Das Schulleben am Grimmels

Archiv für Oktober, 2017

Studienfahrt Lyon (BZF) 2017

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, BZF-Fahrten, Fahrten und Exkursionen

Am Montag, dem 16. Oktober 2017 begann frühmorgens unsere Reise nach Lyon. Noch müde und verschlafen verabschiedeten wir uns von unseren Eltern und fuhren anschließend nach Straßburg, um dort die Klasse unserer Partnerschule St Étienne abzuholen. Während zu Beginn noch viel geschlafen wurde, nahm die Lautstärke doch im Laufe der Zeit zu. Ein weiterer Halt fand in Beaune statt, wo sich ein altes Krankenhaus befand, zu dem wir in Gruppen einige Referate vorbereitet hatten. Nach anschließender Mittagspause ging die Fahrt in Richtung Lyon auch schon weiter und so standen wir einige Stunden später an der Notre-Dame de Fourvière, von wo aus man einen atemberaubenden Blick auf Lyon hatte. Abends erreichten wir endlich unser Hotel und nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, ging es zum Abendessen.

Der nächste Tag begann früh mit einem Hotelfrühstück und bald wartete auch schon der Bus auf uns, der uns zum gallo-römischen Museum brachte. Hier gab es einige Mosaike, Ausgrabungsstücke und Ruinen zu sehen und Vorträge zu hören. Nachmittags erkundeten wir in zwei Gruppen geteilt Lyon. Unsere Gruppe begann mit der Besichtigung eines alten römischen Theaters und begab sich später zur Führung durch die Altstadt Lyons, in der es unter anderem sogenannte „Traboules“ (Gänge, Treppen und Passagen durch Privathäuser) zu sehen gab. Nach kurzer Freizeit begaben wir uns zurück zur „Domaine St Joseph“, unserer Unterkunft.

Am Mittwoch wurden wir nach dem Frühstück auf zwei „Ateliers“ verteilt, in denen wir den Vormittag verbrachten. Im ersten Atelier spielten wir in Gruppen abwechselnd Monopoly und beantworteten mithilfe ausgeteilter Texte Fragen über Lyon und seine Stadtteile. Danach tauschten wir das Atelier und sahen uns dort Ausschnitte aus dem Stummfilm „The Kid Brother“ an. Nach dem Mittagessen fuhren wir zum „Quartier de la Confluence“, dem grünen Viertel Lyons, um dort unter anderem ein Museum zu besichtigen. Nach anschließender Freizeit in der Innenstadt Lyons fuhren wir abends auch schon zum Kino, um „The Kid Brother“, der mit einem Live-Orchester gezeigt wurde, in voller Länge zu sehen. Dies war für alle ein tolles Erlebnis. Doch noch war der Tag nicht zu Ende, denn wir begaben uns auf einen nächtlichen Spaziergang durch Lyon, weshalb wir erst spät zurück zum Hotel kamen.

Am Donnerstag, unserem letzten Tag in Lyon, besichtigten wir das „Croix Rousse“ und sein Stoffmuseum, in dem wir die Möglichkeit hatten, unsere mitgebrachten T-Shirts zu gestalten. Anschließend wartete im Hotel schon ein Festessen auf uns. Zur Feier des letzten Tages hatten einige Schüler eine Karaokeparty für uns vorbereitet, die wir ausgiebig genossen.

Der Freitag begann für uns sehr früh, da wir schon um 10 Uhr in Izieu sein sollten, um uns das Haus anzusehen, in dem Miron und Sabine Zlatin jüdische Kinder vor den Nationalsozialisten im 2. Weltkrieg versteckt gehalten hatten. Jedoch wurden 44 der Kinder am 6. April 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Als Hommage an diese Kinder schrieb Reinhard Mey zum 50. Gedenktag das Lied „Die Kinder von Izieu“, welches wir auf der Fahrt anhörten. Um 22.15 Uhr kamen wir in Straßburg und eine halbe Stunde später in Offenburg an. Der  Abschied von unseren St Étienne-Partnerschülern aus Straßburg fiel uns sehr schwer, denn während der Fahrt hatten wir viele neue Freundschaften geschlossen.

Die Studienfahrt nach Lyon war ein unglaubliches Erlebnis und wir freuen uns schon auf die Fahrt nach Weimar im nächsten Jahr.


