Das Schulleben am Grimmels

Reisebericht der Studienfahrt nach Lyon

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, BZF-Fahrten, Fahrten und Exkursionen

Wir, der bilinguale Kurs der 10. Klasse, waren in der Woche vom 14. bis 18. Oktober auf unserer ersten Bili-Studienfahrt in Lyon. Begleitet wurden wir von unserer Partnerklasse des Collège-Lycée Épiscopal de St. Etienne aus Straßburg.

Als wir uns am Montagmorgen schon in aller Herrgottsfrühe zur Abfahrt trafen, war die Stimmung zunächst noch sehr verschlafen. Sie besserte sich jedoch rasch, als die französische Klasse zu uns stieß. Zunächst erkundeten wir die Hospices de Beaune, ein mittelalterliches Krankenhaus, wo wir den Altar „Das Jüngste Gericht“ von Roger van der Weyden und vor allem die imposante Architektur der Hospices mit ihren bunten Dächern bestaunten. Als wir am Spätnachmittag im Hotel eintrafen, waren alle freudig überrascht, da es wirklich sehr edel war. Sowohl die Zimmer als auch das Essen waren hervorragend – besser als alles, was man je zuvor auf einem Schulausflug erlebt hatte. Ein kulinarisches Highlight, ein repas festif  (ein festliches Abendessen in drei Gängen) wurde uns an unserem letzten Abend serviert, schließlich ist Lyon ein haut-lieu der französischen Gastronomie.

Die Woche über besuchten wir einige erstaunlich interessante Museen im Umland von Lyon: Zunächst das Musée romain in Saint-Romain en Gal, wo wir uns über das Leben in einer römischen Stadt informierten, dann das römische Theater von Lugdunum. Unsere Lehrer führten uns auch durch das mittelalterliche Lyon, wo wir die Traboules der Renaissance besichtigten. Am Donnerstagvormittag besuchten wir die Seidenweber, die sog. Canuts, und konnten uns einen Eindruck von deren Lebensbedingungen im 19. Jahrhundert machen. Sehenswürdigkeiten und Museen wurden vor Ort durch Kurzvorträge der Schüler*innen in der jeweiligen Fremdsprache erklärt.

Als Highlight würden wohl die meisten Schüler*innen den Besuch im modernsten Viertel Lyons – La Confluence – beschreiben. Ebenfalls in Erinnerung bleiben wird wohl vielen der Hund unseres Busfahrers, Nathan. Er begleitete uns auf allen Fahrten während des Aufenthalts.

Insgesamt war es eine sehr gelungene Studienfahrt und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wenn es heißt: „Los geht’s nach Weimar!“

Text: D. Walz, 10c

 

Fotos: J. Schürer

Erlebnispädagogischer Wandertag für unsere neuen 5. Klässer*innen

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Klasse5

Ende September fand der erlebnispädagogische Wandertag, der ganz im Zeichen des Kennenlernens und der Klassengemeinschaft stand, für unsere Neuankömmlinge statt.

Bei schönem Spätsommerwetter wanderten die 5. Klässer*innen in Begleitung ihrer Klassenlehrerinnen, zwei Paten aus der 10. Klasse und der Schulsozialarbeiterin zur Wiesenwerkstatt in Fessenbach. Unterwegs konnten sich die Kinder und ihre Lehrerinnen bei Kennenlern- und Teamspielen miteinander vertraut machen. Auf der Wiese angekommen, hatten die Schülerinnen und Schüler Zeit, zusammen zu vespern, im Bach zu buddeln, Fußball oder Verstecken zu spielen.

Nach dem freien Spiel hatte die Schulsozialarbeiterin verschiedene Kooperationsspiele zur Förderung der Kommunikation und Stärkung der Klassengemeinschaft vorbereitet. So mussten die Kinder zum Beispiel mit verbundenen Augen ein „Seilquadrat“ erstellen, sich im Kreis gemeinsam hinsetzen oder den „Zauberstab“ zusammen auf dem Boden ablegen.

Gegen Mittag machten sich dann alle zusammen wieder auf den Rückweg zum Grimmelshausen-Gymnasium. Das Ziel des Tages, sich als Klasse kennenzulernen, Gemeinschaft zu erleben und viel Freude miteinander zu haben, wurde erreicht, darin waren sich alle beteiligten Lehrkräfte einig.

