Das Schulleben am Grimmels

Archiv für Dezember, 2017

Grimmels-Schüler spenden mehr als 200 Euro für Äthiopien

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Das Schulleben

Der Plätzchenverkauf war erfolgreich!

 

Wie angekündigt, haben Schülerinnen und Schüler der katholischen Religionsklasse 9 a/b in diesem Advent wieder Weihnachtsplätzchen für den guten Zweck gebacken und an zwei Freitagen im Advent an der Schule verkauft! Die leckeren selbst gebackenen Nussecken, gebrannten Mandeln, Schoko-Crossies und Weihnachtsplätzchen in verschiedenen Tütengrößen fanden großen Absatz bei Schülern wie Lehrern.

Der Reinerlös geht – wie vor zwei Jahren – an die Familienstiftung „Pro Fratre et Amico“, die Menschen – vor allem Kindern – in Äthiopien hilft. Bei seiner Äthiopien-Reise im Januar 2018 wird Herr Walterspacher mehr als 200 Euro aus dem Plätzchenverkauf am Grimmelshausen-Gymnasium mitnehmen.

Herr Walterspacher, ein Sparkassendirektor im Ruhestand, hat die Stiftung zusammen mit seinen beiden Söhnen Ralph (katholischer Priester und 2011-2013 Kaplan in Offenburg) und Stephan gegründet, um die Arbeit der Steyler Missionsschwestern in Äthiopien zu unterstützen. Durch jährliche Besuche auf seine eigenen Kosten (!) steht er zu den Menschen im persönlichen Kontakt. Bei den Besuchen vor Ort wird die Verwendung der Spendengelder geprüft und für das kommende Jahr festgelegt. Das gesammelte Geld fließt also direkt und ohne Abstriche in die Hilfsprojekte.

Über Herrn Walterspacher steht auch die katholische Religionsgruppe 9 a/b  in Kontakt zu den äthiopischen Schülerinnen und Schülern der von der Stiftung finanzierten Schule in Alemtena.

Zuletzt berichtete der Stiftungsvorstand den Neuntklässlerinnen und Neuntklässlern im Religionsunterricht am 14.11.2017 vom Stand der Dinge in Äthiopien. Nach seiner Rückkehr aus Äthiopien wird er uns von der Verwendung des Geldes berichten.

Danke allen, die so fleißig gebacken haben – auch den beteiligten Eltern und Großeltern – ebenso wie denen, die den Plätzchenverkauf großzügig unterstützt haben.


Text: V. Burth

    

Fotos: C. Haist

 

Mehr Informationen zur Stiftung unter www.pro-fratre-et-amico.de.

 

Höret, die Stille, die Musik, die Weihnachtsgeschichte!

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Chor und Orchester

Schüler und Lehrer des Grimmelshausen-Gymnasiums stimmen die Zuhörer auf Weihnachten ein

 

 

