Das Schulleben am Grimmels

Archiv für 8. November 2020

Bildung als Waffe gegen Diskriminierung

Geschrieben von Lukas Rosenkranz am in Aktuelles, Das Schulleben, Schüler, Soziales Lernen

 

Das Grimmelshausen-Gymnasium wurde am 04.11.2020 im Beisein des Vertreters der Landeskoordinationsstelle Andreas Haiß, dem Paten Johannes Vetter und der Elternvertreterin Frau Lehmann-Nink in das deutschlandweite Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ In ihrer Eröffnungsrede erinnerte die Schulleiterin des Grimmelshausen-Gymnasiums Susanne Self-Predhuméau daran, dass die Schule als staatliche Institution die Aufgabe habe, aktiv und verantwortungsvoll für die Achtung der Menschenwürde und für die Ablehnung jeder Form von Diskriminierung einzutreten. Unter dem Eindruck der Ermordung des französischen Lehrers Samuel Paty betonte sie die besondere Bedeutung der Schulgemeinschaft für die Schaffung eines Klimas, in dem die Würde jedes Einzelnen geachtet und geschützt wird. Verursachern von Diskriminierung müsse klargemacht werden, dass ein solches Verhalten an unserer Schule und in unserer Gesellschaft keinen Platz hat.

Die Schulsozialarbeiterin Judith Fautz und der Französischlehrer Jörg Schürer initiierten den Beitritt zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ mit zwei Projekten: dem in einem bilingualen Kurs entstandenen Kurzfilm „Sexisme – NON!“ in Kooperation mit dem AFS und dem Projekt Baukasten Demokratie der Jungen Theaterakademie sowie einem Schülerprojekt gegen gruppenbezogene Menschen­feindlichkeit in Kooperation mit Offenburger Streetworkern. Weitere Projekte u.A. im Kunstunterricht folgten.

Demokratiepädagogische Arbeit hat am Grimmelshausen-Gymnasium eine lange Tradition. Im Rahmen des musischen Schwerpunkts und als Standortschule der Jungen Theaterakademie wurde schon in der Vergangenheit Wert auf gemeinschaftsorientierte Bildung gelegt. Beispiele dafür sind Theaterprojekte von Paul Barone wie Vision Freiheit oder Gutenbergs Traum.

So überrascht es nicht, dass mehr als 70 Prozent der Schulgemeinschaft die Selbstverpflichtung gegen Diskriminierung unterzeichneten. Um diesen Auftrag auch in Zukunft zu erfüllen, hat Judith Fautz eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen, die auf große Resonanz stößt. Allen Beteiligten ist bewusst, dass der Beitritt ins Bildungsnetzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gleichzeitig Auszeichnung und Selbstverpflichtung für die Zukunft ist, die Präventionsarbeit im Schulalltag fest zu implementieren. So arbeitet die Schulgemeinschaft auch in Corona-Zeiten bereits an mehreren neuen Projektideen.

Mit Johannes Vetter hat das Grimmelshausen-Gymnasium seinen Traumpaten bekommen, eignet er sich doch als Sportler und Sportsoldat perfekt als Vorbild für Fairness, Zusammenarbeit, Disziplin und für den Dienst an der Gemeinschaft.

Dass Schule mehr sein muss als Wissensvermittlung machte die Elternvertreterin Katharina Lehmann-Nink deutlich. Wenn Netzwerke geknüpft und gepflegt werden und Raum geschaffen wird für außerunterrichtliche Aktivitäten, dann kann Schule, mit den Worten von Frau Self-Prédhumeau, „eine wirksame Waffe im Kampf gegen Rassismus, gegen Diskriminierung“ sein.

 

Text: Rsn/Bne  Fotos: Rsn

 

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