Text und Foto: J. Fautz – Schulsozialarbeit

Archäologische Spuren in Gengenbach

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv

Am vergangenen Samstag, den 12.10.2019, erkundete die Archäologie-AG zusammen mit dem Archäologen Johann Schrempp das malerische Städtchen Gengenbach. Wir konnten uns glücklich schätzen, denn wir waren nicht lange unterwegs und dazu war uns noch wunderschön warmes Oktoberwetter beschert. So besichtigten wir zunächst die Stadtkirche und erfuhren von Johann beispielsweise, dass Gegenbach sich im Verlauf des hohen Mittelalters im Umfeld des Benediktinerklosters ausbildete und im 14. Jahrhundert zur Reichsstadt wurde. Doch sogar schon in der Römerzeit lässt sich eine Siedlung im Stadtgebiet nachweisen. Gengenbach lässt sich also archäologisch lange zurückverfolgen. Wo heute zum Beispiel das Gesundheitszentrum mit Pflegeheim und Hospiz „Maria Frieden“ steht, gibt es Nachweise einer mittelalterlichen Bebauung. Passend zu unserem archäologischen Stadtrundgang nahmen wir an der Jahrestagung des Förderkreises Archäologie in Baden e.V. teil und lauschten dem Vortrag „Archäologische Spuren zum mittelalterlichen Gegenbach“ des Archäologen Dr. Bertram Jenisch aus Freiburg, der einige interessante Funde präsentierte und von den Ausgrabungen in Gengenbach berichtete. Neben der die hungrigen Bäuche füllenden Verpflegung dort wurden wir herzlich als „Nachwuchsarchäologen“ in Empfang genommen und begrüßt. Da wir nach dem Vortrag noch länger Zeit hatten als geplant, konnten wir uns vor unserer Rückreise nach Offenburg noch den Tag mit einem leckeren Eis versüßen, das wir in geselliger Runde verzehrten. Wir bedanken uns sehr bei Johann für die Organisation und freuen uns schon auf weitere Exkursionen in und um die Ortenau!

Wir begrüßen gerne auch neue Mitglieder, wendet euch diesbezüglich einfach an Herrn Adler 🙂

Text: C. Sigrist

Besichtigung der Stadtbefestigung von Gegenbach. Die ursprüngliche Höhe der Stadtmauer lässt sich hier erahnen.

Foto: C. Sigrist

„Und los geht´s!“

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Klasse5

86 neue Fünftklässler wurden von ihren Klassenlehrerinnen begrüßt und zu ihrer neuen Wirkungsstätte begleitet (im Foto: Frau Pooth-Risoud). Das Grimmelshausen-Gymnasium freut sich über die hohen Anmeldezahlen für das neue Schuljahr und geht mit drei neuen Klassen an den Start. Nun stehen acht Schuljahre mit hoffentlich viel Spaß, Eifer und Wissbegier an, bis die Mädchen und Jungen ihre Schulzeit mit dem Abitur abschließen. Das Jahr 2027 dürfte allerdings für die Schülerinnen und Schüler noch eher wie Science Fiction wirken. Beim Grimmels-Kollegium werden die Kinder jedenfalls in bester Begleitung sein…

Wir wünschen unseren Neulingen viel Erfolg auf ihrem Weg!

 

Text & Foto: M. Steen-Tolle

Tanzprojekt mit “The School“ am Grimmels

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv

„Bewegung, Tanz und Spaß“ war das Motto des Tanzprojektes, das am Ende des letzten Schuljahres am Grimmelshausen-Gymnasium stattfand.
Im Rahmen des Förderprogramms „Gesund aufwachsen und leben in Offenburg“ hatten rund 30 Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen die Möglichkeit, an der Tanz-Projekt-AG “Move to dance“, die von der SMV und der Schulsozialarbeit initiiert wurde, teilzunehmen. In Kooperation mit der Tanzschule “The School“ studierten die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung des Tanzlehrers The.K einen Tanz ein, der am Schulfest vor einem großen Publikum aufgeführt wurde.
Die Aufführung war ein voller Erfolg und wurde mit großem Beifall belohnt. Doch ohne Fleiß kein Preis. Trotz oftmals sehr großer Hitze wurde ausdauernd trainiert und die “Moves“ wurden einstudiert.
Die Kinder und Jugendlichen hatten sich seit den Pfingstferien jeden Mittwochnachmittag zum Training getroffen. Dieses fand nicht, wie bei den meisten AGs üblich, in den Räumen der Schule, sondern in der viel spannenderen Lokalität Tanzschule statt.
Das Tanzprojekt kam bei allen Beteiligten sehr gut an und alle hatten viel Spaß zusammen. Selbst der Tanzlehrer lobte das Engagement und die Trainingsmoral der Grimmels-Tänzerinnen und -Tänzer.