Text: U. Gloski und M. Manashirova

 

 

Fotos: J. Schürer

„Romeo und Julia heute“ – nach Shakespeare

Geschrieben von Christian Haist am in Ankündigungen, Aufführungen, Theater AG

Am 17. und 18. November bringt die Mittelstufen- und Oberstufen-Theater-AG des Grimmels ihr neues Stück „Romeo und Julia heute“ zur Aufführung. Die Theaterabende beginnen jeweils um 19 Uhr im Salmen.

 

 

 

Grimmels Theater-AG spielt modernisierten Shakespeare

 

Es gilt als das schönste Liebesdrama der Weltliteratur: Shakespeares »Romeo und Julia« – ein Stück, das zum Inbegriff geworden ist für die ganze Welt der Liebe und der Verliebten. Die Theater-AG des Grimmelshausen-Gymnasiums hat den Inhalt des Dramas verändert und (auch sprachlich) modernisiert. Zwar folgt die Handlung weitgehend den Vorgaben Shakespeares, aber aus dem Streit zweier angesehener Adelsfamilien ist der Konflikt zweier rivalisierender Jugendbanden geworden. Die vornehmen, eingebildeten Lords sind mit den verarmten, einfachen Beggars verfeindet. Beide Gruppen lehnen die Lebensform, Kleidung und Sprache der jeweils anderen ab. Tiefe Verachtung und Ausgrenzung bestimmt ihr Verhalten. Eines der Mädchen, das zu den Lords gehört, ist Julia. Sie stammt aus der noblen Familie Capulet. Auf einer Party lernt sie Romeo kennen, der zu den Beggars gehört.

 

Dieses Fest wird zum Schicksal für die beiden jungen Leute. Denn beide verlieben sich, obwohl sie um die tragische Situation ihrer Liebe wissen. Denn der unversöhnliche Hass beider Gangs trennt sie. Doch ihr tiefes Gefühl überwindet alle Hindernisse, sie schwören sich in einer fiktiven Hochzeitsszene ewige Treue. Als aber Romeo im Streit Tybalt, den Cousin Julias, tötet, wird er aus Verona verbannt. Nach der berühmten Szene des Abschieds von Julia (»Es war die Nachtigall und nicht die Lerche«) muss Romeo aus der Stadt fliehen. Die List, die beide dennoch zusammenbringen soll, scheitert durch Schicksal, Zufall und Missverständnis und führt zum tragischen Tod der Liebenden. Aber ihr Tod ist nicht ohne Wirkung: Die zerstrittenen jungen Leute sehen ihr falsches Verhalten ein und reichen sich über den toten Freunden die Hand zur Versöhnung.

 

Shakespeares Drama und auch diese Adaption ist auf dieses Ende, auf die Versöhnung hin angelegt. Die Liebenden vollenden durch ihren Tod die Welt, ihr Liebestod bringt den Sieg der Liebe über den Hass, er hat eine neue Dimension des Lebens in dieser Welt eröffnet. Die Feindschaft der Gruppen wird durch das Schicksal der beiden Einzelnen überwunden.

 

Schon seit Monaten sind die Mitglieder der Theater-AG, Schülerinnen und Schüler der Klassen 8-12, eifrig dabei, das Stück unter der Regie von Hansjörg Haaser einzustudieren. Unterstützt wurden sie dabei wie immer von Julia Kircher (Ballettstudio, Tanzschule Wegel), welche die Theater-AG der Schule schon seit Jahren begleitet und wie schon oft erneut eine professionelle Choreographie auf die Bühne gezaubert hat. Für die passenden Kostüme und Requisiten sorgte mit ganz großer Liebe und Sorgfalt Silke Herbert.

 

Die Aufführungen finden am Freitag, 17. und Samstag, 18. November im Salmen statt, jeweils um 19.00 Uhr. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Weitere Informationen auf der Theaterhomepage www.tabularium-og.de

 

 

Text und Fotos: H. Haaser

 

Grimmels-Fußballer erreichen das Kreisfinale

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Sport

Im Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ setzten sich die Fußballer der Jahrgänge 2004 bis 2006 in der Grimmelshausen-Stadt Renchen am 19.10.2017 ungeschlagen gegen fünf weitere Mannschaften aus der Ortenau durch. Mit drei souveränen Siegen und zwei Unentschieden gegen die Schulen aus Achern, Renchen und Ettenheim qualifizierten sich die Grimmels-Kicker nun für das im Frühjahr in Hausach stattfindende Kreisfinale. Die vierzehn Jungen aus Klasse 6 bis 8 spielten sehenswert zusammen, traten als faires Team auf und „glänzten“ an diesem Tag in ihren nagelneuen Trikots, die der Förderverein der Schule ermöglicht hat.

