Das Schulleben am Grimmels

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„SO EINEN KRIEGEN WIR NICHT WIEDER“ – ABSCHIED VON OFFENBURGER LEHRERLEGENDE HAASER

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv

38 Jahre wirkte er leidenschaftlich für die Schülerinnen und Schüler des Grimmelshausen-Gymnasiums und prägte das Theaterprofil der Schule wesentlich mit – nun wurde Hansjörg Haaser vom Kollegium und in den Ruhestand verabschiedet.

Dass dies bisweilen auch ein Unruhe-Zustand bleiben wird, liegt am gebürtigen Offenburger selbst, der plant seine Theaterarbeit ehrenamtlich weiter zu betreiben: „Es ist zu schön, um es ganz loszulassen“, meint der Vollblut-Pädagoge, der seine Rolle auch darin sah, „jungen Menschen Wege zu rechtem Leben“ zu weisen und in ihnen ein „Feuer [zu] entzünden“.

Haasers Selbstcharakterisierung als „altmodisch“ stellte Theaterkollege Paul Barone in seiner Laudatio in den Mittelpunkt und erläuterte damit die besonderen Qualitäten Haasers Einsatz: eine „authentische und fachlich gebildete Lehrerpersönlichkeit“, die eine menschliche Lehrer-Schüler-Beziehung etabliere und insofern auch humanistisch wirke. Denn es ginge ihm um die Bildung der „ganzen Persönlichkeit“. Als rührender Beleg dafür, dass er seine zwischenmenschlichen Ziele auch wirklich erreicht hat, dürfte gelten, dass ehemalige und aktive Theaterschüler ihrem Lehrer beim kollegialen Abschied einen Überraschungsbesuch abstatteten.

Schulleiterin Susanne Self-Prédhumeau würdigte die Verdienste Haasers als Deutsch- und Lateinlehrer, der hohe fachliche Ansprüche mit großer Fürsorge für das individuelle Wohlergehen der ihm anvertrauten Jugendlichen verbunden habe. Als Theaterpädagoge sei es ihm vorbildlich gelungen, ihre Begeisterung fürs Theaterspielen zu wecken und zu schauspielerischen Höchstleistungen anzuspornen – was sich über viele Jahre hinweg in den auf besonderem Niveau gespielten Theaterstücken widerspiegelte. Dass Haaser viele Stücke für seine Inszenierungen selbst sprachlich adaptierte und dafür regelmäßig seine Sommerferien verwendete, unterstreiche sein außerordentliches Engagement. Haasers Beständigkeit als altmodisch zu bezeichnen sei dabei zu kurz gegriffen: Durch dessen Gewohnheit, den Schulweg tagtäglich zu Fuß zurückzulegen, lebe er den jugendlichen Klimaaktivisten von „Fridays-for-Future“ zukunftsorientiertes Handeln seit langer Zeit schon vor.

Als altmodisch im positiven Sinne interpretierte Barone auch die „Achtung vor den großen Texten der Vergangenheit und der Schönheit ihrer Sprache“, zuletzt in der Produktion Goethes „Faust“, die im Mai im Salmen den Theater-Reigen Haasers abrundete.

Ob er seinem Kollegen indes dabei zustimmen würde, dass er der Gegenentwurf heutiger Bildungspolitik mit ihren datengestützten Qualitätssicherungs- und Quantifizierungsanstrengungen sei, blieb an diesem Abend offen. Fest steht für ihn im Rückblick, er habe seinen Schülern mitgeben wollen, dass man mit „Fleiß, Engagement und ganzem Herzen bei der Sache“ sein muss, um Erfolg zu haben – hatte Schiller das Theater vielleicht auch deshalb eine „moralische Anstalt“ genannt?

Diesem Anspruch ist der Beinahe-Pensionär selbst über fast vier Jahrzehnte am „Grimmels“ mehr als gerecht geworden. So brachte das Schlusswort eines theatralen Beitrags der Deutsch-Fachkollegen zur Verabschiedung dann die vielfältigen Würdigungen auf den Punkt: „So einen kriegen wir nicht wieder.“ Aber – er ist ja noch nicht weg.

