Das Schulleben am Grimmels

Archiv für Juni, 2019

Polenaustausch OLSZTYN 2019

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Austausch Olsztyn

Es war wieder soweit, die Polen standen vor der Tür. Genauer gesagt vor dem Kaufland, wo wir sie nach ihrer 22-stündigen Busfahrt gemeinsam abholten. Die Vorfreude auf das Kennenlernen, oder auch für einige Teilnehmer das Wiedersehen der polnischen Schüler, war groß. Die Sprachbarriere hinderte uns nicht daran, uns auszutauschen. Bei unseren Programmpunkten, wie das Tretbootfahren am Titisee oder das Highlight „Europapark“, kamen wir uns immer näher. So wurde aus beiden Gruppen eine Gruppe, die sich sogar außerhalb des Programms traf. Wir organisierten zum Beispiel eine Gartenparty in Deutschland und ein traditionelles Pierogi-Essen in Polen. Der Abschied der polnischen Schüler in Deutschland war nicht schwer, da wir wussten, dass wir sie schon bald wiedersehen würden.

Nur eine Woche später flogen wir schon zu ihnen nach Olsztyn. Das Fliegen verkürzte die Reisezeit, somit konnten wir zwei Tage länger in Polen bleiben. Wir lebten in den Familien unserer Austauschpartner in Olsztyn, der Partnerstadt von Offenburg. Passend dazu feierten wir in beiden Städten das 20-jährige Jubiläum der Partnerschaft. In unserem gemeinsamen Projekt haben wir uns in diesem Jahr mit den Patronen unserer beiden Schulen, „Grimmelshausen“ und „Georg und Maria Dietrich“, beschäftigt.

Im Gegensatz zu Deutschland, wo alle Ausflüge im näheren Umkreis, also im Schwarzwald oder in der Ortenau, stattfanden, brachten uns in Polen lange Busfahrten zu unseren Ausflugszielen. Wir besuchten die Städte Danzig, Thorn und Warschau. Nach den Städtebesichtigungen waren die gemeinsamen Treffen am See eine schöne Abkühlung. Da das Wetter heiß und sonnig war, freuten wir uns vor allem bei der Kanufahrt und beim gegenseitigen Nassspritzen. Ein tränenreicher Abschied trennte uns, doch die Hoffnung auf ein Wiedersehen bleibt.

Text: J. Strohmaier (10a) und N. Bruhier (10b) 

Foto: B. Schindler

Abi – und dann? Informationveranstaltung zum Freiwilligendienst im Ausland

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv

„Verschränkt doch mal die Arme vor der Brust. … Wer von euch hat die rechte Hand oben? O.k., ungefähr die Hälfte. Und jetzt macht ihr es gerade anders herum: diejenigen, die gerade die rechte Hand oben hatten, verschränken ihre Hände so, dass die linke oben ist, und diejenigen, die die linke oben hatten, dass die rechte oben ist. … Das ist schwer? Macht euch nichts daraus: Es geht den meisten Menschen so.“ So leitete einer der beiden Freiwilligen, die am Montag, den 3.6., in der Jahrgangsstufe 1 ihre Erfahrungen mit einem sozialen Freiwilligendienst im Ausland vorstellten, ein. Denn aus dem gewohnten Muster auszubrechen und mal etwas ganz Anderes zu machen – darum geht es auch, wenn man nach der Schule für einen Freiwilligendienst ins Ausland aufbricht.

Wie sich das konkret in der Nähe oder Ferne gestalten lässt, erfuhren die Zuhörer/-innen bei den sehr persönlich gestalteten Erfahrungsberichten der beiden Referenten Pierrick Béraud-Sudreau und Jakob Ellensohn. Sie informierten dabei über ihre Arbeit und ihren Aufenthalt bei sehr unterschiedlichen Einsatzstellen, nämlich einem Krankenhaus in Jerusalem und einer Friedensbegegnungsstätte in Nordirland. Dabei zeigten sie auch, was ihnen der Freiwilligendienst persönlich „gebracht“ hat. Sehr klar war ihre Empfehlung an die Schüler/-innen, sich zu solch einem Einsatz „aufzuraffen“, weil man daraus Erfahrungen für das weitere Leben mitnimmt, die unersetzbar und so auch nie mehr nachholbar seien. Wie genau man dabei vorgehen muss, wurde in den Präsentationen auch deutlich.