 

 

Text und Foto: C. Haist

Austausch Lons-le-Saunier 2018

Geschrieben von admin am in Ankündigungen, Austausch Lons

Möchtest du …

… unsere Partnerstadt und eine wunderschöne Region Frankreichs entdecken?

… nette Leute kennenlernen?

… tolle Ausflüge machen?

… eine französische Schule besuchen?

… deine Sprachkenntnisse verbessern?

Dann melde dich bis zum 01.12.2017 an beim Frankreich-Austausch!

Wann :
03.04. – 13.04.2018 in Lons-le-Saunier
11.07. – 24.07.2018 in Offenburg

Bei Fragen wende dich bitte an den Ansprechpartner / die Ansprechpartnerin deiner Schule (s. Infoblatt). Schülerinnen und Schüler des Grimmels wenden sich an Frau Clemen unter der Mailadresse franziska.clemen@grimmelshausen-gymnasium.de .

 

Weitere Informationen und Anmeldungsunterlagen:

A très bientôt!

Probentag des Chores auf Schloss Ortenberg

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Chor und Orchester

Vom 2. bis 3. Oktober 2017 verbrachte der Chor des Grimmelshausen-Gymnasiums einen Probentag in der Jugendherberge Schloss Ortenberg. Am Montag, den 2. Oktober, trafen wir uns nach dem Unterricht der 6. Stunde zum gemeinsamen Mittagessen in der Schule, danach fuhren wir mit dem Bus nach Ortenberg. Obwohl nicht weit weg, waren wir sofort in einer anderen Welt! Zimmer mit Erker und samtenen Vorhängen, herrschaftliche Treppenhäuser und ein Probenhaus ganz für uns allein. So konnten die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Gruppierungen nach Herzenslust singen und zu einer Chorgemeinschaft zusammenfinden. Betreut von Frau Plehn und Frau Rombach konnten die vielen Neuzugänge des Chores integriert werden und sich alle auf das kommende musikalische Schuljahr einstimmen. Als erstes steht da natürlich das Weihnachtskonzert am 14. Dezember auf dem Programm. Dafür wurde bis in den Abend und am nächsten Morgen geprobt. Ein paar nichtweihnachtliche Songs sorgten immer wieder für Abwechslung.

Leider mussten wir mittags schon wieder nach Hause, gerne hätten wir noch weiter gesungen! Umso schöner, dass das nur der Auftakt zu unserem Chorjahr 2017/18 war und wir uns auf viele weitere Stunden gemeinsamen Singens freuen können.

 

Text: B. Rombach

Elterninitiative „Gesundes Frühstück“ spendet Verkaufserlös

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Eltern

Jeden Donnerstag freuen sich Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrerinnen und Lehrer auf ein gesundes Frühstück in der Pause. Möglich macht das ein Kreis engagierter Eltern, die sich treffen, um eigenhändig Obst zu schnippeln, Müsli anzurichten und Brötchen zu belegen. Dabei wird nicht nur darauf geachtet, dass die Zutaten frisch und gesund sind, das Angebot ist vor allem sehr abwechslungsreich und lecker. Kein Wunder also, dass der Zuspruch außerordentlich hoch ist.

Aber damit nicht genug, der Erlös aus dem Verkauf fließt an die Schule zurück. So spendete die Elterninitiative „Gesundes Frühstück“ am Donnerstag, den 28.09.2017, den Verkaufserlös des letzten Schuljahres. Ein Teil geht an die Fachschaft Musik, um die Arbeit in Chor, Orchester und Big Band zu unterstützen, ein Teil fließt in die Theaterarbeit, die SMV wird unterstützt und die Abiturienten erhalten einen Zuschuss zu ihrer Studienfahrt. Für die finanzielle Unterstützung und für die Zeit und das Engagement, das diese Eltern für die Schulgemeinschaft aufbringen, ein ganz herzliches Dankeschön!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text: B. Rombach, Bilder: C. Haist

Studienbotschafter am Grimmels

Geschrieben von Christian Haist am in Ankündigungen, Berufsorientierung

Informationen rund um das Studium am 17. November für die Stufe 11

 

Studienbotschafter sind Studierende verschiedener Hochschulen und Universitäten.