Text: M. Steen-Tolle

Foto: C. Sigrist

 

Faust-Tragödie in einer modernen Form präsentiert

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Aufführungen, Presseberichte, Theater AG, Theater am Grimmels, Theateraufführungen

Theater-AG des Grimmelshausen-Gymnasiums brillierte bei Aufführung im Salmen / starke Darsteller

»Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft« – es ist einer der berühmtesten Sätze des Mephisto in Goethes Faust, der in der vergangenen Woche im Salmen nicht gefehlt hat, als die Theater-AG des Grimmelshausen-Gymnasiums die Tragödie auf die Bühne brachte.

Es ist ein bekannter Stoff: Gott und Mephisto wetten darum, ob der Wissenschaftler Faust vom göttlichen Weg abzubringen sei. Mephisto versucht es also, erfüllt ihm jeden Wunsch, will im Gegenzug nach dessen Tod seine Seele. Faust willigt ein. Denn desillusioniert von seinem Leben auf der Erde, lässt er sich auf vieles ein, was Mephisto vorschlägt.

Als er Gretchen begegnet, verliebt er sich. Schnell wird Gretchen ungewollt schwanger. Doch als er das nächste Mal von ihr hört, sitzt sie bereits als Kindsmörderin im Gefängnis. Nach einem naiven und vergeblichen Versuch, sie von dort zu retten, stirbt die bereits verrückt gewordene junge Frau.

In seiner Inszenierung hat Hansjörg Haaser, der nach diesem Jahr die Schule, nicht aber die Theater-AG verlässt, die Tragödie »behutsam modernisiert und behutsam gekürzt«, wie er selbst nach der Aufführung erklärte. Bereits wer im Voraus das Plakat anschaute, konnte eine elementare Idee der Inszenierung erkennen: Faust war doppelt besetzt. Clemens Völker und David Schiebel teilten sich die Rolle. Völker spielte den Namensgeber des Stücks, bevor dieser sich von Mephisto eine Verjüngung wünschte. Schiebel auf seine ganz eigene, manchmal gar schon schelmische Art verkörperte den jüngeren Faust.

Besonders in der berühmten Kerkerszene am Ende wurde deutlich, wie gut Schiebel als Faust und Emilia Herzog in der Rolle des Gretchens harmonierten. Diese steigerte ihre bereits zuvor überzeugende Leistung im Finale noch einmal und zog das Publikum in ihren Bann.

Großen Gefallen fand dieses auch an Anna Vitiello in der Rolle des Mephisto.
Doch nicht nur Oberstufenschüler standen in der vergangenen Woche dreimal auf der Salmen-Bühne. Wie schon so oft hatte Hansjörg Haaser auch dieses Mal wieder jüngere Schüler mit eingebunden. So wie beispielsweise Baptist Orb, der den Schüler Fausts verschmitzt darstellte, zeigten sie, dass der Nachwuchs schon in den Startlöchern steht.

Behutsam modernisiert wurde vor allem das Bühnenbild. Im Hintergrund zeigte eine Leinwand das Umfeld einer jeden Szene und unterstützte inhaltlich so die Verse.
Abstrakt waren außerdem die inneren Stimmen von Faust und Gretchen wahrzunehmen, die dem Publikum die inneren Kämpfe des jeweiligen Charakters in Form von jeweils vier Schauspielern bildlich vor Augen führten.

Besonderen Eindruck auf das Publikum hinterließen außerdem zwei Szenen: die Hexenküche und die Walpurgisnacht. Schauriges Gelächter, Tänze mit Besen und wehende Röcke bannten die Blicke der Zuschauer. Gerade in diesen Szenen zeigte sich, mit wie viel Liebe zum Detail sich Silke Herbert um die Kostüme gekümmert hatte. Und dass es sich lohnt, mit Julia Kircher eine professionelle Tänzerin mit den Tänzen zu beauftragen.
Die Theater-AG entließ das Publikum mit der Gewissheit, dass zumindest Gretchens Seele gerettet wurde: »Sie ist gerichtet! – Ist gerettet!«

Text: J. Reinbold

Fotos: J. End

Themenabend „Medien: Faszination und Sucht“

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv

Am 14. Mai fand in Zusammenarbeit mit der Drogenberatungsstelle Offenburg ein Elternabend zum Thema Medien statt. Der Elternabend war sehr gut besucht, viele interessierte und betroffene Eltern haben sich auf den Weg gemacht, um sich zu informieren.