Am Dienstagabend (12.12.) fand in der evangelischen Stadtkirche Offenburg das diesjährige Weihnachtskonzert des Grimmelshausen-Gymnasiums statt. Eröffnet wurde das Konzert von Chor und Orchester der Unterstufe mit einer kleinen Weihnachts-Kantate. Die jungen Sänger und Instrumentalisten musizierten fein aufeinander abgestimmt schlichte und schöne Melodien der Weihnachtsgeschichte, die von den Sprecherinnen Rahel Lurk und Leonie Harter vorgetragen wurden. Einen musikalischen Kontrast setzte die Big-Band der Unterstufe mit “No ‘L‘ in Swing“, “Winter Wonderland“ und “Sleigh Ride“. Passend ergänzt wurden diese Weihnachtshits durch die Musikkurse der Jahrgangsstufe mit “Zu Bethlehem überm Stall“ und “Hear me Prayin‘, Lord“. Sehr stimmungsvoll wurde es danach mit dem Orchester der Mittel- und Oberstufe, das erst die “Air“ von J.S. Bach interpretierte und dann mit “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ in winterliche Träumerei entführte. Einfühlsam und präzise führte Angela Bruder-May das Orchester und den Solisten Jakob Roloff, der mit Souveränität und schönem Ton in Vivaldis Violinkonzert (G-Dur) überzeugte. Fein ausgearbeitet und mit klaren Stimmen bot der Chor der Mittel- und Oberstufe “Shine your Light“ dar, das rhythmisch geprägte “Gloria“ von Gunnar Petersson und sehr schwungvoll “Macht die Tore auf“. Die Chorleiterin Birgit Rombach verband die jungen Stimmen zu einem wunderbar harmonischen Klang mit dem Lehrerchor im modernen Magnificat “Mit dir, Maria, singen wir“. Die Zuhörer konnten in das Geheimnis um Weihnachten hinein lauschen, als der Lehrerchor in der Chormeditation “O du stille Zeit“ einen Klangteppich ausbreitete für die glockenreinen Stimmen der Solistinnen Jana Forster, Annabelle Koshman und Sarah Engelhardt. Mit den Adventsliedern “Es ist ein Ros entsprungen“ und “Maria durch ein Dornwald ging“ setzte der Lehrerchor einen traditionellen Akzent. Locker und fast schon in Partylaune endete das Konzert durch die Big Band der Mittel- und Oberstufe. Unter der Leitung von Teresa Grebenstein und Dorothea Plehn erklangen “Rest ye merry samba”, “Caribbean Christmas” und “Feliz Navidad” mit viel Spielfreude und sattem Big Band Sound. Der Applaus für alle Beteiligten war mehr als verdient. Nach dem gemeinsamen Lied “Hört der Engel helle Lieder” konnten alle Besucher etwas weihnachtliche Vorfreude mit nach Hause nehmen.

 

Text: B. Rombach

 

 

Fotos: L. Mainzer und C. Haist

 

Kunstturnerinnen erreichen Bezirksfinale

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Sport

Am Montag, den 4. Dezember, startete die Kunstturnmannschaft des Grimmelshausen-Gymnasiums in das Kreisfinale „Jugend trainiert für Olympia“ und konnte sich direkt für das Bezirksfinale im Januar qualifizieren.
Die noch recht junge Mannschaft, bestehend aus Leonie Adler, Emily und Leonie Falk, Carla Isen und Marlene Kreisz, turnte in einem starken Teilnehmerfeld erstmals in der Wettkampfklasse 3. Der Wettkampf startete am Sprung bei allen etwas holprig. Der dadurch entstandene Rückstand bei den Punktrichtern konnte am Stufenbarren mit sehr sicheren Übungen ausgeglichen werden. Besonders die Schwestern Emily und Leonie Falk erzielten für das Team des Grimmels an diesem Gerät Spitzenwertungen. Leonie Adler und Leonie Falk sammelten am Balken durch anspruchsvolle und sturzfreie Übungen viele weitere Punkte. Am Boden überzeugte Carla Isen vor allem mit schön ausgeführten Elementen und einem hohen Schwierigkeitswert, und auch Marlene Kreisz konnte mit einer tollen Leistung an diesem Gerät viele Punkte sammeln. Schließlich erreichten die Mädels hinter dem Team aus Gengenbach einen sehr guten zweiten Platz und freuen sich schon auf das Bezirksfinale, wo sie noch einmal alles geben werden.

Text: L. Schulz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: D. Adler

Stolze Sieger beim Vorlesewettbewerb

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles

Beim diesjährigen Vorlesewettbewerb wurde Lennard Kohlmann aus der Klasse 6b Schulsieger. Aaron Ehret (6a) und Philipp Nickert (6c) waren gleich stark und belegten zusammen den 2. Platz. Herzlichen Glückwunsch!

 

 

Die Buchempfehlungen unserer drei Vorlesekünstler heißen übrigens:

– Die Abenteuer des Apollo: Das verborgene Orakel von Rick Riordan

– Harry Potter und der Feuerkelch von J.K. Rowling

– Die Mississippi-Bande: Wie wir mit drei Dollar reich wurden von Davide Morosinotto

 

Text und Foto: N. Liebig

 

Odysseus-Aufführungen im Salmen haben durchweg überzeugt

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Aufführungen, Junge Theaterakademie Offenburg, Theater am Grimmels, Theateraufführungen

Themen, die heute noch aktuell sind

Wenn die Schülerinnen und Schüler, die am Wochenende im Salmen die drei Odysseus-Aufführungen der jungen Theaterakademie Offenburg gesehen haben, nie wieder mit dem Thema konfrontiert werden, haben sie dennoch einige der wichtigsten Botschaften des antiken Stoffes mitbekommen. In einer großartigen Gemeinschaftsleistung wurde das Thema aktualisiert und in eindringlichen Bildern auf die Bühne gebracht.