Um eine gute Einsatzstelle zu finden, sollte man sich – so die Referenten – im Vorfeld bei möglichst vielen anderen erkundigen, die auf ein solches Jahr zurück blicken, und sich umfassend informieren. Angesichts ablaufender Bewerbungsfristen sollten sich Interessierte möglichst bald um ihre Anmeldung kümmern. Wer noch Fragen dazu hat, kann sich gerne an Frau Burth wenden (auch für Kontaktadressen).

Wir danken den beiden Referenten noch einmal sehr herzlich für ihr Kommen.


Text: V. Burth

 

Faust-Tragödie in einer modernen Form präsentiert

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Aufführungen, Presseberichte, Theater AG, Theater am Grimmels, Theateraufführungen

Theater-AG des Grimmelshausen-Gymnasiums brillierte bei Aufführung im Salmen / starke Darsteller

»Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft« – es ist einer der berühmtesten Sätze des Mephisto in Goethes Faust, der in der vergangenen Woche im Salmen nicht gefehlt hat, als die Theater-AG des Grimmelshausen-Gymnasiums die Tragödie auf die Bühne brachte.

Es ist ein bekannter Stoff: Gott und Mephisto wetten darum, ob der Wissenschaftler Faust vom göttlichen Weg abzubringen sei. Mephisto versucht es also, erfüllt ihm jeden Wunsch, will im Gegenzug nach dessen Tod seine Seele. Faust willigt ein. Denn desillusioniert von seinem Leben auf der Erde, lässt er sich auf vieles ein, was Mephisto vorschlägt.

Als er Gretchen begegnet, verliebt er sich. Schnell wird Gretchen ungewollt schwanger. Doch als er das nächste Mal von ihr hört, sitzt sie bereits als Kindsmörderin im Gefängnis. Nach einem naiven und vergeblichen Versuch, sie von dort zu retten, stirbt die bereits verrückt gewordene junge Frau.

In seiner Inszenierung hat Hansjörg Haaser, der nach diesem Jahr die Schule, nicht aber die Theater-AG verlässt, die Tragödie »behutsam modernisiert und behutsam gekürzt«, wie er selbst nach der Aufführung erklärte. Bereits wer im Voraus das Plakat anschaute, konnte eine elementare Idee der Inszenierung erkennen: Faust war doppelt besetzt. Clemens Völker und David Schiebel teilten sich die Rolle. Völker spielte den Namensgeber des Stücks, bevor dieser sich von Mephisto eine Verjüngung wünschte. Schiebel auf seine ganz eigene, manchmal gar schon schelmische Art verkörperte den jüngeren Faust.

Besonders in der berühmten Kerkerszene am Ende wurde deutlich, wie gut Schiebel als Faust und Emilia Herzog in der Rolle des Gretchens harmonierten. Diese steigerte ihre bereits zuvor überzeugende Leistung im Finale noch einmal und zog das Publikum in ihren Bann.

Großen Gefallen fand dieses auch an Anna Vitiello in der Rolle des Mephisto.
Doch nicht nur Oberstufenschüler standen in der vergangenen Woche dreimal auf der Salmen-Bühne. Wie schon so oft hatte Hansjörg Haaser auch dieses Mal wieder jüngere Schüler mit eingebunden. So wie beispielsweise Baptist Orb, der den Schüler Fausts verschmitzt darstellte, zeigten sie, dass der Nachwuchs schon in den Startlöchern steht.

Behutsam modernisiert wurde vor allem das Bühnenbild. Im Hintergrund zeigte eine Leinwand das Umfeld einer jeden Szene und unterstützte inhaltlich so die Verse.
Abstrakt waren außerdem die inneren Stimmen von Faust und Gretchen wahrzunehmen, die dem Publikum die inneren Kämpfe des jeweiligen Charakters in Form von jeweils vier Schauspielern bildlich vor Augen führten.

Besonderen Eindruck auf das Publikum hinterließen außerdem zwei Szenen: die Hexenküche und die Walpurgisnacht. Schauriges Gelächter, Tänze mit Besen und wehende Röcke bannten die Blicke der Zuschauer. Gerade in diesen Szenen zeigte sich, mit wie viel Liebe zum Detail sich Silke Herbert um die Kostüme gekümmert hatte. Und dass es sich lohnt, mit Julia Kircher eine professionelle Tänzerin mit den Tänzen zu beauftragen.
Die Theater-AG entließ das Publikum mit der Gewissheit, dass zumindest Gretchens Seele gerettet wurde: »Sie ist gerichtet! – Ist gerettet!«

Text: J. Reinbold

Fotos: J. End

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