Zwei Mitarbeiterinnen der Drogenberatungsstelle, kurz DROBS, klärten hauptsächlich über die Benutzung von What’s App und Computerspielen auf. Zuerst sollten die Eltern einmal Farbe bekennen und es stellte sich heraus, dass fast alle Eltern auch aktive Benutzer der sozialen Medien sind.

Wie sollen die Eltern sich nun in Bezug auf den Medienkonsum ihrer Kinder verhalten?

Ein Patentrezept gebe es nach Meinung der Expertinnen nicht – es gebe nur individuelle Lösungen. Davon ausgehend, dass man die Benutzung der Medien nicht verbieten könne und gerade Jugendliche in der Pubertät zu extremen Verhaltensweisen neigen, sollten Eltern ihr Kind immer genau beobachten und schauen,  dass die Kommunikation nicht abbricht. Gerade das scheint der Schlüssel zu sein. Als allgemeine Richtlinie wurde das Bild der Waage gefunden. Wichtig sei es, dass Kinder ein ausgewogenes Freizeitverhalten haben. Pflegt ihr Kind persönliche soziale Kontakte (keine virtuellen)? Praktiziert es ein Hobby, für das es sich begeistert? Bestehe dieser Ausgleich, so liege laut der Expertinnen alles im grünen Bereich.

Eine rege Diskussion schloss sich an die Ausführungen an und es wurde deutlich, dass noch lange nicht auf alle Fragen Antworten gefunden wurden. Diese vielen Anregungen werden wir mit ins nächste Schuljahr nehmen und weitere Themenabende planen.

Text: N. Pooth-Risoud & J. Fautz

 

„Gutenbergs Traum – Die Vernetzung der Welt“ begeistert beim Neujahrsempfang 2019 der Stadt Offenburg

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles

In der Oberrheinhalle fanden sich knapp 1000 Gäste für den traditionellen Neujahrsempfang der Stadt Offenburg ein. Neu war in diesem Jahr natürlich der Oberbürgermeister Marco Steffens, der in seine inspirierende Ansprache die Aufführung eines Ausschnitts des Theaterstücks „Gutenbergs Traum – Die Vernetzung der Welt“ integrierte, gespielt von Schülerinnen und Schülern des Grimmelshausen-Gymnasiums und der Jungen Theaterakademie unter der Leitung von Herrn Dr. Barone. Thematisch verband das Theaterstück auf beeindruckende Weise das Schwerpunktthema von Herrn Steffens Rede, die Chancen der Digitalisierung, mit erinnerungswürdigen Szenen der Offenburger Stadt- und Freiheitsgeschichte.

Wie bereits bei den Aufführungen des gesamten Stückes im Dezember 2018 im Salmen zeigte sich das Publikum begeistert.

„Toll, was Schülerinnen und Schüler auf die Beine stellen!“  Mit diesen Worten pries Volker Schebesta, Staatssekretär im Kultusministerium und Landtagsabgeordneter,  die Aufführung der Jungen Theaterakademie am Grimmelshausen-Gymnasium auf seiner Facebook-Seite.

Und in einer Rückschau des Neujahrsempfangs in der Badischen Zeitung gab  es ebenfalls enthusiastische Stimmen zur Darbietung der jungen Theatergruppe. Einige Auszüge:

„… die Theatergruppe des Grimmels hat mich begeistert. Chapeau!“

Wolfgang Bruder, Offenburger Oberbürgermeister a.D.

„Das Theaterstück war sehr gut und hat mir imponiert.“

Thomas Marwein, Landtagsabgeordneter der Grünen im Wahlkreis Offenburg und Lärmschutzbeauftragter des Landes

 „… Besonders gefallen hat mir, dass [Herr Steffens] die Digitalisierung aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet hat. Und der über das Theaterstück zu Gutenberg hergestellte Bezug war toll“

Prof. Winfried Lieber, Rektor der Hochschule Offenburg

„… Sehr beeindruckt hat mich das Theaterstück – wunderbar, wie hier die Geschichte und die heutige Zeit zusammengebracht wurden.“

Christoph Jopen, früherer Offenburger Finanz-, Kultur- und Sozialbürgermeister

 

„2019 – Gut wird‘s“

Das von der Stadt Offenburg für das neue Jahr gewählte Motto erfüllt uns angesichts dieses erneuten herausragenden Erfolgs der jungen Theatergruppe mit Zuversicht, dass diese Prognose nicht nur die zahlreichen außerunterrichtlichen Aktivitäten und Projekte, sondern das gesamte schulische Leben am Grimmels umfasst. Wir freuen uns darauf!