Ernst und Spaß hielten sich dabei die Waage, was dafür sorgte, dass auch die Jüngsten im Publikum von Anfang bis Ende voll bei der Sache blieben. Dass Homers Epos zeitlose Grundfragen thematisiert, die auch nach fast 3000 Jahren noch die Menschen bewegen, war schon nach wenigen Minuten klar: Gibt es eine Rechtfertigung für Krieg? Gibt es eine Pflicht zur Gastfreundschaft gegenüber Fremden? Darf man das bequeme Leben genießen, wenn doch größere Aufgaben anstehen? Odysseus (Leon Herb) wird mehrfach von seinen Gefährten angeklagt, ihr Leben für seine Ziele aufs Spiel zu setzen. Doch hat er eine Wahl, wenn er glaubwürdig bleiben und für das Gute eintreten will? Seine Frau Penelope (Felicia Engert) und sein Sohn Telemachos (Finnegan Melchior) glauben an ihn und widerstehen den Anfeindungen während Odysseus‘ Abwesenheit. Die Freier, die Penelope bedrängen, gehören zur lustigen Abteilung der abwechslungsreichen Inszenierung: David Povkh und Jonas Rieder kommen als eingebildete Macker von heute daher. Ebenso komisch die Darstellung der Laistrygonen. Sie kommen als tumbe, aber gefährliche Kraftprotze daher, bei denen wohl die Menschenfresser aus Roald Dahls „Sophiechen und der Riese“ Pate gestanden haben. Sehr überzeugend aber auch die ernsten Rollen, Onisha Wilsi unter anderem als Circe, Paula Neckermann als Nausikaa.

Die Regie (Paul Barone, Nina und Patrick Labiche, Sebastian Scheringer) hat auch bei anderen Figuren glaubwürdige und bildstarke Umsetzungen gefunden. So erscheint der Zyklop Polyphem als Fabelwesen, das von mehreren Schauspielern verkörpert wird, einer davon als Auge. Die Welt der Götter erscheint oft entrückt hinter einem je nach Beleuchtung durchsichtigen oder undurchsichtigen Gazevorhang. Auch Ortswechsel werden so umgesetzt, für Orientierung sorgt Hestia (Magdalena Hess), die auch als Erzählerin fungiert. Das Schiff, auf dem Odysseus und seine Gefährten unterwegs sind, ist ein Podest im Mittelgang des Raums, das Szenen in Opposition zur Bühne erlaubt. Starke Bilder, die durch die Musik (Komposition und Leitung Gerhard Möhringer-Groß) noch eindringlicher werden. Der Soundtrack besteht nicht aus Nummern, sondern ist ganz mit der Handlung verwoben und umso wirksamer.

Dass die Jugendlichen sich intensiv mit dem Stoff beschäftigt haben, wird an vielen Stellen deutlich. In Zeiten, in denen Flüchtlinge ihr Leben auf dem Meer riskieren und sich immer wieder die Frage nach Identität und Heimat stellen müssen, ist der umherirrende Odysseus ein Symbol für die existentiellen Ängste und Bedürfnisse des Menschen. Aus den Familiengeschichten der Mitwirkenden fließen moderne Erfahrungen ein: von der Flucht aus der DDR, vom Jugoslawien-Krieg und aus der Flüchtlingsarbeit in Offenburg.

Eine durchdachte Inszenierung, die sehr stimmig mit vielen choreografischen Elementen arbeitet. Der Riesenapplaus für alle Beteiligten war hochverdient.


Text: J. Eiland-Jung – Badische Zeitung, 04. Dezember 2017

 

Fotos: P. Barone-Wagener

 

Theaterakademie stellt bei „Odysseus“ aktuellen Bezug her

Fantasiereich inszeniert und mit deutlichen Verweisen in die heutige Zeit brachte die Junge Theaterakademie Offenburg zusammen mit dem Theater am »Grimmels« und den Hauswirtschaftlichen Schulen Offenburg eine unvergängliche Geschichte auf die Bühne: die Irrfahrten des Odysseus.