   

Text & Fotos: J. Fautz

 

„SO EINEN KRIEGEN WIR NICHT WIEDER“ – ABSCHIED VON OFFENBURGER LEHRERLEGENDE HAASER

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv

38 Jahre wirkte er leidenschaftlich für die Schülerinnen und Schüler des Grimmelshausen-Gymnasiums und prägte das Theaterprofil der Schule wesentlich mit – nun wurde Hansjörg Haaser vom Kollegium und in den Ruhestand verabschiedet.

Dass dies bisweilen auch ein Unruhe-Zustand bleiben wird, liegt am gebürtigen Offenburger selbst, der plant seine Theaterarbeit ehrenamtlich weiter zu betreiben: „Es ist zu schön, um es ganz loszulassen“, meint der Vollblut-Pädagoge, der seine Rolle auch darin sah, „jungen Menschen Wege zu rechtem Leben“ zu weisen und in ihnen ein „Feuer [zu] entzünden“.

Haasers Selbstcharakterisierung als „altmodisch“ stellte Theaterkollege Paul Barone in seiner Laudatio in den Mittelpunkt und erläuterte damit die besonderen Qualitäten Haasers Einsatz: eine „authentische und fachlich gebildete Lehrerpersönlichkeit“, die eine menschliche Lehrer-Schüler-Beziehung etabliere und insofern auch humanistisch wirke. Denn es ginge ihm um die Bildung der „ganzen Persönlichkeit“. Als rührender Beleg dafür, dass er seine zwischenmenschlichen Ziele auch wirklich erreicht hat, dürfte gelten, dass ehemalige und aktive Theaterschüler ihrem Lehrer beim kollegialen Abschied einen Überraschungsbesuch abstatteten.

Schulleiterin Susanne Self-Prédhumeau würdigte die Verdienste Haasers als Deutsch- und Lateinlehrer, der hohe fachliche Ansprüche mit großer Fürsorge für das individuelle Wohlergehen der ihm anvertrauten Jugendlichen verbunden habe. Als Theaterpädagoge sei es ihm vorbildlich gelungen, ihre Begeisterung fürs Theaterspielen zu wecken und zu schauspielerischen Höchstleistungen anzuspornen – was sich über viele Jahre hinweg in den auf besonderem Niveau gespielten Theaterstücken widerspiegelte. Dass Haaser viele Stücke für seine Inszenierungen selbst sprachlich adaptierte und dafür regelmäßig seine Sommerferien verwendete, unterstreiche sein außerordentliches Engagement. Haasers Beständigkeit als altmodisch zu bezeichnen sei dabei zu kurz gegriffen: Durch dessen Gewohnheit, den Schulweg tagtäglich zu Fuß zurückzulegen, lebe er den jugendlichen Klimaaktivisten von „Fridays-for-Future“ zukunftsorientiertes Handeln seit langer Zeit schon vor.

Als altmodisch im positiven Sinne interpretierte Barone auch die „Achtung vor den großen Texten der Vergangenheit und der Schönheit ihrer Sprache“, zuletzt in der Produktion Goethes „Faust“, die im Mai im Salmen den Theater-Reigen Haasers abrundete.

Ob er seinem Kollegen indes dabei zustimmen würde, dass er der Gegenentwurf heutiger Bildungspolitik mit ihren datengestützten Qualitätssicherungs- und Quantifizierungsanstrengungen sei, blieb an diesem Abend offen. Fest steht für ihn im Rückblick, er habe seinen Schülern mitgeben wollen, dass man mit „Fleiß, Engagement und ganzem Herzen bei der Sache“ sein muss, um Erfolg zu haben – hatte Schiller das Theater vielleicht auch deshalb eine „moralische Anstalt“ genannt?