Text: S. Self-Prédhumeau

 

  

Fotos: P. Barone-Wagener

MUSIKALISCHE WEIHNACHTEN

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Chor und Orchester, Presseberichte

Das Grimmels stimmt sich auf Weihnachten ein: Am vergangenen Dienstag fand in der evangelischen Stadtkirche Offenburg das traditionelle Weihnachtskonzert statt. Sowohl Unter- und Mittelstufe als auch Oberstufenschüler und ein kleiner Lehrerchor beteiligten sich unter Leitung dreier Musiklehrerinnen daran, die Zuhörergemeinde in der vollgepackten Kirche in Feststimmung zu versetzen.

Dass eine friedliche Weihnacht keine Selbstverständlichkeit und unser Globus keine „Marshmallow World“ ist, um es mit einem von der Unterstufen-Bigband gespielten Titel zu sagen, darauf wies Schulleiterin Frau Self-Prédhumeau in ihrer Begrüßung hin. Sie gedachte der Opfer des Terror-Anschlags in Straßburg vor einigen Tagen und verband dies mit nachdrücklichen Wünschen für ein friedliches Fest für alle Menschen.

Eröffnet wurde das Konzert vom Ensemble der Unterstufe ganz klassisch mit Ouvertüre, La Réjouissance und Menuett von G.F. Händel. Abgerundet wurde dieser festliche Auftakt mit der Gavotte von J.S. Bach. Die Sehnsucht nach Licht, Wärme und Mitmenschlichkeit waren die Themen in der Darbietung des Chores der Unterstufe unter der Leitung von Birgit Rombach. Eine moderne Herbergssuche wurde eingerahmt von einigen Advents-Liedern. Die Big Band der Unterstufe unter der Leitung von Teresa Grebenstein entfaltete mit “Doctor No-el“, “Have Yourself a Little Christmas“ und “A Marshmallow World“ einen vollen und dynamischen Bläserklang. Den solistischen Höhepunkt lieferten dann Caroline Zolg (Fagott) und Leonie Schulz (Klavier), die das weniger bekannte Fagott-Konzert in e-Moll Vivaldis im guten Zusammenspiel souverän interpretierten, gefolgt vom Orchester der Mittel- und Oberstufe unter der Leitung von Angela Bruder-May, das mit Werken von Bach (Badinerie) und Schubert (Andante der Sinfonie Nr. 5) den Raum stimmungsvoll ausfüllte.

Mit der bangen Frage “Can Santa make it through tonight?“ zogen die klaren Stimmen des Mittel- und Oberstufen-Chors (Leitung Birgit Rombach) die Zuhörer in beschwingte Gefilde, ergänzt vom hoffnungsvollen “I see a star“ und „Im Dunkel naht die Weihnacht“, Lieder, die der Lehrerchor mitgestaltete. Durch Adventslieder aus dem klassischen Repertoire, „Es ist ein Ros entsprungen“ und „Maria durch ein Dornwald ging“, setzte der Chor einen traditionellen A-Capella-Akzent.

Jazzig rundete die Big Band der Mittel- und Oberstufe (Leitung Teresa Grebenstein) mit „The Little Drummer Boy“ und „Jazzin’ the World“ das durchweg niveauvolle Konzert ab, nicht ohne mit “Let It Snow!“ noch eine letzte dringende Bitte an den Weihnachtsmann zu formulieren.

Der große Applaus honorierte zu Recht die hohe Qualität der Weihnachtsmusik, die die drei Lehrerinnen mit ihrer intensiven Vorarbeit erreichen konnten. „Hört der Engel helle Lieder“ – mit einem kräftigen gemeinsamen Finale zeigte das Publikum seinen Dank auch sängerisch.