Es ist der zweite Teil des ältesten Opus der Welt, die Heimreise des listenreichen Odysseus nach dem gewonnenen Trojanischen Krieg. Der Weg ist nicht wirklich weit, aber dem kecken Odysseus unterläuft ein verhängnisvoller Fehler, nachdem er mit seinem Erfindungsreichtum einmal mehr sich und die Gefährten retten konnte: Statt bei dem praktischen Alias »Niemand« zu bleiben, nennt er dem geblendeten Zyklopen Polyphem seinen richtigen Namen, der ihm prompt seinen Vater Poseidon auf den Hals hetzt. Keine gute Idee, sich den Zorn des Meeresgottes zuzuziehen, wenn man über eben dieses Meer reisen muss, um die geliebte Heimat wiederzusehen…

Schon in der Polyphem-Episode zeigte sich der ganze Einfallsreichtum des Regieteams Paul Barone, Nina Labiche, Patrick Labiche und Sebastian Scheringer exemplarisch. Sehr pfiffig wird aus dem Riesen, der naturgemäß nur sehr schwierig einigermaßen realistisch auf der Bühne darzustellen ist, ein Wesen, das nicht in die Höhe, aber quasi »in die Masse« geht: Ein vielköpfiges, -armiges und -beiniges Monster-Menschenbündel von überaus dickfelligem Gemüt.

Auge mit Eigenleben

»Uuups, isser tot?«, fragt sich das Wesen, nachdem es einen Unglücksraben zermalmt hat, und freut sich gleich darauf: »Am besten schmeckt mir eh griechisch.« Das Zyklopenauge hat gar ein Eigenleben und hüpft als fast nur aus Auge bestehendes Zwerglein herum. Ähnlich plakativ überzogen dargestellt sind die mörderischen Lästrygonen, die als tumbe Deppen-Armee beim Steine schleppen eine tolle pantomimische Leistung abliefern.

Odysseus, dazu verflucht, fremd und schutzlos auf dem Meer zu treiben, »ein Flüchtling ohne Heimat«, erlebt eine Höllenfahrt. Und wenn das Schauspiel immer wieder Texte einflicht, die das Schicksal flüchtender Menschen in heutiger Zeit behandeln, dann gleichen sich die Bilder oft erschreckend.

Mit Steinen beworfen

So wird die Flucht einer Sechzehnjährigen im Bosnienkrieg beschrieben – auch sie und ihre Familie wurden von den Feinden mit Steinen beworfen. Daneben stehen sehnsüchtige Passagen, die »Heimat« einerseits verklären, andererseits aber als Ort definieren, der weniger von einem Platz auf der Erdkugel als von Menschen bestimmt wird.

Abgerundet wird das tolle Spiel von Kostümen und Kulissen der Hauswirtschaftlichen Schulen und vor allem von der Musik, die Gerhard Möhringer-Groß eigens für dieses Theaterprojekt komponiert hat. Einmal mehr ist der Jungen Theaterakademie und ihren Kooperationspartnern ein Meilenstein gelungen – was ganz offensichtlich nicht verborgen blieb. Der Salmen war zum Platzen gefüllt mit einem restlos begeisterten Publikum.

Die Darsteller

Leon Herb (Odysseus), Felicia Engert (Penelope), Finnegan Melchior (Telemachos), Magdalena Heß (Hestia), David Povkh (Poseidon), Jonas Rieder (Hermes), Onisha Wilsi (Circe), Farin Moghimi (Calypso), Aaron Werner (Eurylochos), Jonas Kiefer (Damianos), Falk Endlich (Hippokratis), Andreas Hansmann (Agenor), Dominique Bergen (Kimon), Simon Frädrich (Eumaios), Emil Heß (Jaron), Felix Fischer (Elpenor), Sabrina Fritsch (Eurykleia), Lara Britsch (Melantho), Undine ­Gloski (Arete), Paula Neckermann (Nausikaa), Sidney Kiefer, Mariya Manashirova, Jenny Sauer und Antonia Warth (Nausikaas Freundinnen), Lili Albrecht, Emelie Kalkoff, Lara Neckermann und Julia Sanner (Chor der Elemente), Liliana Herb (Chor der Monster) und Hejaz Nadri (Sprecher Voice Over).

Text: R. Heilig – Mittelbadische Presse, 07. Dezember 2017