Diesem Anspruch ist der Beinahe-Pensionär selbst über fast vier Jahrzehnte am „Grimmels“ mehr als gerecht geworden. So brachte das Schlusswort eines theatralen Beitrags der Deutsch-Fachkollegen zur Verabschiedung dann die vielfältigen Würdigungen auf den Punkt: „So einen kriegen wir nicht wieder.“ Aber – er ist ja noch nicht weg.

Text: M. Steen-Tolle

Foto: C. Sigrist

 

Projekttage 2019 am Grimmels

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv

Die Welt im Kleinen

Die Sommerferien stehen vor der Tür und die Projekttage 2019 sind in vollem Gange. Gemäß dem Leitbild des Grimmels platzt die Schule vor Motivation, Engagement und Kreativität aus allen Nähten.

Die Gruppe „Augenblicke“ um Frau Krüger und Herrn Hafner dokumentierte die Projekttage vom 23.07. bis 25.07. im Grimmels-Anzeiger, in dem Sie Berichte, Bilder und vieles mehr finden.

 

Projektbeschreibungen

Mosaike aus dem Projekt „Römer in Offenburg“

Titelseite des Grimmels-Anzeigers

      

Auf den Spuren der Treverer – Trierfahrt 2019 der Klasse 10b

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv

Donnerstag, 11.07.:         Unsere Reise begann um 8:50 Uhr am Bahnhof in Offenburg. Nach rund vier Stunden kamen wir in Trier an unserer Jugendherberge an. Nach der Einrichtung unserer Zimmer, einer Mittagspause und einer kurzen Stadterkundung trafen wir uns an der Porta Nigra zu einer sehr ausführlichen, interessanten und informativen Stadtführung. Zum Ausklang des Tages besuchten wir abends eines der bekanntesten Lokale in Trier, um uns von der erschöpfenden Reise und dem pfälzischen Klima zu erholen.

Freitag, 12.07.:                 Nicht weniger interessant fing unser nächster Tag mit der von uns selbst erarbeiteten Besichtigung der antiken Römerbauten an, bei welcher wir uns unter anderem die Kaiserthermen, die Römerbrücke und die Barbarathermen anschauten. Nach einer Mittagspause stand eine Führung in der Porta Nigra gegen 15:00 Uhr an,  die von einem original gekleideten Zenturio kurzweilig und informativ gestaltet wurde. Abends trafen wir uns wieder, um gemeinsam Pizza essen zu gehen. Der Abend endete mit einem Rundgang durch die Stadt bei Nacht, wobei die alten Bauten noch größer und majestätischer wirkten.

Samstag, 13.07.:              Am letzten Tag unserer Reise machten wir uns nach dem Verlassen der Herberge gegen 9:00 Uhr auf zum Rheinischen Landesmuseum, in welchem wir ebenfalls eine sehr informative Führung erhielten. Nach der Mittagspause machten wir uns dann schon wieder auf in Richtung Heimat, wo wir gegen ca. 21:00 Uhr ankamen.

Text: Lateiner 10b

Foto: C. Sigrist

Musicalprojekt 2019 des Grimmelshausen-Gymnasiums

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv

Schach 2.0

Schwarz oder weiß? – Du musst dich entscheiden!

von Andreas Schmittberger

 

Die Ouvertüre: Lebensgroße, lebendige Schachfiguren liefern sich einen Kampf auf Leben und Tod, in der letzten Sekunde fällt der Weiße König. Die Partie ist verloren, was die Amme, sehr temperamentvoll gespielt von Rahel Lurk, wahnsinnig ärgert und auf die Idee bringt, die Regeln des Schachspiels zu ändern und neue Figuren, vor allem aber die Liebe, ins Spiel zu bringen.

Valerio, Lennard Kohlmann, würde statt Prinzessin und Prinz lieber einen Panzer sehen, folgt aber ihrer Idee und die Handlung beginnt: Im Reich der weißen Figuren regiert eine hartherzige Königin, die Killerqueen, eiskalt gespielt von Lavinia Jockers und ein entkräfteter, trotteliger König, sehr überzeugend umgesetzt von Colin Thiel. Sie verschwenden das Geld, das Volk leidet und probt den Aufstand. Als ein Krieg mit den Schwarzen bevorsteht, beschließt die Königin ihre Tochter Luna, gespielt von Katharina Lux, mit dem Prinzen der Schwarzen, Prinz Zero, dargestellt von Silvio Segarich, zu verheiraten.