Text: B. Rombach und M. Steen-Tolle


Fotos: J. End

Projekt im Schulgarten

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Das Schulleben, Projekte

Seit Beginn des Schuljahres 2018/2019 kann im Schulgarten des Grimmelshausen-Gymnasiums Offenburg in einem Hochbeet gegärtnert werden. Die Schulsozialarbeiterin startete mit zwei kleinen Gruppen von je sechs Schülerinnen und Schülern der fünften und sechsten Klassen das Projekt „Kids im Garten“.  Über einen Zeitraum von einigen Wochen trafen sich die Kinder mit der Schulsozialarbeiterin, um im Schulgarten ein Hochbeet aufzubauen und zu bepflanzen. Die Kinder zeigten viel handwerkliches Geschick und einen verantwortungsbewussten Umgang mit Akkuschrauber, Hammer und Gartengeräten. Nach dem Aufbau konnte dann die eigentliche Gartenarbeit beginnen. Mit viel Eifer wurde das Hochbeet mit Zweigen, Kompost, Laub und Erde gefüllt, so dass schließlich Feldsalat und Rucola ausgesät werden konnten.

Unterstützt wurde das Projekt von der Stadt Offenburg im Rahmen des Förderprogramms „Gesund aufwachsen und leben in Offenburg“. In diesem Jahr wurden Projekte zum Thema „Achtsamkeit“ gefördert.

Da die Kinder sehr viel Freude an der Arbeit im Freien und im Schulgarten hatten, wurde das Projekt erweitert und kann nun als Natur-AG weitergeführt werden.

Text und Fotos:  J. Fautz

 

Gebannte Stille beim Vorlesewettbewerb

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv

Beim diesjährigen Vorlesewettbewerb der 6. Klassen gewann Jonah Bahr aus der 6c aufgrund sehr lebendiger und ausdrucksstarker Vorträge. Stürmisch von seiner Klasse gefeiert nahm er seinen Buchpreis stolz entgegen. Nun geht es für Jonah zur nächsten Ebene, dem Kreisentscheid Anfang 2019.

Die gebannte Stille im Theatersaal zeigte, dass auch die beiden anderen Klassensieger sehr sicher, klar und artikuliert ihre selbstgewählten Texte vortrugen: Kim Killius (6a) las aus Aygen-Sibel Celiks „Blogstar Opa“ und Amelie Steiner (6b) aus Andreas Schlüters „City Crime – Vermisst in Florenz“ vor.

Jonah hatte einen Ausschnitt aus Otfried Preußlers „Krabat“ gewählt und konnte die Jury, die aus den drei Lehrkräften Frau Pooth-Risoud, Frau Rediker und Herrn Steen-Tolle sowie den jeweils Zweitplatzierten der Klassenentscheide bestand, mit schönen Rolleninterpretationen begeistern. Beim Lesen unbekannter Texte zeigten alle, dass sie geübte Leserinnen und Leser sind. Jonah gelang es dabei besonders gut, Spannung zu erzeugen.

Der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels findet nach dem Motto „Lesen ist Kino im Kopf“ seit 1959 statt und ca. 600.000 Jugendliche nehmen jährlich daran teil, um am Ende des Jahres einen Bundessieger zu ermitteln.

Herzlichen Glückwunsch an die tollen Vorleser!

Text: M. Steen-Tolle

Smartphone lässt Gutenberg staunen

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Aufführungen, Junge Theaterakademie Offenburg, Presseberichte, Theater am Grimmels, Theateraufführungen

Die Junge Theaterakademie Offenburg hat am 6., 7. und 8. Dezember 2018 die Eigenproduktion „Gutenbergs Traum – Die Vernetzung der Welt“, ein Gemeinschaftsprojekt des Theater am Grimmels, der HLSOG und der Stadt Offenburg, im Salmen auf die Bühne gebracht.

 

Auszüge aus den Presseartikeln:

 

Badische Zeitung 08.12.2018:

Junge Theaterakademie Offenburg führt „Gutenbergs Traum“ auf / Stärke des Stücks liegt im Bezug zur Offenburger Geschichte.