Sie berichten authentisch darüber, wie ihr eigener Entscheidungsprozess zum passenden Studienfach verlaufen ist und wie man sich im Studium zurechtfindet.

 

Es gibt Informationen zu sämtlichen Fragen rund um das Studium wie z.B. zu Unterschieden zwischen den Hochschularten, zu den verschiedenen Zulassungsverfahren, zu Stipendien oder zur Studienfinanzierung.

 

In diesem Jahr können wir Studierende der unten angeführten Hochschulen und Universitäten begrüßen:

Hochschule/ Universität: Fachrichtung:
Karlsruher Institut für Technologie (KIT) (Universität Karlsruhe) Biologie
Hochschule Offenburg Unternehmens- und IT-Sicherheit
Universität Mannheim Kultur und Wirtschaft: Medien- und Kommunikationswissenschaften
Pädagogische Hochschule Freiburg Lehramt Alltagskultur und Gesundheit, Sport, Wirtschaftslehre

 

 

Gräber suebischer Siedler

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Fahrten und Exkursionen

Archäologie-AG besucht die Ausgrabungen in Diersheim

 

 

Ziel unseres Ausflugs am Samstag, dem 23. September 2017, war die aktuelle Ausgrabung eines Gräberfeldes bei Diersheim, nördlich von Kehl. Eine wackere Schar Schülerinnen und Schüler von der Unter- bis zur Oberstufe war dem Leiter dieser Ausgrabung und auch unserer Arbeitsgemeinschaft, Johann Schrempp, gefolgt und hatte den etwas umständlichen Weg mit Bahn und Bus, unterbrochen von dem morgendlichen Besuch eines Kehler Flohmarktes, auf sich genommen.

Herzlich wurden wir mit Nusszopf und türkischem Kaffee begrüßt. Nach einer kurzweiligen Einleitung in die Geschichte der Germanen auf unserer Rheinseite konnten wir die Ausgrabungsflächen betreten und betrachten: Ein eher unscheinbarer Rest eines frühgermanischen Grabs beeindruckte vor allem durch sein Alter; das beinahe vollständig erhaltene Skelett eines gefallenen Soldaten aus einer napoleonischen Schlacht verwies, ganz persönlich, auf die Sinnlosigkeit des Krieges: Dieser Kampf mit mehreren Tausend Toten wurde in Unkenntnis eines Waffenstillstandes gefochten, der wenige Tage zuvor geschlossen worden war.

Höhepunkt war, als wir dann selbst bei der Grabung mitarbeiteten und durchaus ein paar antike Scherben zutage brachten. Der Entdecker dieses Gräberfeldes, Andreas Karcher, zeigte uns am Ende einen Metalldetektor und eine Auswahl seiner zahlreichen Funde, besonders Münzen. Witzigerweise war auch ein Schilling aus Hamburg dabei.

Müde und froh gelaunt kehrten wir am Nachmittag nach Offenburg zurück.

 

 

Text und Bilder: D. Adler

 

Fahrradexkursion „Menschliche Eingriffe am Oberrhein“ der Geographiekurse

Geschrieben von Christian Haist am in Aktuelles, Archiv, Fahrten und Exkursionen

Wir schreiben das Jahr 2017, um genau zu sein den 14. Juli, um 7:40 Uhr. Langsam trudelt Schüler für Schüler der Jahrgangsstufe 1 auf dem Schulhof des Grimmelshausen-Gymnasiums ein. Jeder Schüler führt ein, für die geplante Exkursion notwendiges, verkehrstaugliches (!!!) Fahrrad und einen obligatorischen Helm(ut) mit sich, zu dessen Tragen jeder verpflichtet wurde. Sogar ein Tandem taucht auf dem Schulhof auf. Während des Wartens werden teils peinlich berührte Blicke ausgetauscht und die Spannung über das bevorstehende Ereignis wächst, ebenso die Sorge um das persönliche Aussehen. Doch die Lösung ward gefunden (zumindest für die weiblichen Teilnehmer): die Bezopfung beginnt. Die Herren der Schöpfung geben die Hoffnung auf ein ansehnliches Aussehen auf. Nach Überprüfung der Anwesenheit werden die Schüler durch die zwei Lehrkräfte Herrn Haist und Herrn Schnirch über die bevorstehende Route und das anzufertigende Protokoll instruiert. Zusätzlich führen anschauliche und an Stewardessen erinnernde Bewegungen Herrn Schnirchs zu einem besseren Verständnis vom Tragen eines Helms.