Beide kennen sich nicht und fliehen mit je einer Begleitung, der Amme und Valerio, aus ihren Palästen. Wie bei Georg Büchners „Leonce und Lena“ treffen beide auf der Flucht nach 6 Wochen hungrig und erschöpft aufeinander und da Liebe durch den Magen geht, gibt Zero Luna seinen einzigen Apfel und macht ihr prompt einen Heiratsantrag. Er will ihr alles schenken, sein Herz, sein Hemd. Luna fühlt sich wie im Paradies und erwidert, Zero müsse ihr nichts weiter schenken, er habe ihr bereits genug gegeben. Die romantische Szene wird durch einen heftigen Streit der Begleiter unterbrochen und leider sind dadurch auch die Türme zur Stelle, die den Auftrag hatten Luna zu finden. Alle werden festgenommen. Da sie die Interessen des Staates gefährdet haben, sollen sie zum Tode verurteilt werden. Die Königin, doch nicht so kalt, rettet Luna in letzter Sekunde durch eine List, indem sie behauptet, sie sei eine Hochstaplerin und versöhnt sich mit ihr. Luna und Zero verlassen das Schloss; da der König aber einen Schwiegersohn braucht, adoptiert er kurzerhand Valerio, der – als zukünftiger König – die Amme als seine Braut gewinnen kann. Zu dem Titelsong „Schwarz oder Weiß – du musst dich entscheiden“ nehmen alle Schachfiguren wieder ihre Position auf dem Brett ein. Das Spiel beginnt von vorn, die Figuren fallen, doch dann plötzlich tauschen die Königinnen ihre Kopfbedeckungen, alle beginnen sich gegenseitig aufzurichten, schwarz und weiß vermischt sich, mit den letzten Akkorden gehen die Figuren friedlich von der Bühne.

Langer, nicht endender Applaus zeigte den Chören und den Schauspielern, dass ihre Aufführung gelungen war. Ein reduziertes Bühnenbild, interessante Charaktere und Kostüme, witzige Dialoge, eine schöne Geschichte – glaubhaft und leidenschaftlich gespielt und nicht zu vergessen – die Musik. Die Chöre der Klassen 5-12 des Grimmelshausen-Gymnasiums stehen während der gesamten Aufführung mit auf der Bühne. Unter der musikalischen Leitung von Frau Rombach, die das Ganze am Klavier begleitet, sind sie gefordert bei der stilistischen Bandbreite der Songs von Latinpop, Klassik über Schlager bis Discosound und Rock und meistern das mit Bravour. Die gute Textverständlichkeit und die sängerisch überzeugende Darstellung machen den Chor zu einer weiteren Hauptfigur des Stückes. Schauspiel, Ton, Licht, Musik verschmolzen nicht zuletzt zu einer Einheit durch Felix Küpper, Klasse 10, der souverän die Technik bediente. Die Schauspieler besuchen die 7. Klasse und die Theater-AG von Frau Liebig. „Ein neues Format ist etabliert am Grimmels“, meinte der stellvertretende Schulleiter Herr Haist, bei seiner Danksagung, man kann auf weitere Auftritte gespannt sein.

Text & Fotos: N. Liebig

 

Gemeinsam erfolgreich zum Ziel

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Presseberichte

Alle 49 Abiturientinnen und Abiturienten des Grimmelshausen-Gymnasiums erhielten am Freitag in der Langenrothalle Neuried ihr Reifezeugnis von Schulleiterin Susanne Self-Prédhumeau.

Abiturientin und Altfelix-Preisträgerin Chiara Paprotny dankte am festlichen Abend im Namen des Abi-Jahrgangs 2019 für die Unterstützung von Eltern und Lehrkräften und hob genauso wie Jean Louis Leussi, der als Abiturient mit viel Esprit durch das Programm führte, die Besonderheit dieses Jahrganges hervor: „Gemeinsam haben wir viel geschafft!“ Dies zeigte sich beim Jahrgang 2019 in vielen Facetten: die Abschlussschüler hatten gemeinsam ein ausgesprochen abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm zum Abiball-Abend zusammengestellt; gemeinsam erreichten sie mit dem Abimotto „C’est l’Abi – wir waren unschuldig und bekamen 12 Jahre“ den ersten Platz bei der Umfrage der Mittelbadischen Presse; gemeinsam belegten sie ebenfalls den ersten Platz in einem Wettbewerb der Volksbank, bei dem der Offenburger Rapper Claudio Esposito einen die Jahrgangsstufe beschreibenden Text vertonte und im Grimmels uraufführte; gemeinsam choreographierten sie einen originellen Tanz für den Abischerz und den Abiball und führten diesen unter großem Applaus auf; und schließlich erreichten sie gemeinsam ein wichtiges Ziel und bestanden ausnahmslos alle das Abitur!