Buchdrucker Johannes Gutenberg als Zeitreisender in Offenburg – das ist der Stoff, aus dem die Junge Theaterakademie Offenburg ihr diesjähriges Stück „Gutenbergs Traum – Die Vernetzung der Welt“ erarbeitet hat. Am Donnerstagabend war Premiere im – selbstverständlich voll besetzten – Salmen.
[…]
Die Stärke des zweistündigen Theaterabends liegt in seinem klaren Bezug zur Offenburger Geschichte und im großen, spürbar echten Engagement der Akteure.
[…]
Ein ebenso lehrreicher wie unterhaltsamer Theaterabend, bei dem sich wieder einmal die Kooperation mit den Haus- und Landwirtschaftlichen Schulen als Glücksgriff erwiesen hat: Durch die aufwändigen Kostüme ist auch für die jüngsten im Publikum immer sofort klar, in welcher Zeit eine Szene spielt. Das Premierenpublikum war zu Recht begeistert von diesem leidenschaftlichen Theaterabend.

Vollständiger Pressebericht von J. Eiland-Jung:
http://www.badische-zeitung.de/offenburg/smartphone-laesst-gutenberg-staunen–161535630.html

 

Offenburger Tageblatt, 08.12.2018:

Der Pionier als zweifelnder Geist – Junge Theaterakademie inszenierte „Gutenbergs Traum“

Die Plätze wurden knapp bei der Premiere von »Gutenbergs Traum«, den die Junge Theaterakademie des Grimmelshausen-Gymnasiums im Salmen aufführte. Das von Theaterleiter Paul Barone und den mitspielenden Schülern entwickelte Stück war ein Appell an die eigene Verantwortung.

Vollständiger Pressebericht von B. Kühne:
https://www.bo.de/lokales/offenburg/junge-theaterakademie-inszenierte-gutenbergs-traum

 

Fotos: P. Barone-Wagener

Drehort Grimmels

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles

Immer wieder und wieder rannte am Nachmittag eine Schar von Jungen und Mädchen aus unserem Schulgebäude auf den Hof, wo sie von ihren wartenden Müttern freudig in die Arme geschlossen wurden. Wieso immer wieder? Weil es sich um eine Szene aus dem französischen Spielfilm „La forêt d’argent“ des Regisseurs Emmanuel Bourdieu handelt. Der Sender ARTE hatte das Grimmelshausen-Gymnasium als Drehort angefragt und mit ca. 20 Schauspielern und Komparsen eine Filmszene am 6. Dezember bei uns gedreht – natürlich nicht nur einmal, sondern mehrmals – immer wieder aus einer anderen Perspektive. Für unsere Schülerinnen und Schüler, die das Treiben mit etwas Abstand beobachten konnten, bot dieser Nachmittag einen ersten Einblick in die Filmproduktion.

Text und Foto: S. Self-Prédhumeau

Grimmels Theater-AG präsentierte Komödie von Grabbe

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Aufführungen, Theater AG, Theater am Grimmels, Theateraufführungen

Im Salmen präsentierte die Theater-AG der Oberstufe des Grimmelshausen-Gymnasiums am 16. und 17. November die Komödie „Scherze, Spaß und tieferer Sinn“ nach Christian Dietrich Grabbe, der ein Zeitgenosse Büchners und Vertreter des realistischen Dramas im 19. Jahrhundert war.

Es sei ein Theaterstück mit einem „desillusionierenden, pessimistischen Weltbild als Basis“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Christian Haist, als er den Abend der zweiten Aufführung mit einer Rede initiiert. So muss es wohl auch vom Autor beabsichtigt sein, der die Welt erbarmungslos als „mittelmäßiges Lustspiel“ beschreibt und in den Gegensatz stellt zum klassischen, idyllischen Weltbild seiner Zeit. Trotz allem wird dem Zuschauer schnell klar: Er darf gespannt sein auf einen Abend reich an Sarkasmus, Figuren, die aus ihrer Rolle fallen und alldem voran: Humor.

Eingeleitet wird das Stück mit spielerisch melancholischen Klängen des Rondo Veneziano, welche sich kontinuierlich durch die gesamte Vorstellung ziehen werden. Das Publikum blickt auf die reglose Frau Konrad (Ana Marija Dimoska), die, eingewickelt in eine grüne Decke, im Zentrum der Bühne liegt. Langsam erwacht sie und nimmt sich der Zuschauer an, um sie in die zahlreichen Protagonisten des Stücks einzuführen. An Vielfalt mangelt es diesen keineswegs: Von einer feinen Gesellschaft über Liebhaber, Schulmeister und nicht zuletzt den Teufel höchstpersönlich wird eine Bandbreite an Charakteren angeboten, die jedoch im Laufe des Stücks ausnahmslos parodiert werden sollen.