Die Stimmung unter den Schülern ist zu diesem Zeitpunkt auf einer Skala von 1-10 bei einer stabilen 5 angesiedelt.

 

Nach 400m erfolgt schon der erste Stopp am Mühlbach in der Nähe des Zwingerparks. Die Fahrräder werden abgestellt und die Fragezeichen auf den Gesichtern der Schüler sind nicht zu übersehen. Sollen wir die Räder abschließen? Lohnt es sich, den Helm abzuziehen oder fahren wir gleich wieder weiter? Jeder geht mit dem Problem anders um und letztendlich versammeln wir uns um unsere „Routenplaner“, bereit, die ersten Informationen aufzunehmen und mitzuschreiben. An dieser Stelle erfahren wir einiges über die erste Industrieachse entlang des Mühlbachs, die als ehemalige Spinnerei gerade eine Konversion zum Wohnungsbau erfährt, und die geographischen Gegebenheiten Offenburgs, zum Beispiel, dass der mittelalterliche Stadtkern durch die natürliche Aufschwemmung von Sedimenten der Kinzig höher liegt als das Gebiet westlich des Mühlbachs (vgl. „Stadtbuckel“).

Am Mühlbach – Foto: E.-M. Hranovski, J. Zweier

Als alle wieder im Sattel sitzen, fahren wir beim E-Werk vorbei auf den Kinzigdamm in Richtung Bühl. Unterwegs fängt es plötzlich an zu regnen und wir strampeln uns ab, um zum nächsten Zwischenstopp am Mühlbachufer bei Bühl zu gelangen. Hier wird der Mühlbach, der ein menschlich geprägter Kanal ist, durch ein Wehr reguliert. An dieser Stelle wurden auch Renaturierungsmaßnahmen mit dem Ziel vorgenommen, verschiedene Tiere und Pflanzen wieder anzusiedeln. Und es wirkt: in der Umgebung sind schon Eisvögel gesichtet worden. Wir versuchen die Informationen zu notieren, was sich als schwierig herausstellt, da es immer noch regnet und unsere Unterlagen nass werden.

Die Stimmung ist zu diesem Zeitpunkt auf einer Skala von 1-10 bei einer ernüchternden 3 einzuordnen, da der Regen auch die Motivation der Schüler wegspült.

 

Bei einer kleinen Fahrradraststation in Griesheim angelangt, stellen sich alle unter, um dem stärker einsetzenden Regen zu entfliehen und sich kurz auszuruhen. Da wird es bei der 3m² großen überdachten Fläche sehr schnell sehr gemütlich. Genau dort findet eine doppelte Fütterung statt: zunächst mit dem Proviant, den viele schon auspacken; aber auch mit interessanten Fakten über die Bedeutung der Ortsnamensendungen in dieser Umgebung. So steht die Endung –hurst (Hesselhurst, Hohnhurst) für Ortsgründungen im Bruchwald sumpfiger Niederungen. Die Herkunft der Endung –ried (Neuried, Nesselried) lässt sich daher ableiten, dass vor der Besiedlung des Gebiets zunächst ein Stück Wald gerodet werden musste. Beide Endungen deuten auf die Rode- und Ausbauzeit von Siedlungen ab dem 8. Jahrhundert hin, während –ingen und –heim Orte älter sind und der alemannischen bzw. fränkischen Landnahme des 4. bis 6. Jahrhunderts zugeordnet werden können.

 

In Hesselhurst angekommen, hat es zwar zu regnen aufgehört, doch werden die Schüler über ihre Kenntnisse rund um den Tabak ausgefragt, denn dieser ist eine der Pflanzen, die als Sonderkultur hier am Oberrhein angebaut wird. Das Klima und der Boden sind hier optimal. Auch wenn der Tabakanbau stark zurückgegangen ist, gibt es bis heute noch viele Tabakschober, in denen die Pflanzen nach der Ernte zum Trocknen aufgehängt wurden. Ein ehemaliger Tabakschopf, der mittlerweile zum modernen Wohnhaus umfunktioniert wurde, steht direkt am Ortseingang von Hesselhurst.