Alle fünf Kandidatinnen und Kandidaten des bilingualen Zuges Französisch haben gleichzeitig mit dem deutschen Abitur auch das französische Baccalauréat erworben, und zwar mit Auszeichnung. Die Inspectrice d’Académie, Mme Martinet, kam eigens aus Straßburg zur Überreichung der Abibac-Diplome und lobte die außergewöhnlich guten Ergebnisse. Dieses Diplom erleichtert die Einschreibung in bi-nationalen Studiengängen oder an französischen Hochschulen. Und es attestiert die besonderen fachlichen Voraussetzungen für internationale Studiengänge.

Schulleiterin Susanne Self-Prédhumeau betonte in ihrer Rede die Besonderheit der „Generation Z“, der um die Jahrtausendwende Geborenen. Ihre Kindheit war geprägt durch Wohlstand und Konsum, sie wuchsen mit der Allgegenwart des Internets auf und lernten dadurch schnell die Möglichkeiten und Risiken der virtuellen Welt kennen. Allerdings war die Zeit ihres Erwachsenwerdens auch durch neue politische und soziale Unsicherheiten geprägt, unter anderem durch die terroristische Bedrohung, die sich nach dem Anschlag auf die Twin Towers auch nach Europa verlagerte. Hinzu kommen drohende ökologische Katastrophen. Durch diese Ungewissheiten lässt sich unsere Generation Z allerdings nicht entmutigen. Im Gegenteil, diese Generation scheint sich stärker als die vorangegangenen Generationen X und Y für Politik zu interessieren. Die „Fridays-for-Future“-Bewegung zeugt von dem Willen, für einen wirksamen Klimaschutz einzutreten und unsere Zukunft positiv zu gestalten. Die Generation Z kann man als Generation Zukunft bezeichnen. Sie ist die erste Generation im neuen Jahrtausend mit einem starken Verantwortungsgefühl für unsere Zukunft, die es im Sinne einer besseren, lebenswürdigen und vor allem ökologisch überlebensfähigen Welt zu gestalten gilt.

Dass man sich um die berufliche Zukunft dieses Abiturjahrgangs keine Sorgen machen muss, zeigen die Ergebnisse. Ein Drittel aller Grimmels-Schülerinnen und -Schüler erreichte eine „Eins vor dem Komma“ und eine Reihe von Abiturienten wurde für ihre herausragenden fachlichen Leistungen oder ihr Engagement für die Schulgemeinschaft mit Preisen geehrt. Dass die Noten indes nicht alles sind, konnte die Jahrgangsstufe selbst mit der verfilmten und an diesem Abend vorgeführten Familiengeschichte einer Abiturientin eindrucksvoll aufzeigen. Ihre Vorfahren hatten als Deutsche in Russland und zunächst auch nach ihrer Wiedereingliederung in Deutschland einen schweren Stand. Der Film zeigt, wie Menschen verschiedene Wege einschlagen, durch unterschiedliche Familienhintergründe und “Peer groups“ geprägt werden, aber dennoch ein gemeinsames Ziel erreichen können.

In diesem Sinne blickt Schulleiterin Susanne Self-Prédhumeau zuversichtlich in die Zukunft, wenn sie am Ende ihrer Rede betont, dass die erfolgreichen Abiturientinnen und Abiturienten bereits Leistungsdruck und Prüfungsunsicherheit bestens bewältigt haben – was sie optimistisch stimmen sollte, auch mit zukünftigen Unsicherheiten und Schwierigkeiten positiv und mit der nötigen Resilienz umgehen zu können. Zum Abschied wünschte die Schulleiterin dem Abiturjahrgang 2019 viel Glück und Erfolg bei der Gestaltung ihrer und unserer aller Zukunft.

Text: C. Haist

Bild: Schule

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