Hansjörg Haaser, Leiter der Theater-AG, beschränkt sich in dieser weiteren, sehr gelungenen Inszenierung auf eine schlicht gehaltene Kulisse, was den Figuren genügend Platz gibt, sich zu entfalten.

In einer fraglichen Welt dient Parodie hier also als Werkzeug, menschliche Schwäche zu enttarnen und sie gleichzeitig zu legitimieren. Es entwickelt sich Sympathie, nicht nur für die erfolglose Dichterin (Céline Ens) oder den unglücklich Verliebten, sondern auch für die jungen Teufel (Emilija Nikolovska und Magali Héluin), die auf der kalten Erde zum Frieren verdammt sind, da in der Hölle gerade geputzt wird.

In diesem Zusammenhang sind auch die Bäuerin Katharina (Olivia Marie Seidt) und ihre vorgeblich hochbegabte Tochter Elke (Rebekka May) zu betrachten, als letztere bei der trinksüchtigen Schulmeisterin (Emilia Herzog) unter Bestechung in Unterricht gegeben wird.

Im Zentrum der feinen Gesellschaft steht Liddy (Noémie Bruhier), die Nichte der Gräfin (Nancy Rohrbach), die mit dem geldgierigen Herrn von Wernthal verlobt ist, vom Adligen Freiherrn von Mordax begehrt, doch einzig vom hässlichen Herrn Mollfels (humorvoll von Alexander Rummel) geliebt wird.

Letztlich findet das Publikum vier Wissenschaftler vor, die den Untergang der Welt prophezeien und sich deshalb ständig metaphorisch mit einem Stein den Kopf zerbrechen.

Diverse Literaturreferenzen, sogenannte Verfremdungseffekte (der Zuschauer wird direkt angesprochen) und zahlreiche Wortspiele runden dieses Szenario gekonnt ab und animieren das Publikum, in all den Scherzen den tieferen Sinn zu suchen, scheinbar zu „suchen, was gar nicht vorhanden ist“. Oder etwa doch? Immerwährend lässt der Autor diesen tieferen Sinn der Dinge anklingen und spinnt damit ein Gedankennetz aus Schicksal, Literatur, Gier und Gedankenlosigkeit sowie vielen anderen Impulsen. Vieles kritisiert er, doch kommt sein Werk zu einem hingebungsvollen Urteil, das für die Menschen plädiert „die Liebe ist´s“.

Auch auf visueller Ebene wird der Zuschauer nicht enttäuscht. Die unter der Leitung Silke Herberts, ebenfalls Lehrerin am Grimmels, toll gestalteten Kostüme sowie die Maske unterstützen ausdrucksstark die Aussagekraft der Charaktere. Im Hintergrund wird zudem zu jeder Szene ein passendes Bild projiziert. Neben der Musik wird auch mit einer Stimme aus dem Off gearbeitet.

Nach der Pause spitzt sich die Handlung des Stückes zu. So veranstaltet die Schulmeisterin zunächst ein großes Saufgelage, das sich, authentisch gespielt, im Publikum großer Beliebtheit erfreut.

Im düsteren Wald erreicht das Geschehen schließlich seinen Höhepunkt. Nachdem das Dorf erfährt, welch abgekartetes Spiel die zwei Freier Wernthal (Maxim-Alexander Thoma) und von Mordax (Publikumsliebling Amelie Börsig) spielen, mobilisiert es alle Mitglieder, um der unglücklichen Liddy aus der Patsche zu helfen. In einem eindrucksvollen Tanz werden die beiden Bösewichte schließlich vertrieben und Liddy heiratet endlich ihren Herrn Mollfels.

Der allerletzte Auftritt gebührt dem Dichter selbst („der vermaledeite Grabbe“, gespielt von Benedikt Albert), der mit einer Laterne in der Hand die Bühne betritt, fast so, als bringe er selbst etwas Licht in diese von ihm so ungnädig angesehene Welt.

Text: J. Vaternam

Fotos: J. End

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