Exkursionisten am Hesselhurster Baggersee – Foto: C. Haist

Weiter geht es zur Kittersburger Mühle. Dieser Weg stellt sich als ein langer und beschwerlicher heraus.

Die Stimmung ist zu diesem Zeitpunkt auf einer Skala von 1-10 irgendwo im negativen Bereich zu suchen.

 

Auf einem Feld bei Goldscheuer sehen wir Tabak- sowie Spargelpflanzen. Engagiert springt Herr Haist ins Feld, um uns wissbegierigen Schülern auf anschauliche Art und Weise in die Kunst des Spargelstechens einzuweihen. Weitere Sonderkulturen am Oberrhein werden hier tiefergehend behandelt. Während der Ausführungen der Lehrkräfte kann man immer mehr Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke dringen sehen. Mit dem Wetter hellt sich auch die Stimmung und die Motivation der Exkursionsteilnehmer deutlich auf.

Die Stimmung ist zu diesem Zeitpunkt auf einer Skala von 1-10 bei einer strahlenden 6 einzuordnen.

 

11:23 Uhr: Die Jahrgangsstufe erreicht das ersehnte Ziel, den Rheindamm. Die Erleichterung der Schüler ist ihnen aus den Gesichtern abzulesen, da die letzte Strecke sehr anstrengend gewesen ist. Wir versammeln uns um unsere Lehrer und hören Herrn Schnirch zu, der uns die Entstehung der Oberrheinebene nebst ihren riesigen Sand- und Kieslagerstätten näher bringt.

 

Auf dem Weg zum Auenwildnispfad Altenheim gibt es eine kleine Strecke, die bergab führt und von allen Schülern voller Freude als Tempofahrt genutzt wird. Doch auf einmal hört man einen lauten Knall! Der hintere Reifen des Tandems ist geplatzt; wir müssen also wieder halten. Das provisorische Erste-Hilfe-Set für Fahrräder wird ausgepackt und man versucht, den Reifen zu flicken. Doch es nützt nichts; der Reifen hat ein zu großes Loch und die Besitzer des Tandems müssen uns vorzeitig verlassen. Und wenn wir schon stehen, essen wir auch. Doch kaum jemand hat noch etwas zu essen und so entwickeln wir uns zu kleinen St. Martins und teilen untereinander die letzten Reste. Sogar Herr Haist gibt etwas von seiner Melone weiter. Ehrenmann.

 

Der Auenwildnispfad ist unser letztes offizielles Ziel auf dieser Exkursion. Da wird es noch einmal gemütlich, denn wir setzen uns rund um eine Feuerstelle und es kommen Lagerfeuergefühle auf. Na ja, eigentlich ist es etwas zu hell dafür. Außerdem stellt sich heraus, dass ein Großteil der Schüler nicht sehr naturverbunden ist, denn sie fühlen sich durch so manch fliegendes Getier unbehaglich und empfinden es als Bedrohung. Nach den letzten Informationsladungen zur Hart- und Weichholzauevegetation und den Hochwasserschutzmaßnahmen des Integrierten Rheinprogramms fahren wir weiter in Richtung Schutterwald.

 

Auf dem Weg spaltet sich die Gruppe auf: die flotten, ausdauernden Schüler fahren mit Herrn Schnirch voran und die schon etwas Mitgenommenen kämpfen sich wacker mit Herrn Haist voran. Letztendlich haben es aber alle nach Schutterwald geschafft, und da kommt die Belohnung für die Anstrengungen, die die Schüler bei der Exkursion auf sich genommen haben: EIS! Jeder bekommt eine Kugel Eis spendiert und die Freude ist nicht mehr aus den Gesichtern zu wischen.

Die Stimmung erreicht zu diesem Zeitpunkt auf einer Skala von 1-10 die Bestwertung von 12.

 

Die Fahrradexkursion war, trotz der Hochs und Tiefs ein tolles Erlebnis für alle Schüler, bei der uns sehr viel neues Wissen über das Gebiet, in dem wir leben, vermittelt wurde. Zudem erkundeten viele zum ersten Mal den Raum rund um den Oberrhein mit dem Fahrrad. So schnell wird die Exkursion wohl nicht in Vergessenheit geraten.

 

von Eva-Maria Hranovski und Jessica Zweier