalten hatten. Jedoch wurden 44 der Kinder am 6. April 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Als Hommage an diese Kinder schrieb Reinhard Mey zum 50. Gedenktag das Lied „Die Kinder von Izieu“, welches wir auf der Fahrt anhörten. Um 22.15 Uhr kamen wir in Straßburg und eine halbe Stunde später in Offenburg an. Der  Abschied von unseren St Étienne-Partnerschülern aus Straßburg fiel uns sehr schwer, denn während der Fahrt hatten wir viele neue Freundschaften geschlossen.

Die Studienfahrt nach Lyon war ein unglaubliches Erlebnis und wir freuen uns schon auf die Fahrt nach Weimar im nächsten Jahr.


Text: U. Gloski und M. Manashirova

 

 

Fotos: J. Schürer

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